Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 22 (17.3.1904)
- Date
- 1904-03-17
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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AettungSnachrrchte« mck Correspondenzen. Deutschland. Berlin. Der „Hilfsverein der deutschen Juden" hielt Lrn Sonntag seine zahlreich besuchte Generalversammlung im Saale des Hotels Prinz Albrecht unter dem Vorsitz des Herrn James Si» on ab. Herr Dr. P. Nathan gab auf Wunsch der Versammlung eine Uebersicht über die Geschäftsführung. Er führte aus, wie die Thätigkeit des Hilfsvereins sich in diesem Jahre ganz besonders den unglücklichen Glaubensgenossen in Rußland habe zuwenden müssen. Die Hilfsbereitwillrgkeil der deutschen Juden habe sich dabei in schönster Weise gezeigt, aber auch viele Christen hätten zu den Sammlungen ihr Scherflein beigesteuert. So sei es möglich gewesen, beinahe 600,000 M. allein für diesen Zweck zusammenzubringen, und im Verein mit den Sammlungen anderer Lander der Noth einigermaßen zu steuern. Die durch die drakonischen Gesetze geschaffene bleibende Nothlage der russischen Juden kann leider nicht gemildert werden. Mit größerem Erfolge war indessen der Hilfsverein in Galizien.thätig. Die Einführung hausindustrieller Beschäftigungen hat sich außerordentlich bewährt. Ferner ist auf einem Delegirtentage aller betheiligten Vereine eine Organisation zur Bekämpfung des schmachvollen Mädchenhandels geschaffen worden, von deren Thätigkeit man sich viel versprechen darf. Endlich hat man die Ausbildung von jüdischen Knaben zu tüchtigen Handwerkern in West, österreich in größerem Umfange in die Hand genommen. In Rumänien nahm sich der Hilfsdewin einiger Privatschulen tbatkräftig an, weil dort bekanntermaßen die Regierung die jüdischen Schüler aus den Staatsschulcn ausschließt. Auch im Orient galt die Fürsorge des Hilfsvereins insbesondere dem Schulwesen, für das dort Seitens der Regierung und Gemeinden absolut nichts geschieht. Berlin. Mit Bezug auf eine Einsendung im Sprechsaal des „Verl. Tagebl." erhält dasselbe folgende Zuschrift: ^.D e r i ch t i g u n g. Im Sprechsaal Ihres Blattes findet sich unter der Ueberschrift: „Die Juden im Heere" eine (auch von uns gebrachte Zuschrift), worin unter beleidigenden Ausfällen gegen mich behauptet.wird, daß ich ly meiner Reichstagsrede vom *l\ März gesagt haben soll: „ich hatte noch niemals einen tüchtigen jüdischen SWyten gesehen" und ferner' „dir ein ^udev; vÄieheüen^Chrenzr'nhen,' rnshesopdere Hg3 AserÄ Kreü'z, wären ' gewöhnlich — „Liebesgaben" gewesen. Beide Behauptungen sind völlig aus der Luft gegriffen, wie das amtliche Stenogramm. Seite.1603. Spalte 1, beweist. Ich habe im Gegenthcil. sogar anerkannt, daß ich einen ganz außerordentlich tüchtigen jüdischen Reserveoffizier kennen gelernt hätte. Den Ausdruck Liebesgaben habe ich überhaupt nicht gebraucht und auch keine Redewendung mit ähnlichem Sinne nusgesprochen." Liebermann v. Son.nenberg, Mitglied des Reichstages. , n. .. Frankfurt a. M. Die Zahl der von der Achawä, Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger ist.' Lehrer, Lehrer-Wittwen und -Waisen in Deutschland im verflossenen Jahre unterstützten Pensionäre hat sich von 102 auf 107 erhöht, darunter befinden sich 40 durch Altersschwäche oder sonstige Gebrechen dienstunfähig gewordene Lehrer mit größerer und kleinerer Familie, ferner 9 Wittwen mit 12 unmündigen Kindern, sowie 58 alleinstehende Wittwen. Außerdem wurden in besonders dringenden Fällen an 18 Parteien unserer aktiven Mitglieder auch außerordentliche Unterstützungen aus dem Reservefonds im Betrage von Mk. 1280 bewilligt. Ferner gelangten auch diesmal die Zinsen heS Spezial-Reservefonds im Betrage von Mk. 160 an einige Töchter früherer aktiver Mitglieder, die sich in bedrängten Verhältnissen befanden, zur Vertheilung. ' Die Summe der diesmaligen Jahresunterstühungen beträgt Mk. 19,575, in 130% Theilen zu je 160 Mark, und mit Hinzufügung der aus beiden Reserve- ' fonds belvilligten außergewöhnlichen Unterstützungen im Betrage von Mk. 1440, ergibt sich für'das Jahr 1903 eine Gesammt-Ausgabe von Mk. 21,051 gegen Mk. 19,860 im verflossenen Jahre. . .? '. . Das Vereinsvermögen beträgt jetzt nach Abzug der zur Verkeilung kommenden Summe 284,054.64 M» gegen 275,351.35 M. im vorigen Jahre. . Die Zahl der aktiven Mitglieder betrug Ende, des Jahres 1902 375. Ausgetreten ist ein Mitglied, dagegen ist ein Zuwachs von 11 neuen Mitgliedern zu verzeichnen. Die Zahl der aktiven Mitglieder beträgt Ende des Jahres 1903 379, während die Zahl der. Ehrenmitglieder sich durch die Bemühungen einiger'aktiven Mitglieder in erfreulicher Weise auf etwa-1200 erhöht hat-- - ' : ' Hamburg. Die Israelitische Krankenünsi Cterbekasse von 1881. (C^H. Nr. 135) hielt ibredie^ jährige Generalversammlung in Heitmanns Klublokäß Großer Neumarkt 21. unter-"-Bvrsih--''-des--.Herrn G o t t l i eb /.ab. Der Vorsitzende degru^tedie -ÄD »«elenden, und - gedächte zunächst däs-lm h'otigen-Jahä^ verstorbenen.Mitgliedes:'des Herrn 'D- L öwenrhä'ft' zu dessen Andenken sich die Versammlung von ihren - Platzen erhob. Die sodann vom Kassirer erstattete