Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 22 (17.3.1904)
- Date
- 1904-03-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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474 wieder hochgehalten werde in unseren Gotteshäusern. | Saget uns aber nicht, es Hilst ja doch nicht und Nie- ] mand höret auf uns! '2 »S jrrs Und sie werden I mir nicht glauben, sprach auch Mosche, unser Führer, zu Gott, und doch haben sie an ihn geglaubt, wie es heißt N2V |npD2l N2 utx*i. Wenn auch das Volk lange Zeit seinen geistigen Führern nicht mehr gehorchte, als sie .utoa waren, heute, wo schwere Gewitter am sozialen Himmel stehen und die nbro von onjra ihren Anfang wieder genommen haben, gibt es Viele, unter uns, die den Weg zum Herzen unseres Vaters im Himmel wieder finden möchten. Und dazu gibt es keinen besseren, als zu Gott innig und mit ganzem Herzen zu beten, daß er uns wieder reuig in Seine Vaterarme aufnehme — in lovo W '*» no nr® Und nun Israel, was verlangt denn Gott von Dir weiter, als daß Du das, was Du thust, aus Gottesfurcht thust! Die Leersten unter uns sind voll von mso pc*o und selbst die Neuesten unter uns halten viele Gebote Gottes. Weiter verlangt ja Gott nichts, als daß wir diese m» die wir ja doch thun, aus Gottesfurcht thun, wir gehen zweimal des Tages in die Synagoge, thun wir es doch mit Gottesfurcht, betragen wir uns dort, als wenn wir vor unserem Richter standen, laßt uns langsam beten und mit Andacht '.ibrrd T22 um brn®' dann werden sie bald verschwinden, diese antisemitischen Feinde und ihre Pläne werden zu Nichte werden, wie es heißt: 'w 121 ran -istch ns? nvs Rathet nur Rathschläge und sie werden zerstört, svrechet nur Drohungen und sie werden nicht bestehen, denn mit uns ist wieder — Gott. Wenn unsere Gotteshäuser nicht mehr der Platz fein werden, wo alle Tagesneuigkeiten ausgekrami werden, nicht mehr der Ort, wo alle faulen Witze und Reden vom Stapel laufen, auch nicht mehr der Ort, wo Gemeinde- und sonstige jüdische Angelegenheiten ihre Erledigung finden, sondern der Ort sein werden, wo unsere Gebete in Heiligkeit zum Allvater der Menschheit aufsteigen, in Reinheit und Demuth, wo die gekränkte und schmerzerfüllte Seele Ruhe und Trost findet, wo jedem Nichtisraeliten durch die Heiligkeit der Betenden Achtung vor unfern Gotteshäusern abgezwungen wird — dann wird die Weissagung unseres Stammvaters Jakob in Erfüllung gegangen sein, als er ausrief: v'wn ->ve» nn trpSt m err '2 nt px „Das ist nur ein Gotteshaus" und dadurch auch das Tbor des Himmels, durch das unsere Gebete Erhörung finden. Dann wird von hier aus die Heiligkeit hinausdrängen in unsere Häuser und was wir Gott in heiliger Stunde versprochen, das werden wir halten können, und Gott wird unser Gebet erhören und uns wieder Männer schicken, die uns lehren o*n n*nn eine Lehre, die lebendig wie eine Quelle, immer mächtiger hinausdringt in unsere Reihrn, alles befruchtend und belebend, damit wir' nicht möthig haben, unsere freie Zeit dem ban" zu widmen,, und wenn dann unsere Wett wieder auf den drei Fußen onon nVen rran rron steht, dann wird sich unser Vater im Himmel bald unserer erbarmen und zurückkehren zu seinen Kindern wen .tcto2. ZeitmrgsrrachriHlerr und Sorrespoudenze«. Deutschland. Berlin, 16. März. Juden sehen sich während ihrer Militärzeit bei der Beförderung zurückgesetzt, nicht etwa bloß in Ausnahmefällen, sondern allgemein. Das brachte der freisinnige Abgeordnete Eickhoff im Reichstage zur Sprache. Der Kriegsminister hat erst einige Tage später geantwortet, etwas verlegen und ausweichend. indem er sagte, dem Eintritt jüdischer Offiziere und Unteroffiziere in die Armee standen weder gesetzliche noch Verwaltungs bestimmungen entgegen. Diese Weisheit hätte der Kriegsminister nicht erst zu verkünden brauchen; denn thatsächlich findet eine Zulassung der Juden in Preußen nicht statt. Charakteristisch und lehrreich ist ein Fall, »en die „Bresl. Zeitung" mittheilt: Justizrath Feige in Breslau, Vorsitzender des dortigen Anwaltsvereins, hatte im Oktober v. I. ein Immediatgesuch an den König gerichtet, worin es hieß: „Mein ältester Sohn, Student der Rechte. Ernst Feige, hat vor wenigen Tagen bei dem Schles. Feldartillerie-Regiment Nr. 6 v. Peucker den Dienst als Einjährig-Freiwillger beendet. Die Beförderung zum Unteroffizer und die Befähigung zum Reserveoffizier ist von ihm nicht erreicht worden, obwohl seine Führung tadellos war und obwohl er seine Schuldigkeit im vollen Umfange gethan hat. gleich seinen beförderten Kameraden. Aber er ist Jude. Ich empfinde diese Zurücksetzung um so schwerer, als ich selbst den Krieg gegen Frankreich mitgemacht, mir das eiserne Kreuz erworben habe und Offizier geworden bin. Der Stand, dem ich angehöre, und dir Achtung, welche ich genieße, gestatten mir. meine Ehre derjenigen jedes andern Vaters gleichzuachten, dessen Söhne der Aufnahme in den Offiziersstand für würdig erachtet werden. Es wäre nutzlos, wenn ich mich an eine andere hochstehende Person als an Ew. Kaisers. Majestät wenden wollte. Nur ein Wort Ew. Majestät vermag diesen Zustand zu beseitigen oder zu erhalten, welcher eine ganze Volksklasse mit der Schmach der Minderwertigkeit belastet.. Als treuer Staatsbürger und alter Soldat wende ich mich an Ew. Majestät mit der Bitte, diese ebenso ehrenrührige wie nntrrdünle Zurücksetzung zu beseitigen." Auf dieses Immediatgesuch ist ein Bescheid vom Generalkommando des VI. Armeekorps gekommen, in dem als Grund der Nichtbeförderung angegeben..wird, daß der Betreffende „den an einen Vyrgesetzten zu