Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 22 (17.3.1904)
- Date
- 1904-03-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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M 22, 45. Jahrgang. Aentrak-Hrgan für das orthodoxe Iudenlyum. Begründet vo« Id». Detzrrrsrrrr in HTstttZ. Dotttrerstag, de« 1. Nifan 5664. 17. März 1964. Gebrechen der Zeit. (Schluß). ■miay Anschließend an den schon erwähnten Vers: orto, c'ro rates H inn. Ihr sollt mir sein ein Reich von Priestern, bemerken wir, daß es hauptsächlich in der Hand des Dorbeters liegt, die Gemeinde andächtig zu stimmen und den Zuhörern schon von selbst nach und nach die r.rz beizubringen. Wenn wir wissen wollen, wie wir beten sollen, so dürfen wir nur unser Morgen- Gebet auffchlagen und wir finden dann dort, wie die Diener Gottes ihn im Himmel loben: cW7 'w Sie heiligen ihren Schöpfer in höchster Ruhe, mit auserlesener Sprache, mit wohllautender Stimme, in Heiligkeit und alle wie einer «antworten ste und sprechen mit Gottesfurcht: heilig, heilig, heilig ist Gr." Wir sollen ebenso beten: in höchster Ruhe. Die Ruhe ist das Zeichen der Heiligkeit, und daher ist es das erste Erforderniß eines Gotteshauses, daß in demselben Niemand Lurch lautes Sprechen, Lärmen oder übermäßiges Geräusch in seinem Gebet gestört werde; aber auch außer der Zeit des Gebetes ist die Ruhe des Gotteshauses das Zeichen, daß hier der Höchste, rra Seinen Wohnsitz aufgeschlagen hat *ui rt rra 16 *3. Wir sollen auch beten mit auserlesener Sprache. Unsere Sprache sei schön und deutlich; dazu gehört, daß wir nicht hastig unsere Gebete ableiern, wobei wir dann die Worte zum Theil verschlucken, größtentheils aber gedankenlos über unsere Lippen gleiten lassen, ohne daß sie unser Herz erwärmen, unsere Sinne auf Gott richten und unser Gebet zu einem jnp machen. Es ist natürlich, daß wir uns, wenn wir Gott sozusagen unser Gebet vor die Fuße werfen, auf Erhörung keine große Hoffnung machen können; daß wir Gott aber auch beleidigen und Seine Ehre geringschätzen, ist zweifellos, denn mit Fürsten würden wir nicht so zu sprechen wagen. Besonders ist diese üble Gewohnheit bei unS sehr eingerissen und ist oft in einer Stadt, wo mehrere Synagogen sind, das reinste Wettrennen, wer von den Vorbetern am raschesten die vorgeschriebenen Gebete herunterleiern lassen kann. Was soll denn ein solcher Wettlauf eigentlich bedeuten?! Gottesdienst ist das keiner mehr, und zu einer solchen nrchtsbedeutenden Ceremonie brauchte man sich eigentlich gar nicht in die Synagoge zu bemühen, und wenn es schon hundert Jahre so gemacht worden ist, so ist es hundert Jahre lang eine Verachtung der tos Gottes gewesen, denn so sprechen wir nicht einmal mit einem Diener des Königs, geschweige mit dem König selber. nro rr» 'niD rr», Wo ist denn eigentlich meine Ehre und meine Furcht? ruft die rw» aus, meine Engel sagen, sie wäre auf der Erde, und hier kennt man sie nicht! — Wir sollen auch beten mit wohllautender Stimme, nicht schreiend und gestikulirend, nicht unsere Gedanken mehr auf den Ton, wie auf den Text richtend, sondern in bittendem, demüthigem Tonfall der Stimme sollen wir Gott das «Geschenk unserer Lippen" überreichen; «in Heiligkeit und Alle wie Einer," nicht Einer irm«? “|ra, der Andere new und der Dritte (bei) rsne» haltend, sondern wie aus einem Munde und mit „Gottesfurcht". Das Letzte ist die Hauptsache, denn in ihm conzentrircn sich alle anderen Eigenschaften, und wer mit Gottesfurcht betet, dem haben wir nichts mehr anzuempfehlen. An Euch, Ihre Rabbiner und Lehrer auf dem Lande, an Euch, Ihr onrui o'ipt Ihr Vornehmen und Gelehrten ist es, wieder eine Aenderung in unseren Gotteshäusern hervorzubringen. Ihr solltet Euren Gemeindemitgliedern sagen rn uwc *pTr rx den Weg, den sie gehen sollen, damit die ’n die Ehre Gottes,