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Der Israelit · 1904-03-10 · Heft 20 (10.3.1904) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 20 (10.3.1904)
Date
1904-03-10
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Gottes Ehre weilt, wollen wir dazu ubergehen, zu prüfen, ob wir auch diese uns zur Hut übergebene Ehre Gottes richtig wahren oder nicht. •miay Visa?nh«Ut» in n) eitm) )t§ Mtfliuittf Ist, wie wir in unserem ersten Artikel bemerkten. die Sammlung unseres Geistes beim Gebete zu einem höheren Aufschwünge eine der Zwecke der nb'vri, so ist es selbstverständlich, daß wir alle Mittel ergreifen müssen, um die Concentrirung unserer Gedanken auf diesen Zweck zu ermöglichen, und wenn wir daher uns losreißen von unseren Hausern und Geschäften, so kostet es uns große Mühe, unsere Gedanken auf das Gebet zu richten, denn das Gehirn reproduzirt sehr häufig die Eindrücke, die wir kurz vorher gehabt haben, und sehr oft können wir uns ertappen, daß wir kurz nach Beginn des Gebets wieder über ein Thema Nachdenken, das wir vorher besprochen haben. Wie aber können wir es entschuldigen, daß wir uns, wenn wir vor Beginn des Gottesdienstes zur Synagoge kommen, über alle Tagesneuigkeiten erkundigen, nra mca pzb naexn nx unfern Geist mit den nichtigsten Dingen anfüllen und uns darin so vertiefen, daß wir oft daraus erst erwachen, wenn wir den Vorbeter das Kadilch sagen hören!! Dann stürzen wir rasch in die Spnagoge, um in fliegender Eile ungefähr auszudrücken: Lieber Gott, ich habe keine Zeit und keinen Kovf, zu Dir zu beten, gib mir Alles, was ich brauche. Du wirst's hoffentlich nicht so genau nehmen. etc.nr^v2 ntn? und dann gehen wir aus und (oft haben wir es sehen müssen), gleich wird das angefangene Gespräch mit dem Nachbar wieder ausgenommen und man begreift gar nicht, warum denn heute der Chasan so ewig lang braucht zu seinem! Der Mann träumt wohl gar! Eine solche mm rtmal (Mit solchem nma maan könnten wir vielleicht bald beweisen, daß das ganze Beten eine xTaan rma sei). Doch wir kennen Leute, die sich nur mit Angelegenheiten belassen, die die Gemeinde. Schule oder sonstige allgemein iüdilche Angelegenheiten hetreffen und glauben, daß dies dir nöthige Rücksichtnahme auf die *Toa von Gott entbehrlich mache, und deßhalb ungenirt um das Gebet, das die übrige Gemeinde zu ihrem Vater im Himmel emvorschickt. ruhig, manchmal auch l a u t ihr Gespräch fortsetzen. Ist denn aber dies der Ort. wo wir derartige Angelegenheiten besprechen dürfen? Haben wir dafür denn nicht Gemeindehäuser oder andere Gelegenheiten? Dürfen wir deßllalb die Ehre Gottes, die uns höber steht, als alles Ändere, preisgeben, die Andacht Anderer stören und das Gotteshaus profanisiren!! Ja, wir haben Synaaogen gesellen, wo man beim Eintritt vor dem r^za-Gellet die meisten der Anwesenden in Gruppen vertheilt finden konnte, welche so laut sprachen, daß man glaubte, in ein Kaffeehaus oder in eine Börse gekommen zu sein, so summte und brummte es an unser Ohr. Das soll noch ein Gotteshaus sein?! ss manpn Nehme doch einmal Audienz bei deinem Fürsten und trete ihm so vor das Angesicht. Werden wir uns nicht mäuschenstill in dessen Vorzimmern verhalten und stets in Gedanken sein, wie wir ihm unsere Bitten vortragen wollen, und hier, wo wir vor dem König oller Könige stehen, der uns jeden Augenblick beobachtet und alle Gedanken unseres Herzens kennt, wagen wir es. die bei dem geringsten Schmerz »ach Gott" rufen, alle Rücksichten auf -naa außer Acht zu lassen, und während wir beim Eintritt sagen ava rst -pan »Ich komme zu Dir. o Gott.- nur durch Deine Gnade kann ich in Dein Haus kommen, ich bücke mich vor Dir in »Ehrfurcht" — plaudern wir lustig im nächsten Augenblick über die nichtigsten Dinge! Doch nein, so sind wir nicht Alle, wir haben noch Leute genug, die freiwillig die Ruhe des Gotteshauses nicht stören und am liebsten ungestört bleiben. Allein, was sollen wir machen, wenn reiche und angesehene Männer uns aufsuchen und uns ansprechen? Hier können wir ja nicht ausweichen, und erzürnen können wir doch diese Leute auch nicht!! Gott spricht jedoch zu uns: Du sollst keine fremden Götter vor mir haben; nicht nur Götter aus Holz und Stein, sondern jedes Geschöpf, dem wir mehr Gehorsam leisten, als Ihm, dem einzigen Herrn über uns Alle. Wenn wir das schon im Leben, uberhau Pt nicht dürfen, um wie viel mehr erst an dem Ort. zu welchem wir kommen, um Gott zu ehren Äipr» n -naa pa hier ist reich und arm. hoch und niedrig gleich, hier ist alles Geschöpf Gottes, erschaffen zu Seiner Ehre, und Niemanden sollten wir hier Ehre erweisen, als Ihm allein, in dessen Haus wir uns befinden. Und diejenigen, die durch ihr Ansehen andere zu einer solchen Beleidigung Gottes veranlassen, fürchten sie nicht, wie einst unser Stammvater Jakob, der sich nicht in Aegypten begraben ließ, weil er fürchtete, man könnte ihm göttliche Verehrung zollen, und Gott macht sich bezahlt nicht nur von den amrsy Anbetern, sondern auch von den Dnaw Angebeteten?? Ja, werden die werthen Leser wohl sagen, wir sind doch keine rnaxbs, wir sind doch Menschen, die nicht Alles immer so genau nehmen können, und amen können wir nicht Alle sein! Ja freilich! Schon Jakob, unser Stammvater, rief aus, als er im Traum das Heiligthum erblickte: nrr trpan »ay na wie furchtbar ist dieser OrtN Es ist keine Kleinigkeit, Gottes Ehre immer zu wahren, allein der Prophet Jesaias ruft schon dem Volke zu rwnro) «an -a ui rMrb »Wenn ihr kommt, mein Angesicht zu schauen, wer ruft euch denn, meine Höfe zu zertreten?" Und wenn wir glauben, wir können uns überhaupt nicht ruhig verhalten,-warum bewahren wir doch de»

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