Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 19 (7.3.1904)
- Date
- 1904-03-07
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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411 cp*» mit Berständniß sagen, so wird unwillkürlich die in jedem derselben enthaltene Darstellung der hocherhabenen Eigenschaften Gottes so auf unser Gemüth wirken, daß bereits alle-uns störenden Gedanken an unsere täglichen Beschäftigungen von uns gewichen, und wird unsere Seele so geläutert sein, daß in ihr nur der eine Gedanke vorherrscht, sich hinaufzuschwingen auf den Fittigen des Gebetes zu Gott und sich vor Seinem Throne hinzuwerfen, um Ihn anzubeten in freudigem Erglühen Wenn unsere Seele im Gebete einen solchen Aufschwung nimmt, daß sie sich vor dem Throne des Allmächtigen wähnend, alles Irdische abstreifend, nur in der Anbeteung Gottes versunken, in heiliger Begeisterung erglüht, dann fallen die arz+p) die Flecken derselben, hervorgebracht durch unsere Sünden, von ihr wie Schuppen, und wie wir ein Geschirr durch Ausglühen reinigen und läutern, so wird unsere Seele gereinigt und geläutert, und das sind die Srtr die Feueropfer Israels, welche Gott als „höchstes Ideal", als ,nrr>; nn bezeichnet. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Berlin. Einen ungemein interessanten und lehrreichen Einblick in das Thierleben Deutsch-Ostafrikas gewährte der Vortrag, den vor einigen Tagen der Afrikareisende E. G. S ch i l l i n g s im Hörsaale der königl. Kriegsakademie hielt. Die Veranstaltung stand unter dem Protektorate der Gemahlin des Reichskanzlers. Gräfin von Bülow. der Herzogin von Natibor und des Herzogs Adolf Friedrich von Mecklenburg, ihr Ertrag, der zweifellos recht erheblich war. da sich eine sehr zahlreiche, den ersten Gesellschaftskreisen ungehörige Zuhörerschaft eingefunden hatte, war für die Kranken- und Verwundeten in Deutsch-Südwestafrika bestimmt. Herr Schillings kündigte außerdem an. daß demnächst ein Buch des Hauptmanns Merker von der ostafrikanischen Schuhtruppe erscheinen werde, worin Merker, der Chef der Station Moschi am Kili mandjaro ist. den Nachweis zu führen versucht, daß die Massai einer der verlorenen Stämme Israels seien. Die von der Mission unbeeinflußte Tradition der Massai deckte sich in auffälliger Weise mit den Angaben des Alten Testaments. Man darf auf das Erscheinen des Merker'schen Buches gespannt sein. Ob seine Behauptungen vor der wissenschaftlichen Kritik werden standhalten können, wird die Zukunft lehren müssen. Berlin, 5. WäT$. Im Reichstag appellirte Herr Eickhoff an den Kriegsminister, daß alle aus den Kreisen des Bürgerthums ohne Unterschied des Berufs, der Abstammung, Konfeffron und politischen Richtung, zur militärischen Laufbahn zugelaffen werden sollest,^ und schilderte im allgemeinen und an der Hand einzel/ ner Fälle, wie gegen diesen verfassungsrechtlichen und in' Kabinettsordres ausgesprochenen Grundsatz, namentlich gegen die Juden gehandelt wird. Die Verhandlung wurde dann vertagt. Ob der Kriegsminister auf diese Rede antworten wird, ist zweifelhaft. / Es gibt/ leider Dinge, die mächtiger sind als ein Kriegsmsnister» , selbst wenn er guten Willen hätte. Hannover, 5. März. Der Telegraph hak bereits die Nachricht vom &obe des Grafen Walderstt überall hingebracht und die politischen Blätter haben seine Bedeutung als Feldherr und als Politiker bereits, genügend gewürdigt. Nach außen trat die politische Seite seiner Beziehungen zum deutschen Kaiser, dessen. Lehrer er gewesen war. züm ersten Mal hervor, durch die belannte Konferenz in der Wohnung Walderse.esam 22. November 1887 zu Gunsten der Stöcker'schen.. Ctadtmiffion. an der auch Prinz Wilhelm theilnahm.. Hier wurde die Stadtmission als wirksames Mittel,, gegen umstürzlerrsche Tendenzen empfohlen, und auch.5 Prinz Wilhelm trat für Unterstützung des christlichsozialen Gedankens ein. Wir erinnern uns noch sehr > genau, welche furchtbare Depression diese Thatsache in den Gemüthern unserer Glaubensgenossen hervorrief. Ein Aufruf für die Stocker'sche Stadtmission war die Folge dieser Versammlung und allüberall befürchtete man, daß wenn Prinz Wilhelm auf den Thron gelangte. er auch weiter dieser hochkonservativ-orthodoxantisemitischen Richtung huldigen werde. Aber die überaus ungeschickte Fruktifizirung dieser Versamm- ' lung für die Stöckerei und Muckerei rief bald starles Mißtrauen hervor, und sie hat wohl dazu beigetragen. daß der Kaiser sich spater von der Führung * Waldersees freimachte. . Späterhin wurde es niemals mehr bekannt, daß Waldersee irgendwelche Beziehungen zu den Antisemiten. 4 gehabt hat. Im Gegentheil wohnte er öfters den jüdischen Gottesdiensten an den hohen Feiertagen .in Altona und Hannover bei, und verkehrte er auch noch vor nicht langer Zeit bei dem bekannten Geheimrath Goldberger in Berlin. Wenn sein Ehrgeiz in Erfüllung gegangen und er Reichskanzler geworden wäre, hätten wir Juden wohl kaum etwas von ihm zu furchten gehabt. O t fl e r 11A <$; Wien, 2. März. Die 20-jähtige Schankers-' tochter Sara Altbach war am Vorabende bes' Ver-. söhnungstages vom Maurer Kasimir Vzga. mit ihrelr;' Einverständnisse, nach Przmysl gebracht, wö sie mit Genehmigung des Bischofs getauft wurde, dann wurde sie vom Bruder des Verführers. Franz Vzga, nach Neusandec gebracht. Von dort aus richtete das Mäd-