Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 18 (3.3.1904)
- Date
- 1904-03-03
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Mt* i)uibluiieiitnb Geuieindevorsteher. Nachdem ber Jtantor das Ma rowu und das übliche Kaisor-Gebet vorgerragen Heine, bestieg Rabbiner R a d n e r die Ranzel. In ergreifenden Worten schilderte er die Verdienste des Verblichenen, dessen Rainen die Anstalt verewig: und den Wohlrhätigteirssinn der edlen Spenderin und deren Rinder. Der Oberbürgermeister verlas hieraus die Schenkungs-Urkunde und überreichte mix Sorieii der Anerkennung-und des Dankes der Stisterin bezw. deren Sohn, dein Leiter der Finna, Herrn Alber: Sachs, eine von dem Gemeindevorstande verfaßte Adreffe. Mi: den: Seelengebe: Elmole Nachanün! rvar der feierliche Air beendet. Ein Festmahl, an dem auch der Oberbürgermeister und andere höhere Beamte theilnahmen, beschloß den Freuden- und Gedenktag. Die Anstalt, ein massives, imposantes Haus mit Nebengebäuden, in gesunder Gegend, von Wald umgeben, ist nach allen Vorschriften der modernen Hygieine eingerichret, ha: einen Betsaal, Thorarollen u. s. w. Die Sristerin versah die Anstal: mir allem Rorhwendigen: Möbel, Be::en, Wäsche, Wirthschafisgerä:he und Badehaus. Die am Tage der Eröffnung ausgenommenen 50 Personen wurden zu Ehren des Tages vollständig neu eingekleidet. Möchte dieses schöne Beispiel aus andere Gemeinden des nveiten ' ireiches anregend wirken, dadurch wird sich das Wort: ' nen-b p'-s -o: „das Andenken des Gerechten gereich: zum Segen" an den Verblichenen, dem dieses .vi > aeweiht, bewähren. (Jüd. Pr.) > Palästina. Jerusalem. Der in Karlsruhe verstorbene Philanthrop Samuel Straus war ein besonders großer Wohlthäter und Gönner der hiesigen Institutionen. Sein Tod ha: daher in allen Kreisen der hl. Stad: tiefste Trauer hervorgerufen, und die Klage um ihn war eine allgemeine. Er harre ein großes Haus angeraust zu Freiwohnungen für Talmudgelehrien, das mir der Einrichtung an 70,000 Francs rostete. Dortselbst erössnete er eine Knabenschule nach den Angaben seines Freundes Rabbi Simchah Süßel für das Thorastudium: die Unterhaltung der Schule bestritt er aus eigenen Mitteln. Für die Pilgerwohnungen und das Hospital „Schaare Zeder" war er mir großem Eifer und großem Erfolge thäiig. Sein Tod wurde dahier in verschiedenen Hespedim beklagt, so von Rabbi Hirsch Lewiwn in der von dem Verstorbenen gegründeten Ieschiboh Or Chodosch, von Rabbi Sonnenfelb und Rabbi Mordechai Zwi in der \ Synagoge der Pilgerwohnungen, und vom Leiter der. j Ieschiboh Meoh Scheorim. ty c u i i l c i 0 n. Ecchrheit und Wichtung. Von Friedrich Mott. ^>>5 „Die Kleine ist recht vergnüg: und ist dort, wo sie je'g: ist, in den besten Händen, so daß wir hoffen können, sie in einigen Wochen wieder wohlauf zu sehen. Aber Herr Erünwald, ich dar: Ihnen nicht verhehlen, es war die höchste Zeit, daß Sie heimgekommen sind. Sagen Sie mir um's Himmelswillen, warum haben Sie das Kind, das, wie Sie wissen, mir allen Fasern seines kleinen Herzchens an dem häng:, was Ihr Bann es gelehr: hat, warum haben Sie das taufen lassen? Sie mußten doch wissen, daß die Kleine sich mir Händen und Füßen dagegen sträuben würde, und bei ihrer Zartheit —" Grunwald wechseln die Farbe. „Es ist gegen meinen Willen und sogar ohne mein Wissen geschehen —“* „Was?" rief der Arzt, „gegen Ihren Willen und ohne Ihr Wissen ist Ihr Stirtb getauft worden? — Aber wie ist das möglich?" „Meine Frau behaupten, aus Irrthum — und um des Friedens willen will ich an einen Irrrhum glauben. Ich habe erst gestern Abend, nachdem ich das Kind bert' ' der F des Verwalters gebrach: hatte, von der Taufe desselben erfahren." Ter Arz: wiegte staunend das Haupt. „Das baue ich nicht für möglich gehalten. Aber H t_ fuhr er nach längerer Pause forr, „daß Sie um des lieben Friedens willen stich zu mancherlei Konzessionen bereit finden lassen, das begreife ich, doch ich n:uß Sie warnen, auch in dieser an und für sich löblichen Beziehung nicht zu weit zu gehen, sonst — richten Sie Ihr Kind zu Grunde." Grünwald erblaßte und schien reden zu wollen, der Andere kam ihm zuoor. „Da Sie von der ganzen Geschichte erst gestern Abend erfahren haben, so wird Ihnen vermurhlich auch nicht bekannt sein, daß die Kleine aus dem Heimweg von der Kirche aus dem Wagen har springen wollen, und sie soll in ihrer Verzweiflung geschrieen haben, daß es einen Auslaus gegeben hat." „Das habe ich nicht gewußt," sagte der Bankier : gepreßt, „meine Frau behauptete im Gegentheil, daß j das Kind sich gar nichts daraus mache, daß es gerauft jj ist; daß es erklärt Hai, trotz der paar Tropfen Wasser wäre es doch Jüdin." Der Doktor zuckte die Achseln. „Das dürste stinimen, die Kleine hat es doch auch bewiesen, daß sie sich als Jüdin betrachtet. Und wenn wir über die