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Der Israelit · 1904-03-03 · Heft 18 (3.3.1904) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 18 (3.3.1904)
Date
1904-03-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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erfien Stiftungsfest zeigte ein korrekt ausgeführter Reigen den Erfolg der Stunde. Mir großer Freude detheiligten sich die Mitglieder an den praktischen Arbeiten, und manches Kleid, manche Bluse und gar viele Hüte verdanken ihre Entstehung dem Club. Es sind immer hilfsbereite Hände da, die jungen Mädchen anzulellen, Neues zu verfertigen und Altes wieder herzuftellen. Mit großem Eifer walte: der Vergnügungs-Ausschuß seines Amtes. Fast regelmäßig alle vierzehn Tage im Winter veranstaltet er einen Unterhaltungsaöend, der rheils Vorträge belehrenden Inhalts, theils musikalische oder derlamarorische Vorführungen bringt. Fachleute, Künstler und Dilettanten haben sich bereit erklärt,- an diesen Abenden mitzuwirken, und wir danken ihnen herzlich für ihre große Eure. Im Sommer unternahm der Vergnügungs-Ausschuß einen Ausflug mit den Mitgliedern, der zur allgemeinen Befriedigung verlief. Eine reiche, zum größten Theil geschenkte Bibliothek gewährt den Mitgliedern eine angenehme Unterhaltung. Die Bibliothekskommistion hat nach den Vorbildern der besten Bibliotheken die große Anzahl der Bücher karokogistrr und unterzieh: sich der Mühe, die Bibliothek in gutem Stand zu erhallen und Lücken auszufüllen. Im Winterhalbjahre wurden auf Wunsch der Clubmitglieder die Bücher von Donnerstag bis Montag ausgelirhen, eine Einrichtung, die sich großen Anspruchs erfreut. — Der Bericht der Hausbaltunaskommiffivn gibt eine Uebersich: über die Verköstigung der Mitglieder. Die Möglichkeit, am behaglichen Tisch eine Mahlzeit einzunehmen, bilde: sicher, vielleicht für manches Mädchen unbewußt, eine große Anziehungskraft des Clubs. Die Aufnahmekommifsion berichtet am Schluffe ebenfalls über ihre Thäiigkeit, sodaß wir hier nur auf ihren Bericht zu verweisen brauchen; aus ihrer statistischen Aufstellung können wir ein ungefähres Bild der Verufsthätigkeit unserer Mitglieder zusammen stellen. Er ergibt sich daraus, daß die meisten in hiesigen Engros- und Detailgeschäften als Buchhalterinnen und Verkäuferinnen thätig sind; viele arbeiten als Kleider¬ und Putzmacherinnen, andere führen den Haushalt ihrer Ellern u. s. f. Wir hoffen, daß der Kreis derer, die im Klub einen Erfaß oder eine Ergänzung für ihr Elternhaus suchen und finden werden, sich stets vergrößern (Wir bitten die hiesigen Arbeitgeber, ihre Angestellten, dir oft.noch nichts von der nützlichen Einrichtung wißen, auf dieselbe aufmerksam zu machen; denn da die Mädchen sich stets in guter Gesellschaft befinden, da ihnen mehr Anregung als Zerstreuung geboten wird, gereicht der Aufenthalt im Club auch den Arbeitgebern zum Voriheil.) Wir glauben, daß das erste Lebensjahr des Clubs uns gelehrt bat, wie Manches zu verbessern ist, und wir hoffen, daß es uns gelingt, ihn immer besser auszugest allen. Es dräng: uns zum Schluß, allen denen zu danken, die uns durch ihre persönliche und ihre materielle Hilfe bis hierher gebracht haben. In erster Linie sind wir dem Vorstand der Haushal:ungsschule und den Eigenihümern des Hauses Fahrgasse 146, den Herren Baron von Rothschild, zu großem Dank verpflichte: für die lleberlassung unseres Clublokals, ferner der Verwaltungs-Kommission der Freiherrlich Wilhelm; Carl von Rothschild'schen Stiftung für die gütige Zu-.! Weisung einer Subvention von Mk. 1000. Noch mehr! aber haben wir den helfenden Damen zu danken, denn; wir alle wissen, daß das Gelingen der Clubarbeit von j der Mitarbeit der Helferinnen abhängig ist. Große; Anforderungen an die persönliche Qpferwilligkei: wer-; den gestellt. Kraft. Zeit und das Aufgeben des eigenen Vergnügens und Behagens mutzten fortwährend verlangt werden; doch in dem Gedeihen der Arbeit, die besonders durch den persönlichen Einfluß der Helfenden gewinnt, liegt die Freude. Der Vorstand besteht aus: Frl. Elise Höchst a e d t e r , Vorsitzende. Frl. Bertha Pappenheim, erste stellv. Vorsitzende. Frl. R. W e i ß . zweite stellv. Vorsitzende. Frau Clem. C r a m e r, Kassenfübrerin. Frl. F. H e y m a n n ,. stellv. Kassenführerin. Frl. Rahel S u l z b a ch . Schriftführerin. Frl. K ö n i g s b e r g e r , stellv. Schriftführerin. Frau A. W e i l l, Gegenschreiberin. Frl. Anna A m st e r , Frau Luise Soldschmidi, Frl. Lina Spieß und Frl. G. Wölpe Veisttzende. Tübingen. Die hiesige Studentenschaft hat in c:r.<.r Ver:re:erversainmlung fämmilicher Sarisfaktion gebenden Korporationen den Beschluß gesaß:, keinem Ang...or.g^n einer jüdischen Verbindung mehr Satisfakeion zu geben. Da die Zahl der Juden aus hiesiger Hochschule in legrer Zeir bedeutend zugenommen hat, ft. daß man dem Entstehen einer jüdischen Verbindung hier en:geg,.nfehen konnte, war schon vor einiger Zeit eine Li::e an das Universitätsamt gerichtet worden, eine solche Korporation nicht zu genehmigen. Das Universtiätsamt Halle sich aber dahin ausgesprochen, der etwaigen Gründung einer jüdischen Verbindung nichts in den Weg zu legen. KönigMbcrg. Die „Königsöerger Hartung'sche Zeitung" schreibt: Zu dem Thema „Kant und Mendelssohn" gehen uns aus dem Leserkreise noch interessant, dem August Lewald'schen Buche „Ein Menschenleben" entnommene Miitheilungen über eine per-, senliche Begegnung der beiden Philosophen in Königsberg zu. Moses Mendelssohn befand sich im August 1777 aus der Durchreise nach Memel, wo er geschäftlich zu :hun hatte, und benützte die Gelegenheit, ein, paar Kollegien Kants zu besuchen. Lewald erzählt darüber:

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