Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 18 (3.3.1904)
- Date
- 1904-03-03
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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383 iMboii Damit gleichsam Gott entsühnt. Und mle >L-.;r glauben, ist die erste Lehre, das; wir bescheiden nnrden müssen in unseren Anforderungen an die Welt ihre Genüsse, damit wir in Wahrheit und Wirkliänei: ein Volk Gottes werden. Nichts soll uns von -nuferer Aufgabe ablenken anpi rsn hts auf den'Mond ,',-gstm wir blicken und dem Ziele der Heiligkeit zuüreoen. Und war zzb mn dieser Mond wann irr-n euer Vorbild, so zzb ran rnnnn ist der Frühlings- -aonat euer, dann seid ihr vorbereitet für das Fest des jüdischen Volksfrühlings und ihr könnt in Wahrheit dieses Fest als das Fest der Befreiung begehen, denn seid ihr auch körperlich nicht frei, drücken auch heute noch Fesseln die Hände, die nicht minder schwer sind, als die Fesseln Egyptens, die geistige Freiheit, die wir errungen, kann uns Niemand rauben, und.als geistig freie Menschen arbeiten wir weiter an der Befreiung der Menschheit von Fesseln, die weit schlimmer sind, als sie uns anzulegen vermögen, von Fesseln der geistigen Knechtschaft, wir arbeiten an der Befreiung unserer Unterdrücker, und haben wir ste befreit, so haben wir unsere Aufgabe gelöst — und mvi> rm örnrr auch dann wird der Mond, der der Sonne gleich sein wird, unser Vorbild fein, denn an jenem Tage werden uns die Völker freiwillig bezeugen, daß wir das Volk Gottes waren und sind — und unsere Aufgabe, wird dann eine Auszeichnung werden. Ze^rrrrZsrrLHrßchüerr rrud CorrespsrrderrLN. Deutschland. Frankfurt a. M. Dem ersten Jahresbericht des hiesigen „Mädchen-Club" entnehmen wir: Nach Ablauf unseres ersten Lereinsjahres ist es für uns eine angenehme Pflicht, den Mitgliedern und Freunden des Mädchenklubs einen Bericht über feine Entstehung und fein Wirten zu geben. Aus der Thätigkeir der weiblichen Fürsorge (Abteilung des israelitischen Hilfsvereins) hat sich für die beobachtenden Männer und Frauen die Notwendigkeit ergeben, nach englischem Muster (Girlsklub) die Einrichtung eines Mädchenklubs anzuregen und zu üestirworien. Die Erkenntnis; der Gefahren des Großstad:- lebens machten es besonders wünschenswerih, für junge Mädchen, die im Berufe stehen, eine Stätte zu schaffen, die ihnen als Erfass und Ergänzung des Elternhauses . diene, behagliche Bäume, in denen sie ihre Abende in , Uöhlicher und anregender Gesellschaft zubringen tönnen. j k j- Die konstituirende Versammlung zur Gründung des Mädchenklubs fand am 14. Oktober 1902 statt. Ein Geschenk von fünftausend Mart, das Herr Charles L. Hallgarten in hochherziger Weife für den Zweck widmere, die'Bereitwilligkeit vieler Frauen und Mädchen, ihre Kraft in den Dienst der Sache zu stellen, bewirkten, daß wir am 25. Dezember 1902 mit einer schönen Feier den Club eröffnen konnten, der seitdem vielen jungen Mädchen am Abend und an freien Nachmittagen eine willkommene Erholung-- und FortLildungsstätte bietet. Obwohl wir den nicht genug zu schätzenden Bortheil hatten, viele freiwillige Helferinnen zu gewinnen, die mit großer Bereitwilligkeit ihre Kraft dem Club widmeten, sahen wir doch bald, daß es nothwendig fei, eine Leiterin anzustellen, damit den Mädchen Gelegenheit geboten ist, fick) mit ihren Wünschen und Sorgen jederzeit an diese zu wenden. In Fräulein Neumüller haben wir gleich im ersten Mona: eine bewährte Kraft gefunden, die mit Liebe und Berständniß ihres Amtes waltet und sich dadurch die Zuneigung der Mitglieder gewonnen hat. Sie leitet die laufenden Geschäfte des Clubs und erthrilt einige Unterrichtsstunden. Ueöer den Besuch des Clubs gibt die angefügie Aufstellung eine Ueberficht. Beim ersten Ueberülick könnte es befremdlich scheinen, daß der Besuch aögen.ommen hat, doch ist die Tharsache darauf zurückzuführen, daß anfangs eine große Zahl Neugieriger ungezogen wurde, die den Club bald wieder verließen. Im Dezember, wenn die offenen Geschäfte, denen die meisten unserer Cluömitglieder angehören, vermehrte Arbeit haben, nimmt naturgemäß der Besuch des Clubs ab. In: Sommer, wenn das schöne Werter tn's Freie lockt, blieben unsere Bäume auch ziemlich leer, was uns verankaßre, nach vorausgegangener Umfrage bei den Clubmitgliedern, den Club für vier Wochen zu schließen. Wahrend der warmen Jahreszeit hatten wir an Samstag und Sonntag Nachmittagen den Garten der Loge zum Frankfurter Adler zur Verfügung, wofür wir an dieser Stelle bestens banken. Die Thätigkei: des Clubs begann am 2. Januar 1903. Die freiwilligen Helferinnen, die sich in die Arbeit der Aufsicht und des Unterrichts iheilten, bildeten bald eine Anzahl Ausschüsse, die zum Theil getrennt, zum Theil gemeinsam arbeiteten und von Zeit zu Zeit in größeren Sitzungen dem Vorstand ihre Erfahrungen mittheilten und ihre Meinungen untereinander austaufchren. Das Wirken der verschiedenen Kommissionen wird ersichtlich aus den Berichten der einzelnen, auf die wir hiermit verwetten. Die Beteiligung an den Stunden war rege; es erhellt daraus, daß der Unterricht zu den Einrichtungen des Clubs gehört, die den Mädchen wohl die größte Sympathie abgewinni; besonderen Anklang findet die Turnstunde, die zweimal wöchentlich statrfindei und für die im Winter eine Lehrerin eingestellt wurde. Gerätheturnen und Reigen werden geübt; am