Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 18 (3.3.1904)
- Date
- 1904-03-03
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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382 Volk, daß Sieg und Niederlage nicht durch Waffengewalt entschieden werden, sondern durch Gott. - rrnx vte lautet die Zweite Bezeichnung der Befreiung. Gon allein ist e». der unZ errettet Hai, Er allein ist es, der erretten rann, Er allein hilft denen, die ihren Blick in die Höhe richten, die sich dessen bewußr sind, daß Sein die Welt und ihre Geschöpfe, daß Sein der Sieg^. daß Er die Geschicke der Menschheit leitet und lenk:, lind wenn bn einst ruhig und in Frieden in deinem Lande wohnen wirst und du dir, deiner Tapferkeit diese Erfolge zuzuschreiben geneigt sein wirst, so kämpfe gegen diese Neigung an, denn eine derartige Anmaßung ist amaletiiisch und gedenke, daß du den Amalek besiegtest. Dieses Gedenken muß dir helfen, amalekitischen Geist ausznrorien. nx nrcn pt'sy M i i dem Gedenken an Amalek löschest du zugleich die unheilvolle Geistesrichtung Amalek» aus. rzvn S Daruin vergesse niemals Amalek», denn so oft du dich sein erinnerst, wirst du auch im Geiste deinen Lehrer und Führer sehen, wie er seine Hände in die Höhe hebt, um dir zu zeigen, daß du nur dann siegen, kannst, wenn du dein Geschick willig deinem Gotte unterordnest. Aber nicht nur deine äußeren Geschicke sollst du Gon unierordnen, du sollst Gott nicht nur dasjenige geben, was du selbst als das Minderwerthige in dir zu betrachten lerntest, nicht dein Körper allein sei Gott geweiht, sondern auch dein Geist. Die Völker, in deren Mine das jüdische Volk lebte, speziell aber das Volk der Egypter formten sich ihre Götter nach eigenem Gutdünken. Ihre Ideale persouifizirten sie zu Gottheiten, und so standen sie geistig über ihren Göttern, da sie über das Sein oder Nichtsein ihrer Götter entscheiden konnten. 22.-.X 'jfe lautet die dritte Bezeichnung der Erlösung, die auf die' geistige Erlösung hindeuiei. ntr.“ r,pn r.x* Dies ist das Grundgesetz der Lehre, daß sie zu dir nehmen eine vollständig rothe Kub, die noch kein Joch irug. Unsere Weisen erzählen uns, daß einst die Schüler den R. Iochanan o. Sakkai nach der Bedeutung der vielfachen sich widersprechenden Bestimmungen des Varahgesetzes fragten. Da anrworitte er ihnen: '--p- -p.n .Sn pa.num amn s& nmm mm: bv rzvb rv.x ux mm: Nach dem iodeswii'rdigen Vergehen des jüdischen Volkes bei bm mwm: als es in einem unseligen Rausche dem heidnischen Gedanken, nach dem sich der Mensch seine Götter schaffen könne und solle, zujn'öelte, als es dem Wahne huldigte, daß der Mensch geistig über seinen Göttern stehen solle, als es dann wieder zu Gott znrückkehren wollte, da ließ, ihnen Gort einen Befehl zugehen, den sie in seiner ganzen Tiefe gar nicht fassen konnten, der ihnen sogar mit zahlreichen inneren Widersprüchen behaftet zu sein schien, um das Volk zu erproben, ob es von seinem. Wahue schon gänzlich geheilt sei, ob es wieder bereit sei, seinen Geist dem Geiste Gottes zu unterordnen. Die reinigende Kraft der nao besteht gerade darin, daß das Gesetz uns Menschen unverständlich ist mrm S p-7-22. Nicht die Wasser reinigen, sondern was das Reinigende an diesem Gesetze ist mm: nm: mppn ripm wi nr.x >rr ist der Umstand, daß es als npn und r.~': erscheint, die der Menschengeist niemals vollständig begreifen kann. „Und habet ihr gelernt, daß ihr . euren Geist Mir unierordnen muß-, daß. ihr bedinguugslos Mir gehorchen müßt, da ihr allein nichr fähig seid, traft eures Geistes auch gut und sittlich zu werden, habet ihr ferner gelerni, daß nur die Worte Meiner Weisen euch leiten können, da sie allein 2mm: 77.-.LV22 feste Pflöcke sind, die heute nicht das verwerfen, was sie gestern als richtig anpriesen, während die menschliche WeiShei: jeden Tag eine neue Weishei: ist, die heuie mir Verachtuug auf die vormals als Wahrheit und Weishei: geltenden Sätze blickt '.Sxu rr.-x so habe Ich euch erlöst und ihr seid geeignet. Mein Volk zu werden. 2S w carx lautet die letzte Bezeichnung der Sx: Wir sind auserfehen, ein Volk Gottes zu sein. Es liegt wahrlich keine Ueberhebung in biefent Bewußtsein und es ist jedenfalls eine Auszeichnung, um die uns die Völker, wenn sie den ganzen Sinn dieser Auszeichnung begriffen, nichtbeneiden würden. Es ist die schwerste Ausgabe, die uns durch diese Auszeichnung geworden und es wird erst eine Auszeichnung, wenn wir auch die damit verbundenen Ausgaben und Pflichten erfüllen. Wir sollen ein Volk Gottes sein, wir sollen der Herrschaft Gotte» den Weg ebnen. Welche Fülle von Forderungen enthält nicht diese einzige Forderung. Unser ganzes Leben müssen wir dieser Forderung gemäß einrichten, unser ganzes Sein muß von diesen: einzigen Gedankengetragen sein. Rein und lauter muß unser Wandel sein, da wir nur durch die Reinbei: unseres Handels und Wandels, nur durch die Hoheit unseres Denkens, nur durch den Adel unserer Gesinnung die Welt für Gott gewinnen können. Wie viel unzählige Genüsse müssen wir uns versagen, wie bescheiden müssen wir sein, wenn wir uns in jedem Augenblicke unseres Lebens dessen bewußt sein wollen, daß wir das Volk Gorres sind xmm szb rwr ttnrr, 227 m Wie einst Gort dem Monde zurief: mw2'. wH -2UU ux so müssen wir auch lernen, uns zu 'bescheiden, lind ist der Mond in seiner Verkleinerung unser Vorbild, so ist, nach einer Erklärung meines großen Lehrers, Rabbiner Dr. Breuer, zugleich gezeigt, wie wohlthäiig und zweckmäßig diese Verkleinerung war. 'r2*r22> bv -722 'b? mmn 'S rxur -rx mm mman r.vn r.x Wenn die Menschen, so erklärt Rabbiner Breuer die Worte unserer Weisen, sich die Lehren, die dieser Mond in seiner Verkleinerung und Vergrößerung den Menschen bringen soll, zum Bewußtsein i bringen und sie leüengesialtend für uns werden, so haben wir gezeigt, wie zweckmäßig dieser rrvn umw war