Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 17 (29.2.1904)
- Date
- 1904-02-28
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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Jüdin von Halevy: „Das kann er auch von uns haben." D e b o r a h: „Meine Herrschaften, es ist Zeit, die Lewonoh mekaddesch zu sein. Darf ich Sie einladen. mit in den Hof zu kommen, sie steht prachtvoll." Delitzsch erscheint: „Bevor die Sitzung geschlossen wird, möchte ich mir noch einen Ausblick und Rückblick auf Bibel und Babel gestatten." Es wird von allen Seiten „Schluß" gerufen, und die erste Tagung des ersten Judentages ist beendet. Josef und feine Brüder verlassen höchst unbefriedigt das Lokal. ajtjl un8 8ev Wie die Blätter jüngst berichteten, hatte Herzl eine Audienz beim Papste. Wir sind in der angenehmen Lage, den Wortlaut der Unterredung, die durch einen vatikanischen Beamten, einen Marannen, stenographirt wurde, hier wiedergeben zu können. Herzl, eintretend: „Gut Schabbes, heiliger Vater! Es freut mich, daß Sie auch ein Morenu-Käppchen aufhaben, d. h. ich habe außer in Basel keins auf, da ich mir nicht viel aus derartigen Sachen mache." Pius X. ärgerlich: ..Buono sabbato. Rabbi Herzl. Es war ja vorauszusehen, daß, nachdem durch die Zeitungen bekannt geworden war, ich einige Jahrzehnte Nlit einer jüdischen Familie freundschaftlich verkehrte, sich die Juden sofort an mich heranschlängeln würden. Ich versichere Sie. Rabbi Herzl, ich hätte vielleicht mehr für Sie thun können, wenn Sie mich nicht besucht hätten." Herzl: „Aber heiliger Vater, ich verlange ja weiter nichts von Ihnen, als wohlwollende Neutralität. Wenn die Juden nach Palästina gehen, so sollen sie von Katholiken nicht daran gehindert werden." Pius X.: „Sie verlangen also, daß ich den Katholiken verbieten soll, die Juden am Einzug in Palästina zu verhindern. Wie glauben Sie denn, daß ich das machen soll?" Herzl: „Nichts einfacher als das. Sie lassen am heil. Grabe eine Tafel anbringen mit der Aufschrift: „Passagio pur Ebrei non pro.ibito/* Pius X.: „Wenn Sie weiter nichts wollen, das wäre genehmigt. Wollen Sie vielleicht sonst noch etwas?" Herzl: „Ich wünschte gern, daß ein zionistischer Kardinal ernannt wird. Aber keiner ä la Erzbischof Kohn, der ist mir nicht jüdisch genug. Im übrigen braucht er nicht so arg jüdisch zu sein, es genügt, wenn er zionistisch ist. Gut Schabbos, heiliger Vater; wenn ich der katholischen Religion bei den Zionisten irgendwie > dienen kann, bin ich gern bereit dazu. Wenn wir erst Jerusalem erobert haben, können wir Ihnen vielleicht mit einem kleinen Kloster unter die Arme greifen." Pius X. winkt ab. Herzl entfernt sich mit einer tiefen Verbeugung. Die ganze Welt verstellt und maskirt sich am Purim, auch ich will mich maskiren und verstellen. Wie maskirt sich aber ein jüdischer Zeitungsschreiber am besten? Ein jüdischer Zeitungsschreiber, der's ganze Jahr hindurch einem verehrungswürdigen Publiko gegenüber katzenbuckelt. und wie die Katze falsch ist, und wo er Wahrheiten spricht, auch katzengleich die scharfe Kralle hinter einem Sammetpfötchen versteckt, der wird sich am ehesten unkenntlich maskiren, wenn er einmal seine vorsichtige Katzennatur verleugnet und Wahrheiten darauf los spricht und schreibt, wie wenn es kein zahlendes Publikum gäbe, welches Wahrheiten nicht allzuleicht verträgt. Freilich gehört Courage dazu, so zu schreiben, und wer weiß, ob es der Herr Redakteur aufnimmt? Der Schreiber denkt, der Redakteur lenkt -... Doch die Courage wird schon nach und nach beim vierten Satz sich einstellen, wenn man erst einmal auf dem „Orur Mordechai und Boruch Ha-