Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 17 (29.2.1904)
- Date
- 1904-02-28
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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HS. Jahrgang. Bmeife Rv. \l. x m nr-etn UiÜUU« i^smnnnnmmmmi 1Z KdavSbSH. 2S. KeVr. sg0'4. rstev Leulschev Herrn Professor Philippson ist es endlich gelungen, den langersehnten Judentag einzuberufen. Es erschienen folgende Kapazitäten aus allen Ländern und Zeiten: Nathan der Weise. — Der K.au fmann von Venedig — Der Jude (von Spindler) — Der Rabbi von Bacharach — Die Jüdin von Toledo — Die Jüdin von Halevy (mit Musik) — Uriei Akosta Gräfin Lea —Rebekka (aus „Der Templer u. die Jüdin") — RabbiSichel — Deborah (von Mosenthal) — Josef und seine Brüder — Die Makkabäer, Sütz Oppenheimer und Rabbi Joselmann von Rosheim. Nathan der Weise eröffnet die Sitzung: „Meine Herren und Damen. Ich habe Sie hierherkommen lassen, um Ihnen zu sagen, daß ich dem christlichen Bruder folgende Mittheilung mache. Nämlich: Mein Glaube ist auch Dein Glaube." Rabbi Joselmann von Rosheim: „Da muß ich doch sehr widersprechen. Wenn das wahr wäre, hätte ich mir die ganze Arbeit bei Kaisern und Königen sparen können." Jüdin von Toledo: „Es ist wahr. Nathan der Weise hat recht. Man kann dann viel leichter Mischehen eingehen." Jüdin von Halevy: „Ich möchte an den Einberufer, Herrn Professor Philippson. die Anfrage richten, wie er sich zu der Verbrennungsfrage stellt, da dieselbe bei mir demnächst aktuell werden wird." Philippson: „So lange ich lebe, lasse ich mich nicht verbrennen. Vielleicht später einmal. Darüber kann ich mich aber heute noch nicht schlüssig machen." Kaufmann von Venedig: „Ich bin gegen das Verbrennen im Ganzen, einzelne Theile kann man ja bcrausschneiden und verbrennen lassen." Uriel Akosta: „Ihr dürft mich verbrennen. denn ich bin ein Reformjude." Süß Oppenheimer: „Es würde mich intereffiren, zu erfahren, wie die israelitische Kirchenbehörde zu Stuttgart über diese Frage denkt." Kirchenrath Bohner: „In meinem Werke über Sie, das demnächst im Druck erscheint, werden Sie Sicheres darüber erfahren." Rabbi Sichel: „Ich habe so oft schon auf der Bühne Berochoh gemacht, ohne etwas zu essen zu bekommen. Kann man denn hier nicht etwas zu essen haben?" Rabbi von Bachrach: „Kommen Sie zu mir zum Seder, da will ich Ihnen ein Stückchen Mazze geben."