Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 16 (25.2.1904)
- Date
- 1904-02-25
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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m und untersuche deinen Lebenswandel, gleich Mose nimm den Gottesstab und erklimme den Hügel, mit diesem Stabe, der da heißt, das Gottvertrauen, besiege jedes sich dir.in den Weg stellende Hinderniß. erhebe deine Hände zu Gott, dein Tagewerk beginne mit Gott, stelle ihm das Gelingen anheim, so führst du „Milchomo l'haschem beamolek" den Krieg Gottes mit -I Amalek, gegen die auf dich einstiirmenden Gewalten. Noch eine andere Mahnung will dir der Sabbat Sochaur ans Herz legen: Siehe, so rufi er dir zu, die Bestrebungen der Neuzeit lehren es zur Genüge, wie man dich schwach zu machen sucht, deine Thora, dein theures von 'Gott überliefertes Kleinod will man dir rauben, sie als eine Wiedergabe babylonischer Tontäfelchen ansehen, durch solches Vorgehen will dir der Feind den Boden abgraben, dich schuh- und wehrlos so vernichten. Nun. so wisse, was du zu thun hast. Suche sie dir imrner mehr, anzueignen, unsere geliebte Thora, deine Kinder in ihrem Geiste zu erziehen, weise sie darauf hin, was wir ihretwegen schon alles erduldet und immer stark blieben, wenn wir dieses Kleinod hüteten, rolle, vor deinen Kindern aus die Geschichte unseres Volkes und sein Martyrium, rede von den Stürmen, die den Baun: Israel entwurzeln wollten, der aber von dem Lebenssaft der Thora durchrieselt, immer Stand gehalten. - Ja, lehre auch deinen Kindern, wie sic dem Epiluräer, dem Nörgler an unserem Judenthume, seinen Einrichtungen und Gebräuchen zu begegnen haben. Und wenn dereinst die Stunde schlägt, wo Gott dick, aus ..Aegypten" führt, wenn Er die schweren Kelten irdischen Druckes und Elends von dir nimmt, und dich einiührt in eine bessere Welt, wenn dir dann abermals ein Amalek gegenübertritt und dich an deiner Schwäche angreifen will, nun, so habe so gelebt, wie es der Sabbat Sochaur von dir verlangt hat, als ein eifriger Bcfolger des göttlichen Gebotes, als ein solcher, der seine ihm aufgetragene Mission auf Erden erfüllt hat. Zeitungsnachrichten und Correfpon-enzerr. Deutschland. Hamburg. Das Fest des 65jährigen Ehejubiläums beging dieser Tage das Ehepaar H. B. C o h n und Frau. Herr Cohn steht im 93. Lebensjahre, während seine Gattin das 88. Lebensjahr erreicht hat. Beide Eheleute, namentlich aber die Frau, sind noch körperlich rüstig und geistig frisch. Herr Cohn, der früher ein Bank« und Lotteriegefchäft betrieb, nahm in der deutsch-israelitischen Gemeinde eine hervorragende Stellung ein und war auch Begründer verschiedener Vereine, z. B. auch eines Lehrvereins zur Erforschung des jüdischen Schriftthums, der noch heute zu den bedeutendsten Lehrvereinen der Gemeinde zahlt. Durch seine Wohltbätigkeit und seinen unverwüstlichen Humor war Herr Cohn stadtbekannt. Wenn auch des hohen Alters der Jubilare wegen von einer größeren Feier Abstand genommen werden mußte, ließen die zahlreichen Freunde und Verehrer es sich nicht nehmen, dem Jubelpaare herzliche Ovationen zu bereiten. Ehrengeschenks Blumenspenden und Glückwunschtelegramme liefen von Nah und Fern ein. Unter den Gratulanten, die persönlich ihre Glückwünsche darbrachten, befanden sich auch der Rabbiner und Vorsteher der Gemeinde und Deputationen verschiedener Institutionen. Königsberg i. Pr., 22. Febr. In der heutigen Versammlung der Gemeinde Adaß Jisroel wurde Herr Dr. Lieber mann, Rabbiner und Religionsschulleiter der Gemeinde Ohel Jizchok in Berlin, als Nachfolger des Herrn Rabbiner Dr. Silberberg gewählt. Herr Dr. Liebermann hat seine Ausbildung am Hildcsheimer'schen Seminar genossen. Nürnberg. Zum Hinscheiden des Herrn Sal. Forchheimer ist noch Folgendes nachzutragen: Auf dem isr. Friedhofe wurde unter einer Bethciligung wie selten, der Chef der großen Holzhandlung Forchheimer & Co. zur letzten Ruhestätte getragen, der durch seine geschäftliche Thätigkeit, durch sein gemeinnütziges Wirken, durch eine stets offene Hand sich die Hochachtung weitester Kreise erworben hatte. Rach der Rede des Herrn Rabbiners Dr. Ziemlich, welcher die edlen Eigenschaften des Dahingeschiedenen rühmte und u. a. erwähnte, daß der Verstorbene vor einigen Jahren Tausende rumänischer Flüchtlinge bei ihrer Durchreise durch Passau auf seine Kosten speiste, ergriff Herr Rechtsrath F l e i s ch ma n n das Wort Namens der Stadtaemeinde. zu deren Armenpflegschaftsrath der Verblichene gehörte. Es sprachen noch: Herr Kommcrzienrath Soldan, im Aufträge der Mittelfr. Handels- und Gewerbekammern, sowie des deutschen Handelsvertragsvereins, Herr Kaufmann Jung für die isr. Kultusgemeinde, zu deren Verwaltung der Verstorbene zählte. Herr Regierungsrath Michel im Aufträge des Wohlthätigkeits- und Wärmestubenvereins, dessen opferwilliges Vorstandsmitglied der Dahingeschiedene war. Eine große Zahl von Rednern reihte sich den vorstehenden an, und wurde verschiedentlich betont, daß Forchheimer, der aus Wallhausen gebürtig war. Tausenden von Personen im Bayer. Walde Beschäftigung gab und das Ideal eines Arbeitgebers war. Katiowitz, 17. Febr. Das diesjährige Stiftungsfest des hiesigen „Israelitischen Krankenpflege- und Beerdigungsvcreins" fand Montag, den 15. d. Mts., statt. Mittags um 12 Uhr wurde in der Synagoge die