Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 16 (25.2.1904)
- Date
- 1904-02-25
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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339 alljährlich üblich: gottesdienstliche Feie.' obgehalten. verbunden mit einer Scelenandacht für die im Laufe des Jahres Heimgegangenen Gemeindemitaiieder und die dahingeschiedenen bedeutenden fremden Glaubensgenoffen. Um 8 Uhr Abends versammelten sich im Stadthaussaale dir Festtheilnehmer, welche in weit größerer Zahl als in den Vorjahren erschienen waren, zu einem Festmahle. Der Vorsitzende d?s Vereins. Herr L. Altmann begrüßte die Gäste und drückte das Hoch auf den Landesherrn aus. in das alle Anwesenden begeistert einstimmten. Auch durch sonstig- Tischreden theils ernsten, theils heiteren Inhalts wurde das Mahl gewürzt. Herr Rabbiner Dr. Cohn wies auf die hohen Ziele und die segensreiche Thätiakeii des Vereins hin, und toastete auf.deren Vorstandsmitglieder. welche mit aufopfernder Selbstlosigkeit ihres dürdenvollen Chrenamtes walteten. Ferner toasteten Herr Katschinsk: auf den Synagogenvorstand, Herr Justizrath E p st e i n auf den Verein, Herr H a r t m a n n auf die Damen und Herr Sinlvn Friedländer auf die Ehrenmitglieder des Vereins. Im Ansckluß an das ^stessen fanden mehrere meist humoristische Gesangsvorträge und Ausführungen statt, welche den ungetheilten Beifall der Zuhörer fanden. Den größten Beifall erntete eine an das Maxim Gorkrscke Drama „Nachtasyl" erinnernde und ebenso betitelte Au.ffiihrung. Dieses Stück, welches die Herren Louis Böhm und Oberkantor Singer zunr Verfasser hat, wurde von sämmtlichen dabei mitwirkenden Personen mit geradezu künstlerischem Geschick gespielt. Den Schluß des Stiftungsfestes bildete die Verloosung von diversen Gegenständen. Das Fell, welches in allen seinen Theilen als durchaus gelungen bezcicknet werden muß. hielt fast sämmtlicke Theil nehmer bis in die frühe Morgenstunde beisammen und Jeder konnte imt dem Bewußtsein heimkehren, einige fröhlicke und erheiternde Stunden verlebt zu haben. —n— Buchen (Baden), nnopa 0*2*0 *rw Verflossenen Mittwoch. 1. Adar. beging das Leop. Bär'sche Ehepaar dabier dos Fell der silbernen Hochzeit. Da Herr Bär schon lange als ausgezeichneter Baal T'fUoh. Baal Tokea und als Mohel unschätzbare Dienste leistete, so ließ die hiesige Gemeinde, diese seltene Gelegenheit nicht vorüber gehen, ohne dem Jubelpaare ihre Sympathie und Dankbarkeit zu bezeugen. Im Laufe des Tages hatten Gemeindevertretung und Lehrer ihre Glückwünsche dargebracht und das silberne Brautpaar zu einer kleinen Feier in das Restaurant Wittemann eingeladcn. Abends 8 Uhr hatten sich daselbst alle Gc meindemitalieder sammt Frauen und erwachsenen Familienangehörigen cingefunden. Herr Vorstand A. W 0 lf überreichte hier mit kurzen, herzlichen Worten dem Jubilar im Namen der Gemeinde zum Zeichen der Anerkennung ein schönes Geschenk in Form eines prachtvollen Ruheseffels. Lehrer Schwerin schilt derte in tvohldurchdachter, gewandter Rede das mustergiltige, wackere Leben und Streben des Jubelpaares und hob hervor, in welch edler Weise Herr Bär sich schon seit vielen Jahren der Gemeinde in hohem Grade nützlich, ja unentbehrlich gemacht habe. Gesänge, Klaviervortröge und Couplets wechselten miteinander ab und gestalteten den Abend bis weit nach Mitternacht zu einem einzig schönen und äußerst harmonisch verlaufenen Feste. Möge das Jubelvaar das Verdienst haben, einst in gleicher Gesundheit und Rüstigkeit auch das goldene Ehejubiläum zu feiern, Prickscnstadt. (Unterfranken.) da dp nw mtö HTfl ibd b ainpb Snp'e trx Jeder Jehudi ist verpflichtet, sich eine Sefer Thora schreiben zu laffen oder besser, sich selbst ein Sefer zu schreiben. Zu den seltenen Mizwoth gehört wohl diese, und dennoch wird sie hie und da doch noch erfüllt. So hat z. B. der in diesen Blättern durch seine große Wohlthätigkeit bekannte Herr A. R e i ch in Prichsenstadt anläßlich seiner Wiedergenesung von einer schweren Krankheit eine Sefer Thora schreiben laffen. die n"rr x»n na» eingeweiht wird. Merkwürdig ist, daß mit diesem -es *p*n auch das Var Mizwa seines jüngsten Sohnes stattfindet, und hat Herr Rabbiner Dr. Stein- Schweinfurt bereits seine Anwesenheit zugesagt. Das Sefer. wunderschön geschrieben, ist eine Arbeit des bekannten Sofer Herrn L e v i -- Altengronau. Rußland. Warschau, 21. Febr. Gestern Abend sind von hier 70 Warschauer Aerzte. darunter mehr als die Hälfte jüdische, nach dem Kriegsschauplätze im fernen Osten abgereist. Einem jeden von ihnen sind 1200 Rubel (1 Rubel gleich 2.16 Ml.) für Reisekosten. Ausstattung und Gehalt für den ersten Monat (500 Rubel) ausgehändigt worden. Die Reise nach Charbarowsk soll 32 Tage dauern. Die zurückgebliebenen Frauen der Aerzte bekommen von der Regierung 24 Rubel monatlich. Außerdem hat hier der Verein jüdischer Aerzte eine Unterstützungskaffe für die unbemittelten Familien der nach dem Kriegsschauplätze abgegangenen Aerzte in's Leben gerufen. Briefkasten der Redaetion. H. in H. Beziigl. der angefragten Fabriken wollen Sie sich bei den zustäi'.dlgcn orthodoxen Nabbinaten erkundigen. Wir wissen auch weiter nichts, als was die betr. Fabriken in den Inseraten angegeben haben. Die Ansicht, daß „PschoreS" Vergleich bedeutet, haben wir bereits früher mltgrthe'lt.. Jehudi—Mainz: 23. Februar 1002, gleich Sonntag, Iß. Adar l 5662; 24. Februar 1900, gleich Samstag, 25. Adar I 5660.