Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 16 (25.2.1904)
- Date
- 1904-02-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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.834 welchem Zweck dient eigentlich die in der Wochenschrift erschienene Warnung? Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Mayersohn kann vielleicht einigen wenigen Juden in Wien Sand in die Augen streuen, uns gesetzestreuen Juden aber nie. Unseres Erachtens wäre es schon höchste Zeit, dieser Spiegelfechterei ein Ende zu bereiten und der Wahrheit, so als früher beim Ehrw. Rabbinate der Wiener isr. Kultusgemeinde, den Einzug in Ehren halten zu l-ffen. - ----- Schweiz. Freiburg (Schweiz). Die „Societe des jeunes gens israelites" hatte sich jüngst eines schönen Erfolges zu erfreuen. Schon seit längerer Zeit war für die hiesige jüdische Gemeinde die Nothwendigkeit entstanden. den Bau eines neuen Gotteshauses zu unternehmen. Aber woher all die Mittel nehmen, um sämmtliche Kosten dieses Baues zu decken? Diese Befürchtung sollte jedoch der Gemeinde baldigst genommen werden. In einer Generalversammlung vom 2L Januar d. I. der »Scc. des jeunes gens isr/ machten die Herren Moritz Nordmann und Josef Bollag den Vorschlag, daß der Verein eine Geldlotterie veranstalte, deren reiner Gewinn zu Gunsten des Synagogenbaues verwendet werden sollte. Dieser Vorschlag wurde von der Versammlung angenommen. Dank der energischen Schritte, die Herr Kantor B o n d y bei der hohen Regierung gethan. indem er die gegenwärtige Lage der hiesigen israelitischen Gemeinde auseinandersetzte, wurde von der Regierung am 5. Februar der „Scc. des jeunes gens isr/ die Autorisation zu einer Geldlotterie ertheilt. Dieser Erfolg wurde seitens des Vereins und der isr. Gemeinde mit allgemeiner Freude ausgenommen. Dadurch ist nun jetzt die israelitische Gemeinde einer großen Sorge ledig. Der Verein hat die Absicht, diese Loose in allen jüdischen -Gemeinden der Schweiz und des Auslandes zu placiren und hofft, daß er auch in Deutschland die Erlaubniß zum Vertrieb erhalten werde, sowie daß recht zahlreiche Glaubensgenossen die Loose abnehmen werden, damit so bald wie möglich die Ziehung stattfinden kann. Die Verkaufsstellen dieser Loose werden nächstens in sämmtlichen jüdischen Zeitungen veröffentlicht werden. Die Lotterie besteht aus 22,000 Loose zu je 1 Francs. Die Geldgewinne sind insgesammt 5000 Francs. Die Ziehung geschieht unter Aufsicht des Bürgermeister- Amtes in Freiburg. Bestellungen der Loose werden einstweilen bei den Herren L. B o n d y, Kantor und Isidor: R o r d m a y n in Freiburg entgegengenommeM."- -u _ i NNellMM Bus den tflö. AmeMttlse» M för dirsetbell. <<ZL«rr2tUHe füd. Qanderdettelvevet«« «rrn «an«» für Dn?Hreise«se firrS redeten, v«s LTiitthetlurrge» aber die sie auf dem Oevlete ihrer rhLtiLieit mache«, »»komme« L» »affe«.) Mannheim, 21. Febr. Wir erhalten folgende Zuschrift: Die Notiz in dem Eingesandt aus Ludwigshafea in einer der jüngsten Numm.ern Ihres Blattes, wonach unser Verein zur Unterstützung ortsftemder israelit. Armen, die in jüngster Zeit in hiesiger Stadt getroffenen polizeilichen Maßregeln verursacht hatte, ist eine verleumderische Unterstellung. Das Gegenthril ist wahr, da der Vereinsvorstand schon Schritte gethan hat, um jene Maßregeln, die übrigens gleicherweise auch bei der Kasse des allgemeinen (interkonfessionellen) Vereins gegen Haus- und Straßenbettel zur Anwendung gelangen, rückgängig zu machen. Wie der Vorstand des Vereins zur Unterstützung ortsfremder isr. Armen über die Sache denkt, kann zum Ueberfluß auch aus dem Vorworte des diesmaligen Vereinsberichtes ersehen werden, woselbst es heißt: Indem wir uns beehren, in Nachstehendem über die Erfüllung der Vereinsaufgaben im abgelaufenen Jahre zu berichten, bemerken wir ergebenst, daß der Ueberschuß, den der Bericht diesmal zu verzeichnen hat, keineswegs etwa in der Abnahme der Hülfsbedürftigen seine Erklärung findet. Die Noth der Zeit hat, wie Allen bekannt ist. gerade im letzten Jahre stark zugeuommen. Die Erscheinung ist lediglich auf die seit dem letzten Halbjahr in unserer Stadt zur Anwendung gelangten strengen Polizeimaßregeln zurückzuführen, die eben einen großen Theil der Armen vom Aufsuchen unserer Kasse abschrecken. Wir dürfen uns wohl der Hoffnung hingeben, daß die erwähnten Maßregeln nur vorübergehend getroffen wurden, da einerseits wir selbst, wie sich Jeder überzeugen kann, eine genaue Kontrolle über die Unterstützungswürdigkeit der Hülfesuchenden führen, andererseits aber zu befürchten ist, i daß, wenn die durchreisenden Armen nicht mehr an - unsere Kasse zu kommen wagen, die beabsichtigte tresfj liche Hauptleistung des Vereins — Verhütung und j Beseitigung des Hausbettels — fortan unausführbar! wird. Die Armen werden sich eben, wir in der Zeit , vor der Gründung des Vereins, wieder an die einzelnen! Glaubensgenossen wenden, und die 33-jährige Vereins- I arbeit wird ihres Erfolges wieder verlustig gehen. I Wir hoffen jedoch — wie bereits bemerkt — daß maß- gebenden Ortes alles dies schließlich zu Gunsten un- I serer Bestrebungen wohlwollend erwogen werden wird. M. Steckelmacher, - - 7 Vorsitzender des Vorstandes des Vereins der' Unterstützung ortsftemder isr. Armen. -