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Der Israelit · 1904-02-25 · Heft 16 (25.2.1904) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 16 (25.2.1904)
Date
1904-02-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
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331 gegen Vas Vorjahr um sechs verminderten, 415 M. mehr wie vorher gezahlt werden, dagegen hat sich der Betrag der einmaligen und periodischen Unterstützungen um etwas verringert. Bon Um ■Jcjtc.iiuniCöoüftteder des verstorbenen Herrn Gustav H i r s ch wurde aus deffen Nachlaß dem Bereia die Summe von 50,000 M. überwiesen, wogegen er die Vcrpsl chtung übernahm, die Zinsen au venragsmaßig bestimmte Personen bis zu deren 91V leben au-xi-oblen. Breslau, im Febr. Ein Vorschlag unseres Gemeindevorstandes zur Aenderung des bisher bei den Repräsentantenwahlen eingehaltenen Wahlverfahrens, der demnächst der Berathung der Repräsentanten unterbreitet werden soll, bildete neulich im „Verein zur Förderung der Interessen der Synagogengemeinde Breslau" den Gegenstand einer sehr lebhaften Erörterung. Nach dem bisherigen, auch in Berlin und anderen Gemeinden üblichen Wahlmodus erfolgt die Wahl der Repräsentanten und ihrer Vertreter in einem gemeinsamen Wahlgang. Die Majorität entscheidet nach der Höhe der Stimmenzahl; es ordnen sich die Gewählten in zwei Gruppen, die erste Gruppe ergiebt die Repräsentanten, diejenige, welche nach ihnen die höchste Stimmenzahl erhalten hat, die Stellvertreter. Bei diesem Verfahren konnten, so wurde in jener Versammlung ohne Widerspruch ausgeführt, Minoritäten sich wenigstens dadurch zur Geltung bringen, daß sie durch Uebergehung der ihnen aus der Liste der Majorität nicht genehmen Kandidaten und durch das Eintreten für die Anderen aus dieser Liste den Letzteren ein Uebergewicht von Stimmen verschaffen, dadurch seien schon manchmal recht tüchtige Männer, die ursprünglich als Stellvertreter gedacht, in die Reihe der Repräsentanten gekommen. Freilich könne dieser Modus, wie wohl auch jeder andere, von Ehrgeizigen, die es verstanden hätten, sich auf die Liste der Mehrheit zu bringen, mit Hilfe von einigen guten Freunden mißbraucht werden. Um nun den letzteren Uebelstand zu vermeiden, sollten nunmehr auf Vorschlag des Vorstandes Repräsentanten und Stellvertreter zwar auch ferner in gemeinsamem Wahlgange gewählt, aber getrennt gezahlt werden. Jede Majorität soll nur für die Gruppe maßgebend sein, für welche die Betreffenden kandidiren. Gesonderte Majoritäten für die Repräsentanten und gesonderte für die Stellvertreter. Dadurch wird, so wurde hervoraehoben, das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Hatte die Minorität bisher eine Auswahl unter 14 bis 15 und noch mehr Bewerbern, so soll sie jetzt nur unter 7 bis 8 ihre Wahl treffen. Außerdem sei, je größer die Zahl der in Betracht kommenden Kandidaten, um so größer die Garantie, daß darin, wie es ein gesundes Prinzip von Gemeindewahlen fordert, alle in der Gemeinde vorhandenen Richtungen vertreten seien. Diese Ausführungen erhielten ungetheilten Beifall der Versammlung. Einstimmig wurde eine Resolution beschlossen, welche den Vorstand auf das Verhängnißvolle einer solchen Aenderung des. Wahlmodus aufmerksam machen und um Beibehaltung des bisherigen Verfahrens bitten soll, event. sollen Bezirkswahlen eingeführt werden, weil in diesen die allgemeine Stimmung am deutlichsten zum Ausdruck komme. Auch wurde eine Petition, die sich in demselben Sinne ausspricht, von nahezu 400 Gemeindemitgliedern, ziemlich der Hälfte der sich gewöhnlich an der Wahl Betheiligenden. veranlaßt. In einer jüngst, statt,, gehabten Repräsentantensitzung, die bei der bekannten Lauheit der Breslauer Juden, trotz ihrer Oeffentlichkeit. fast gar keine Zuhörer angezogen hat; und in der als 4. Punkt der Tagesordnung der Antrag des Vorstandes (Statuten-Aenderung) zur Berathung kam, wurde die Petition in längeren Ausführungen md geschickt durch Prof. Dr. Badt vertreten, dem sich oann auch D. N. Schlesinger anschloß. Bertheidigt wurde die Wahlreform durch den ersten Vorsteher der Gemeinde, Amtsgerichtsrath Wöllstein. Die Vorlage^ zu deren Annahme Zweidrittel-Majorität erforderlich gewesen wäre, fiel mit 6 gegen 7 Stimmen. Königsberg i. P. Dem Jahresberichte des ^Vereins jüdischer Lehrer und Lehrerinnen zu Königsberg i. P." entnehmen wir: . Der Verein hat im abgelaufenen Arbeitsjahre — das mit dem 3. März, dem Tage der letzten Generalversammlung, begann — sieben Dereinssitzungen aögehalten. . / Erste und zweite Sitzung: definitive Festsetzung des von der engeren Kommission ausgearbeiteten ^Lehrplanes für den biblischen Geschichtsunterricht/ Dritte' Sitzung: „Besprechung des Apolant'schen Lehrbuches für Gebetübersetzen." Das. Buch wird für sehr nützlich befunden, weniger für den praktischen Gebrauch in der Schule, als zur eigenen Belehrung für den Lehrer. Besonders werthvoll sind die Angaben der biblischen Parallellltellen und die Nachweise über das erste Vorkommen der einzelnen Gebete. Die gedankliche Analyst der einzelnen Gebete und Psalmen ist sehr instruktiv, dock wird dem Lehrer speziell in der praktischen Anknüpfung und religiösen Verwerthung des Gebets-Inhalts ncch viel Raun. zur eigenen ergänzenden Arbeit gelassen; die Auswahl der Gebete läßt lein rechtes Prinzip erkennen, auch ist die im allgemeinen, verläßliche Uebersetzung nicht frei von Fehlern. — Vierte Sitzung: zugleich Abschiedsfeier für den aus dem Amte geschiedenen Herrn Kantor H. Cohn und den in eine andere Stellung Lbergetretenen Herrn Kantor Leop» Wolfs fjetzt in Halle a. S.) Vortrag des Herrn ObÄ« kantor Brinkmann über „Kantoren alter Tage". Fujist? Sitzung: Lesen u. Besprechen der Kantzsch'schen Schrift: „Bibelwissenschaft und Religionsunterricht/ ^Sechste Sitzung: Lesen und Besprechen von „Glaube und

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