Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 16 (25.2.1904)
- Date
- 1904-02-25
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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330 An vielen Stellen der heiligen Schrift wird nun Israel, mit dem Oele in Verbindung gebracht. Der Midrasch vergleicht es sogar direkt mit demselben und zwar unter anderem folgendermaßen: Wie der Hauptvorzug des Oeles darin besteht, stch nicht mit fremden Stoffen zu vermischen, so bestand im Vergleiche seit uralten Zeiten Israels Ruhm darin — und zum Theil heute, noch — seinen Sitten und Gebräuchen treu zu bleiben, sich darin nicht mit anderen Völkern zu vermischen. d. h. die reine, lautere Gottesf u r ch t zu erhalten. Israels Leuchte ist nun zu finden: 1) In einer reinen, lauteren Gottesfurcht. Sr e bildet das Del, welches 2) der Fl a m m e der Thora in ihrem Lichte Bestand sichert, ihre geistige Nahrung bildet. Diese findet wieder Vervollkommnung in 3) der L a m p e der .txo, desGebotes. dem leuchtenden Bilde einer herrlichen Bethätigung. Der erste Grundgedanke unserer heiligen Religion ist somit der Glaube an den Allmächtigen, eine reine unverfälschte Gottesfurcht. S i e weist uns den Weg zur heil. Lehre, zur Weisheit und geht gleichsam mit ihr Hand in Hand. Wo diese aber fehlt, da ist ein Vertiefen in die Quellen unserer hl. Lehre ausgeschlossen, nach dem Worte unserer Weisen: 7D2n prr -k-> p» ck Wo keine Gottesfurcht herrscht, kann auch keine Weisheit, keine Thora sein. So bildet also die Gottesfurcht die Basis unserer hl. Religion. Ihr schließt sich von selbst unsere Thora an: o'wmzb k*h c«n py Denn sie ist ein lebendiger Baum für die, die daran festhalten wollen: mm -r nr>-r Suchet den Ewigen und Er läßt sich finden (wörtliche Uebersetzung: wenn Er sich finden läßt). Und ist der Israelit einmal so weit und hat aus den frischen, labenden Quellen der Thora geschöpft, so wird er dann wie ein Durstiger immer mehr und mehr des kostbaren Stoffs in sich aufnehmen. Auf ein solch* schönes Studium folgt dann von selbst die Vethäiigung. die rm». rmh r» bv iafci ivtpyS wS -ntbb m pp'Btö Denn wer in der Absicht Thora lernt, um sie auszuüben, dem wird das Verdienst zu Theil, zu lernen, zu lehren und auszuüben.. Nur auf diese Weise sehen wir Israels Leuchte hell erstrahlen, wenn wir selbst sie zu Hellem Lichte entfachen, sie gleichsam ihrer hehren Bestimmung übergeben. Denn seit alten Zeiten hat der Höchste es nicht fehlen lassen. Seinem Volke mit einer Leuchte voranzugehen, und ihm ein hehrer Wegweiser zu sein. Schon beim Zuge durch, die Wüste zeigte Er ihnen den Weg in einer Wolkenbezw. Feuersäule. Zur Zeit des Tempels erstrahlte in demselben, weit sichtbar in der heiligen. Htadt,.. das, beständige Licht einer göttlichen Leuchte.'.- '-7.-,; Auch.hrute besitzen wir — und dafür sei Gott Dank — eine heilige Leuchte in unserer Thora und unseren m»-Geboten. Sie bilden den Wegweiser für unser Leben. Doch leider, das heutige Israel — ich meine zum großen Theile — kann sich dieser Leuchte nicht rühmen, sie nicht entfachen, ihm fehlt der Zauberstab — das heilige Del einer rrmv nr» einer unverfälschten Gottesfurcht. Und wo keine Gottesfurcht ist, findet sich auch keine Thora, keine Lehre vor. DaS heutige Israel ist zum großen Theile somit ohne Licht und Wärme. Was unsere Vorfahren tausende von Jahren hindurch moralischen Halt verliehen, sie in Kummer und Sorgen getröstet — ihr Nationalstolz — er wird der heutigen Nation zum Fallstrick. Denn schon längst hat es der heutige Jude aufgegeben, ein solcher im wahren Sinne zu sein. Selbst die alten, biblischen Namen, sie fallen diesem eitlen, thörichten Streben zum Opfer. Man will eben kein Jude mehr sein, liebäugelt mit fremden Völkern und sucht deren Sitten und Gebräuchen, ja sogar deren Glauben nachzuahmen. Israels Leuchte ist leider verdunkelt, ihnen fehlt der reine Leuchtstoff, die lautere Gottesfurcht. Angesichts dieser traurigen Thatsache ergeht, wie einst an Moses, an die heutigen Lehrer in Israel das göttliche Wort: w bu-v' '» m rrsn Du sollst den Kindern Israels befehlen, sich ein feines Olivenöl zu nehmen, lim die beständige Leuchte unseres Glaubens zu erhalten. Denn traurig, sehr traurig ist es heute um unsere Religion bestellt. Die Liebe zum Judenthum fehlt, von Gottesfurcht kann deßbalb keine Rede sein. Die Tbora. unser Kleinod ist vernachlässigt, es fehlt der innere Trieb, sie zu studiren, was Wunder, daß von nixo Bethötianna keine Rede sein kann. Von Neuem ertönt deßhalb die göttliche Ermahnung: nmn n bin?' m mxn Ihr Lehrer und geistige Vertreter des Volkes, nehmt Euch dieser heiligen Sache an! Suchet die Liebe zur Thora, zum Judentbum zu wecken und verschaffet ihm den Leuchtstoff einer reinen, lautern Gottesfurcht, damit es in altem Glanze erstrahle. Wie einst das Oelkruqchen der Makkabäer, wird auch dieser Wunder vollbringe». ZettungSrrschrrüten und Csrrespsudenren. Deutschland. Mainz. (Israelitischer Hilfsvere i n.) Die Zahl der Vereinsmitglirder vermehrte sich leider nur um 2. da den neu in den Verein eingetretenen 14 Personen eine Anzahl von 12. durch Wegzug oder Todesfall ausgeschiedenen gegeniibersteht. Am Jahresschluß betrug die Zahl der Vereinsmitglieder 372. , . An Unterstützungen mußten an die ständig vom Verein unters ätzten Personen, trotzdem sich dieselben