Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 15 (22.2.1904)
- Date
- 1904-02-22
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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316 bekannte Mischna-Stelle m nroy 29 b folgendermaßen übersetzt: „Wie liest du: besser ist deine Liebe als Wein oder: besser ist deine Liebe!" Jener erwiderte: „Besser ist deine Liebe." Dieser entgegnete: „Dem ist nicht so. der nächste (Vers) beweist dies: Der liebliche Geruch deiner Oele." (Ich bemerke, daß an anderen Stellen z. B. bei o*w xbx ü’U ipn bx der Vers, die Unübersetzbarkeit erkannt und: „lies nicht gosim, sondern göim" übersetzt hat.) Es sei an einigen weiteren Beispielen nachgewiesen, daß der Uebersetzer auch den Fehler unbegründeten Wechsels in der Uebersetzung gleicher Worte und auch der Inkonsequenz in der Transkription von Eigennamen macht. .iDlta heißt S. 812 „auf den Tod verletzt" (was zweifellos falsch ist, denn auch ruaioo ist todtkrank, ohne .-btd zu sein), S. 833 „rituell ungenießbar" und anderwärts, z. B. S. 685, ist es unübersetzt. S. 829 heißt -ndvi 'Dien „die Patrizier Roms" und „die Staatsmänner Roms",'puv „ärgern" und „Unannehmlichkeiten bereiten". S. 896 koVd „Malkeja", „Malkija" und „Malqija". Einen Jrrthum auf dem Gebiete der hebräischen Grammatik bietet S. 852 ma'n\ npjns ojn’j b\p „das ist die schreiende Stimme des Fegefeuers, die da spricht". S.975.1VM nb xbx ir'X ‘pni ]D „Ueberall, wo es „achte, daß nicht" oder „doch nicht" heißt.." ist auch keine Uebersetzung, die auf allzugenaue Kenntniß der Bedeutung dieser bekannten Prohibitivpartikel schließen läßt, und ebensowenig dürfte man die Bedeutung des Wortes nx soweit verkennen oder entstellen, daß man den Satz pyn p’Dsn nx übersetzt: „d i e Partikel „die" trennt den Zusammenhang (S. 977)." Grammatisch falsch ist auch S. 979 jxqi r"p mit „welcher Götze" anstatt „wessen Götze" überseht. Die deutsche Grammatik muß sich u. a. Folgendes gefallen lassen: S. 814 (zweimal, also wohl lein Druckfehler) „weil man vor einem Blinden kein Hinderniß legen darf"; S. 819 „er hing sich an einen großen Baum"; S. 838 „die Hufen"; S. 838 „durch ein Begräbnißplah" (zweimal). S. 824 ist ivD und iddj mit „Promotus" und „Promovendus" übersetzt, also übersehen, daß diese beiden lateinischen Formen passive sind und, wenn man schon nicht, wie unmittelbar nachher, das Wort: „autorisiren" gebrauchen und von dem Autorisirenden und dem Autorisirten sprechen will, man wenigstens neben Promotus oder Provomendus (— *jodj) für *piD „Promotor" als Aktiv sehen müßte. — Eine deutsche Uebersetzung ist's auch, nicht, wenn für tnm irorfr mn gesagt ist: „wird zurück in Wüste verwandelt" (S. 821); S. 827 für ran nibp «nw rver n'3 tpd „ein Schuldschein, der um sechs Jahre.zuviel datirt ist," für X'voi 1p ^'ddp'2 lio K l n’JDT „man lege ihn zurück, bis diese Zeit heranreicht, ohne während dessen Exekutionskraft zu haben"; S. 653 für^OSz ,ubo n«i»i .13 iai „ein Gegenstand, den man nur da essen darf und außerhalb desselben untauglich wird"; S. 684 für wtzpivtx vix ui,itp -23 „das sich auferlegte Verbot erstrecke sich auch auf ein Minimum"; S. 955 u. ö. diu hü .11 „twtin es beide einwirken" u. dgl. m. — .. Die äußere Anordnung des Drüäs verspricht große Deutlichkeit durch Wahl verschiedener Typen fift Mischnahtext. Talmudtext und Bibelzitate. Nichtsdestoweniger ist keine wirkliche Deutlichkeit erzielt und sind z. V. die Fragen und Antworten in ihrem Zusammenhang keineswegs kenntlich gemacht worden.. Im Gegentheil sind meist Frage und Antwort durch einen trennenden Gedankenstrich von einander geschieden und an die Antwort das Folgende ohne Trennungszeichen angereiht, obschon es in keimr inhaltlichen Verbindung daniit steht. An vielen anderen , Stellen ist die Erkenntniß des Inhalts durch mangelhafte. Interpunktion erschwert, welche Fragesätze als Behauptungssähe erscheinen läßt und umgekehrt. (Nebenbei sei hier noch bemerkt, daß der Verfasser die' Fragesatze, dir wna XD^>,n 'd njj«dd xd'V u. dgl. beginnen, regelmäßig falsch als Behauptungssätze überseht und dadurch den Gedankengang der bezüglichen Abhandlungen nicht selten völlig entstellt.) . •:; Die Erläuterungen unter dem Text sind minimal und unzulänglich, sie lassen meist da im Stiche, wo der nicht sachkundige Leser ihrer am nothwendigsten bedars, * z. B. bei bildlichen Redensarten, wie S. 924 i-nn xd ’P’iD 'p'3 n’3 , S. 932, wo ohne Hinweis auf den gleichen Anfangsbuchstaben der. hebräischen Textworte nowi—nbn das Ganze unverständlich bleiben muß. — Daß der Inhalt der Anmerkungen nicht immer von der unseren Weisen schuldigen Verehrung zeugt,' (wie z. B. „das Wort hat keinen Sinn." S. 817, Anm/180) und bisweilen auch solche Fehler zeigt, durch welche, wie es scheint, räbbinische Einrichtungen herabgescht werden sollen (S. 925, Anmerk. 306 „unter Zeremonien"), sei nebenbei bemerkt. — Unzulängliche Beherrschung der hebräischen und der deutschen Sprache, ungenügendes VerständNiß talmudischer Abhandlungen, mangelhafte Kenntniß biblischer Vorschriften, das sind also die Eigenschaften, die Herr Goldschmidt uns in seiner Uebersetzung zeigt, wenn wir nicht etwa annehmen wollen, daß er alle diese Kenntnisse besitzt und mit unverantwortlicher FlüchtiHkeit und Oberflächlichkeit seine Arbeit ausführt.^ Em Scherz, wie leine Eingangs erwähnte Schrift, ist's Wohl nicht, das wäre eine noch größere Sünw um das gute Papier und den schönen. Druck, als es so schon ist.' — .Möge Niemand aus der Goldschmidt'scheu.Üebersetzung sich über den Talmyd belehren wollen. '"3vv ‘ ' 'j' j '.’ih'Hiil }J'J' v..r* --- -".'tdl-iuN.' nvtiTf ... ' Cm.