Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 62 (4.8.1904)
- Date
- 1904-08-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Stadt und ihr auf Genuß gerichtetes Leben, wie Nestle in Erinnerung an Matthäus 10. 15 für möglich halt, gekennzeichnet, oder hat ein fliehender Jude oder Christ den Eindruck n'iedergegeben, den der beginnende Aschen- und Steinregen auf ihn machte? Nestle meint, die Sache wäre einer neuen Prüfung werth. trotzdem Tertullian (Apoll 40) Christen in Companien vor 70 leugnet. — Diese mannigfaltigen Momente zusammen dürften schon für eine Anwesenheit von Inden oder Christen, wenn auch nur von wenigen, in Pompeji sprechen. tDas Ganze scheint uns ein wenig geistreicher Hundstagswitz zu sein. R. d. I.) Ungarn. Prestburg. Am vergangenen '.an: nzv hielt rv: 2Ta*rtKpn n 2« r: ssm pny mo r-xcn seine Schluß mm in der ns» m rrsn, wo derselbe 10 Jahre lang rrrn pna gewesen hat. Nachdem sich aber eine sehr große Zahl Zuhörer versammelt hatte, so daß das erwähnte Lokal viel zu klein war, beschloß der Vorstand des Vereins, daß die mm in der weltbekannten wvv Stube abgehalten werden soll. Die Zahl der Zuhörer war 800. unter diesen ein großer 2heil '"V'd m-.r und der löbl. Vorstand der Gemeinde. T. Amerika. Louisvilke. Die - Centralkonferenz der amerikanischen Rabbiner hat diesmal dahier getagt. Außer verschiedenen Anträgen und Vorschlägen von mehr lokaler Bedeutung ist einer von allgemeinem Interesse debattirt worden. Derselbe betrifft die Gründung einer jüdischen Synode für Amerika. ES wurden dabei folgend: prinzipielle Punkte aufgestellt: 1. Die amerikanisch-jüdische Synode soll au« der Centralkonferenz amerikanischer Rabbiner und der Vereinigung der amerikanischen Judengemeinden bestehen. 2. Keiner der beiden konstituirenden Körper sch..,ten soll durch diese Verschmelzung ihre besondere Ausgabe verlieren oder an ihren früheren Rechten Einbuße erleiden. X Die Synode soll aus einem fünftel der Mitglieder der Konferenz und aus einer gleichen Anzahl von Laien aus der Vereinigung bestehen, zrvei Drittel der Synodenmitglieder sollen die Stimmenmajorität bilden. 4. Die Synode soll alle fünf Jahre zusammen treten, um wichtige Fragen zu erörtern, die ihr von der Konferenz oder der Vereinigung vorgelegt wurden. 5. Die Synode soll ein Exekutiv-Komitee haben, bestehend aus dem Präsidenten, der ein Mitglied der Konferenz sein muß. fünf Mitgliedern der Konferenz und vier Mitgliedern der Vereinigung. Eine Einigung ist selbstverständlich diesmal noch nicht erzielt worden. F « u i I I * » « n. Mine vereitelte Mochzeit. von jß. Mahner. u_> Der Graf war glücklich, daß sein Genosse der Unterhaltung durch diese letzten Worte eine scherzhafte Färbung gegeben hatte, und meinte: „Sie haben Recht. Herr Pappenheim, die Rücksichten. welche die religiöse Gewissenhaftigkeit fordern muß. haben mit der persönlichen gegenseitigen Achr barkeit nichts zu. theilen. Aber in Ihrem Interesse thut eS mir leid, daß Sie nickt mithalten tonnen. — Wollen Sie nicht wenigsten« Ihr Brod essen?" fragte der Graf. „Meine <5icTettfdiaft wird Sie doch so wenig vom Essen zurückhalten. als mich die Ihrige?" „Nachdem Sie so gütig waren, mich zum Frühstück auf.',«fordern, würde ick wohl gegessen haben. Aber ich habe hier kein Wasser und es ist Pflicht, sich vor jedem Brodgenuß die Hände zu waschen." „Na. dann erlauben Sie wohl, daß ich ivenigstenS esse, und nehmen'« mir nicht übel, wenn ich Sie Zusehen lassen muß. Herr Pappenheim." . Den zweiten Tbeil Ihres Wunsches sage ick Ihnen unbedinat zu. denn ich habe hier nichts übel zu nehmen, aber Ihrer Aufforderung, daß ich Ihnen er lauben soll, zu essen, kann ich nicht entsprechen." Der Graf, der gerade das erste Stück Fleisch sich abgeschnitten hatte und es eben zum Munde führen wollte, hält inne. „Wie meinen Sie das. Sie tonnen mir nicht zu essen erlauben? Warum denn nicht fragte er erstaunt. ..Warum'!'" gab der Gefragte die Frage Zurück. ..Au« demselben Eirunde aus dem i ch nicht esse. Weil Sie Jude sind, so gut wie ick. Seitdem Sie durch mick wissen, daß Sie Jude sind, ist das jüdische Religion» gesctz für Sie nickt weniger verbindlich, als für mich. Sie haben Ihr eigenes Konto in dem großen Schuld buch des Weltherrn, in dem wir alle gebucht sind. Wenn Sie sich über Ihr Religionsgeseh hinweg sehen, so ist das Ihre Cache, die Sie allein zu verantworten haben, und die vielleicht keinen Dritten angehl. Aber, daß ich Ihnen erlauben soll, was Ihnen als Jude durch göttliches Gesetz verboten ist; das kann und darf ick nicht." Der Graf legte die Sveifen aus der Hand und fragte seinen Berather: „Es ist göttliches Gesetz. eS ist der Wille Gottes, daß ich meinen Genuß auf bestimmte Fleischsorten beschränke. warum? Warum ist das eine Thier zum Genüsse erlaubt und das andere verboten? Warum