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Der Israelit · 1904-08-04 · Heft 62 (4.8.1904) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 62 (4.8.1904)
Date
1904-08-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1318 projektirt. der allen Anforderungen der Neuzeit entsprechen soll.) Hier finden Schüler Aufnahme, die die vorzüglichen Schwabacher Lehranstalten tPrognmnanum mit Realschulabtheilungen. Kgl. S chullehrer - scminar) besuchen wollen. Diese Schüler erhalten in dem Pensionat neben einer guten Körperpflege eine sorgfältige Erziehung nach jeder Richtung hin. Werner werden die Schulaufgaben der Schüler beaufsichtigt und überwacht. Bor allem ist dann noch hcrvo ruheben, daß die Pensionäre eine gründliche Ausbildung im Hebräischen erhalten. Nach wie vor werden Zöglinge ausgenommen, die sich dem Lehrfachc widmen wollen, so daß der ursprüngliche Charakter der Talmud- THora-Schule als Präparandenschule nicht aufgegeben ist. Der Pensionspreis ist in Anbetracht dieser großen Vielseitigkeit außerordentlich mäßig. An der Spitze dieses Talmud Thora-Instituts steht der Distrikts- Rabbiner .Herr Dr. Mannes in Schwabach, der sich im Vereine mit tüchtigen Lehrkräften der guten Sache mit ganzer Kraft Angibt. Ebenso steht dem Institut das Kuratorium energisch zur Seite. Vorsitzender ist der nihmlickst bekannte Herr A. Grünbaum in Nürnberg. Wir können das Institut allgemein auf's wärmste empfehlen. K. R. Nürnberg, 28. Juli. Heute Vormittag hat wieder ein Trupp israelitischer Auswanderer aus Russisch Polen. im Ganzen 25 Personen, aus der Reise über Rotterdam nach Amerika den hiesigen Bahnhof pasiirt. "Ihre geringe Habe führten die Auswanderer in Säcken mit sich. Unter der Reisegesellschaft befand sich auch eine Frau mit einem kleinen Kinde. Die Auswanderer begeben sich nach Kanada lNordamrrika). Solche Trupps sind seit einiger Zeit wöchentlich mehrmals zu sehen. Aus Baden, 1. Aug. Die Synodal Wahlen sind zu Ende. Sie dürften eine kleine Verschiebung nach rechts gebracht haben, wenn gleich von einer „schönen" Wahl, vom Standpunkte des gesrtzeStrenen Iudentbums, noch nicht gesprochen wer den kann. Die in ihrer Mehrheit aus n e o! o g e n Rabbiner» bestehenden „Geistlichen" haben es nicht über sich gebracht, einen conservativen Kollegen in die Synode zu senden. Diese Herren haben das Recht, fünf geistliche Vertreter zu wählen, ein Recht, das mit brutaler Majorisirung jeder anderen Gesinnung zur Anwendung gebracht wurde. Es wurden die Rabbiner Dr. Ovvenheiurer Mannheim. Doctor-Bruchsal. Ratvicz Offenburg. Hannes - Konstanz und Pincuß- Heidelberg gewählt. Es wäre natürlich für die Beurtheilung der Sacke von besonderem Interesse, zu erfahren. ob auch auf einen oder den anderen der wenigen gesehestreuen Rabbiner Stimmen und eventuell wieviel stck vereinigt haben. Allein darüber sckweigi sich das amtliche Verordnungsblatt, das die Wahlresultate bringt, völlig aus. Die Herren Neologen haben zweifellos das Recht der Majorität auf ihrer Seite und handhaben es mit eiserner Eonfequenz. Gründe der Billigkeit sind jedenfalls keine zur Anwendung gekommen, sonst hätte diese Majorität wenigstens einen Rabbiner . der anderen Richtung in der Synode zu Wort kommen lassen. Die Herren wollen eben anscheinend die Sache aus die Spitze treiben. Jedenfalls ist diese Stellungnahme zweifellos geeignet, auch den sogenannten Halben — jenen Menschen, die um des lieben Frieden- Willen fast alles acceptiren — die Augen zu öffnen. Unter den weltlichen Abgeordneten finden sich verschiedene, die zum ersten Mal gewählt wurden. So in Frciburg Rechtsanwalt Dr. Cassewitz und in Heidelberg Buchhändler Earlebach. Beide weisen gegenüber ihren Vorgängern eine wesentlich positivere Denkvngs art aus. beide sind Männer, die sich nicht ohne weiteres den Herren Eonferenzrabbinern des Herrn Oberraths „liebend in die Arme werfen" werden. Aus diesem Grunde verdienen diese beide Wahlen besonders bemerkt zu werden. Angenehm berühren muß das Gerechtigkeitsgefühl der Mannheimer Wähler, die nicht ihre neologe Majo rität zur Unterdrückung jeder traditionell-gesetzestreuen Gesinnung mißbraucht, sondern mit nachahmenswertster Conlanz neben zwei Neologen auch zwei Gegner der oberräthlichen Tefillo gewählt haben, deren einer — man höre und staune — sogar s. Z. den Aufruf des Vereins zur Wahrung der Interessen des gesetzcstreuen Indenthums mit unterschrieben hat. In Bruchsal-Land ist Rechtsanwalt Dr. Fricdberg-Karlsruhe wieder gewählt worden. Es gibt Manche, die behaupten, daß trotz der engen Liirung mit den oberräthlichen Machthabern bei ihm noch eine Saite auf die Traditionen des Elternhauses gestimmt ist. die manchmal noch klingt und alte Erinnerungen weckt.! In Wertheim ist der gesetzestreue Kandidat mit wenigen Stimmen dem liberalen Gegner unterlegen. Ob. wie man munkelt, die Lehrer nicht ganz unschuldig an der Sache sind, wissen wir nicht. Soviel aber ist uns bekannt, daß ein großer Thcil der badischeiz Lehrer vor der herrschenden Richtung seine Verbeugung macht. Wir nehmen davon selbst eine Anzahl der aus dem Würzburger Seminar hervorgegangenen nicht aus und beneiden die bäuerischen K'hillos um ihre gesehestreuen Lehrer vom Schlage Mannheimers-Dettelbach. dessen Ausführungen im „Israelit" wir mit besonderem Interesse verfolgen. Wir hoffen, die Redaktion wird diele Ausführungen nicht streichen, selbst auf die Gefahr hin. vom alleinseligmachenden Herrn Steinhardt als „Feind der Lehrer" fiigmatisirt zu werden, wie er dies neuerdings mit einer Anzahl..um die Lehrer hochverdienter orthodoxen Rabbiner gethan hat. Wir erinnern nur an die Entrüstung, die die Steinhardtianer. Hanauer

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