Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 62 (4.8.1904)
- Date
- 1904-08-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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1317 Zeitungsnachrichten und C-rresporrdenzen. Deutschland. Mainz, 3. Aug. Es dürfte die verehrten Leser unserer Zeitschrift in hohem Grade interesiiren. daß zu den bevorstehenden Feiertagen zwei Kataloge der Buchhandlung I. K a u f f m a n n in Frankfurt a. M. soeben die Presse verlassen haben, von denen der eine Predigten und Vorträge und zwar in drei Abtheilungen enthält, nämlich: I. Predigten und Vorträge, II. Vorträge in hebräischer Sprache. Midraschim. Pirke Aboth. III. Populär-wissensch. Abhandlungen und Vorträge tim Ganzen 901 Vorträge), während der andere eine Reihe antiquarischer Predigten (140 Nummern) zu sehr ermäßigten Preisen verzeichnet. Da für die genannte Zeit Material zu Reden stets sehr gesucht ist, glaubten wir nicht unterlassen zu dürfen, nufere Leser darauf aufmerksam zu machen. Insbesondere seien die Leser auf die in beiden Verzeichnissen in reichlicher Anzahl vorhandenen Einzel- und Sammelpredigten von Iellinek u. Pleßner verwiesen. Man verlange von der erwähnten Firma Lagerkatalog Nr. oi und Verzeichnis; Nr.!>2. Die Buchhandlung ist bereit, jedem auf Verlangen die Verzeichnisse kostenfrei zu übersenden. Berlin, 2. Aug. Die Vereinigung jüdischer Akademiker dahier, die auf dem Boden des gesetzestreuen Iudcnthums steht, und es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Zusammenschluß aller gleichgesinnten jüdischen Akademiker zu fördern, hat soeben ihr zweites Semester beschlossen. Auch im abgelaufenen Sommer hat sie. ihrem Programm gemäß, durch Vorträge jii disch - wissenschaftlichen Inhalts ihren Mitgliedern vielerlei Anregung geboten, während die Kneiven und sonstigen gemüthlichen Zusaminenkünfte dazu dienten, die Mitglieder auch persönlich einander näher zu bringen. Die Vereinigung zählt jetzt LI Mitglieder. Zum ersten Vorsitzenden für das kommende Wintersemester wurde Herr cand. med. Salomon Hildes' heimer aus Berlin. Friedrichstr. 130. gewählt, an den auch alle Anfragen und Meldungen zur Aufnahme zu richten sind. Hamburg, 29. Juli. Am Dienstag Abend der starb dahier der in gelehrten Streifen hochangeseheue und weitbekannte Herr Dr. jr. H. B. L e v y im 74. Lebensjahre. Aus einer religiösen Hamburger Familie stammend, studirte er Iura, übte aber schon seit Jahren keine Praxis mehr aus. Bon Haus aus fromm, verursachte es ihm den größten Kummer, daß sein Cobn unter Annahme eines anderen Namens sich taufen ließ, und von daher datirt auch seine schwere Erkrankung. Er war ein Kenner der hebräischen Lit teratur und eifriger Sammler hervorragender jüdischer Werte. Auch dem Gemeindevorstande gehörte er längere Zeit an. H. 8* München. Eine als Arzt und Mensch in weiten Kreisen hochgeachtete Persönlichkeit wurde am Sonntag Vormittag, 31. Juli, auf dem israel. Friedhofe zur letzten Ruhe beigesetzt. Herr Generalarzt zlveiter Klaffe a. D.. Moritz Neuhöfer. Ueberaus groß war die Zahl der Leidtragenden, die sich eingefunden hatten, um dem Entschlafenen die letzte Ehre zu erweisen, darunter Staatsrath v. Pfistermeister, Generalstabsarzt der Armee Dr. v. Bepelmeyer, die Geueraloberärzte Dr. Zimmermann und Dr. Hummel u. a. Der Verstorbene erwies in seinem ärztlichen Berufe namentlich den Armen viel Gutes und war ein Freund und Vater der Kranken. Bescheiden, schlicht und einfach in seinem ganzen Wesen, geizte er nicht nach weltlichen Ehren. Dreimal folgte er dem Rufe des Vaterlandes, um. ein Meister in seinem ärztlichen Berufe, auf dem Felde der Ehre zu wirken. Dr. Neühöfer war 1821 zu München geboren-, Sohn eines Juweliers, studirte an der dortigen Universität Medizin mit solchem Erfolge, daß ihm Staatsstipendien zur weiteren ärztlichen Ausbildung in Paris und Wien bewilligt wurden. 1870/71 wurde ihm für die vielen Verdienste das goldene Sanitäts-Ehrenzeichen und das Ritterkreuz zweiter Klaffe des Militärverdienstordens mit Schwertern verliehen, wie er auch schon im badischen Feldzuge die Tapferkeitsmedaille erhalten hatte. Seit 1872 wirkte er als Oberstabsarzt beim zweiten Infanterieregiment und wurde als solcher 1882 zur Stadtkommandantur versetzt. Nach 44 jähriger Dienstzeit eriolgte 1889 seine Pensionirung unter Verleihung des Eharakters als Generalarzt zweiter Klasse. Trotz dieser hohen Stellung lebte und lvirkte der Verblichene als guter Iehudi, „Kidusch Haschem" im wahrsten Sinne des Wortes erstrebend und bezweckend. — Der hiesige Magistrat hat beschlossen, über die Eingabe der christlich-sozialen Vereinigung gegen die Einwanderung und Niederlassung auswärtiger Israeliten nicht in Berathung treten zu rönnen; in Hinsicht auf diesen Entscheid haben sich auch die Gemeindebevollmächtigten mit der Angelegenheit nicht weiter befaßt. Aus Bayern. Für viele Eltern sind diese Ferientage der baijerifcfjen Mittelschulen von weittragender Bedeutung. Gilt es doch für viele Familien, hauptsächlich auf dem Lande, sich zu entscheiden, wohin, sie ihre Kinder bringen sollen, um ihnen eine gute Schulbildung angedeihen zu lassen, ohne daß die religiöse Erziehung vernachlässigt werde. Wie bereits aus dem Annoncentheil der jüdischen Zeitungen zu erfahren.ist, hat sich das rührige Kuratorium der Talmud-Thoraschule in Schwabach dazu entschlossen, ein großes Pensionat einzurichten. (Es ist ein großer Neubau