Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 13-14 (17.2.1904)
- Date
- 1904-02-17
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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7 298 allem war es hier zum erstenmal, daß vollständig in kurzem Zeitraum die Weltherrschaft von Volt zu Volk überging. Von den chamitischen Völkern zu den Persern — doch nur für den kurzen Zeitraum von zweihundert und zwanzig Jahren, von dem Anfänge des Cyrus bis auf den letzten Darius. Dann war Griechenland durch Alexander von Makedonien weltherrschend. Daß aber in allen diesen Wechselfällen der Geschichte die dabei Betheiligten nichts weiter thun, als Gottes Willen erfüllen. das spricht V. 1 aus^): „Gott steht ja doch in der Gottes-Gemeinde (und das ist ja die Gesammtmenschheit). im Innern richtet Gott." Mögen auch noch so mannigfaltige äußere Veranlassungen sein, der eigentliche Kernpunkt der geschichtlichen Begebenheiten bleibt doch der Gotteswille. Die Perser hatten — wie wir schon darlegien — wohl das Bewußtsein des Rechts, aber sie setzten es nicht zur That um, sie mißbrauchten es und legalisirten Unrecht damit. „Wie lange noch werdet ihr richten — aber Unrecht und Ansehen von Fremden berücksichtigen," d. h. einen Unterschied machen zwischen angesehenen und unangesehenen Lumpen. Derselbe Gedanke wird auch Vers 3 und 4 ausgedrückt?) Die Griechen suchten wohl eine höhere Auffassung des Menschthums, fanden aber die rechte noch nicht, sondern eine solche, die in letzter Consequenz auch die Entartung des Menschengeschlechts nach sich ziehen mußte: „Sie haben es nicht erkannt, und nicht eingesehen, im Dunklen wandeln sie, so, daß alle Grundsäulen der Erde wanken (V. 5). Denn sie hatten den Fehler, nur einzelne Hervoragende Menschen als „Menschen" 'anzusehen, in Wirklichkeit aber „Hat Gott gesprochen, ihr seid Gottesgeschöpfe, und alle Söhne des Höchsten." ' Doch nicht umsonst lebten die Griechen. Was sie Gutes brachten, blieb, und wie beim Einzelmenschen nur der Leib stirbt, die Seele aber, weil sie unsterblich, bleibt pwen ciio p» „werdet ihr wie ein Me:-.sch sterben", und ebenso wie mit dem Tod eines Fürsten nur der Träger der Herrschaft, nicht aber die Herrschaft selbst schwindet »anan „werdet ihr nur gleich den Fiirsten fallen," euer geistiges Erbe aber werden andere antreten. Deßhalb bittet Asaph, möge Gott Seine Rechtswaltungen auf Erden nur bethätigen, ihr letztes Ziel ist ja doch, daß alle Völker dies ,.Erbe" und die Vertretung des Gotteswillens auf sich nehmen. byy bnjn rtna o pxn neecr "i mrp —o— (Fortsetzung folgt.) 3) Der jeweilige hebr. Text ist zu vergleichen. 4) 'ui iv-v. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin. (Die Gutachten der höchsten Medizinalbehörden in Sachen des Konitzer Mordes) haben jetzt eine erste kritische Beleuchtung erfahren in einer Arbeit, die der König!. Bezirksarzt Dr. Franz Späth in Ebern in der am 22. Dezember v. I. erschienenen Nr. 51 der „Münchener Medizinischen Wochenschrift" veröffentlicht. Es wird für unsere Leser von Interesse sein, zu hören, wie sich dieser Arzt über den Inhalt der Gutachten äußert. Nachdem er die Gutachten in ihrem wesentlichsten Theile wiedergegeben hat, schließt er hieran folgende Betrachtungen: „Vergleicht man die einander gegenüberstehenden Urtheile der ärztlichen Sachverständigen, so unterliegt es wohl keinem Zweifel, daß jene die größere Wahrscheinlichkeit für sich haben, welche den Tod einzig und allein als durch Erstickung herbeigeführt bezeichnen; denn nur hierfür bietet der Obduktionsbefund wirklich zuverlässige und sichere Anzeichen (die bereits oben erwähnten verschiedenen Blutaustritte sPetechien) im Gesichte , an der Sehnenhaube des Kopfes, an den Lungen, Blutanschoppungen und Oedeme in den Lungen), für eine Stauung im Gehirn spricht auch die Abplattung der Hirnoberfläche, während die Zeichen der Verblutung in diesem Falle keineswegs so eindeutig sind. Freilich ist nicht Voraussetzung des Verblutungstodes. daß sämmtliches Blut aus dem Körper entfernt ist, sondern es genügt zum Eintritt des Todes der Verlust einer gewissen, je nach Alter und Konstitution verschiedenen Menge, so daß immer einzelne Theile des Körpers bluthaltig sein werden; aber gerade jene Organe, welche in unserem Falle einen besonderen Grad von Blutfülle aufwiesen, wie Lungen und Gehirn, pflegen beim Verblutungstode ganz ausgesprochen blutleer gefunden zu werden; so sagt Oesterlen: „Auffallend blutleer ist das Gehirn. Besonders ausgesprochen pflegt die Anämie in den Lungen zu sein; diese werden vorzugsweise häufig blutleer angetroffen; von ihrer aschgrauen Farbe heben sich dann die dunklen Pigmentflecken grell ab und aus ihrer zähen Schnittfläche können nur wenige Blutstropfen ausgedrückt werden. Ein mäßiger Blutgehalt der Lunge ist meist nur dann vorhanden, wenn vor der Verletzung oder durch diese herbeigeführt eine Entzündung der Lunge bestanden hatte oder wenn Sticknoth dem Tode vorausgcgangen war." Damit kämen wir ebenfalls zur Auffassung jener Aerzte, welche eine Complikation von Erstickung und Verblutung annebmen. Gegen eine Verblutung zu Lebzeiten spricht jedoch der Mangel jeglicher Reaktion am durchtrennten Gewebe des Halses, und i i! f