Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 13-14 (17.2.1904)
- Date
- 1904-02-17
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Zu essen, was ihm vorgefeht wird, und wenn es das nicht thut, hat es die Folgen sich selbst zuzufchreiben." Sie gingen in's Haus und begaben sich in das Speisezimmer und reihten sich wie gewöhnlich um den Tisch. Frieda saß der Mutter gegenüber. Die beiden Kleinen waren überglücklich über die wundervolle Suppe, so etwas Gutes hätten sie im Leben noch nicht gegessen. „Aber Mama/ rief Hugo. „Frieda ißt ihre Suppe nicht." „Iß!" befahl Frau Grünwald. indem sie zornig auf ihre Tochter blickte. Diese schüttelte den Kopf. „Ich bin nicht hungrig" murmelte sie. „Und wenn Du auch nicht hungrig bist, drei Löffel Suppe ißt Du! — ich befehle es!" „Du sollst essen! oder! —" Sie war aufgesprungen und erhob die geballte Faust zum Schlage, das zarte Kind erbleichte. „Wirst Du essen? Ich frage Dich zum letzten Male." „Nein," cntgegnete Frieda, indem sie der Mutter voll und fest in die zornfunkelnden Augen blickte, „ich esse nicht, was Gott verboten hat. und wenn Du mich sonst todtschlägst, thue ich's auch nicht." Die Mutter lachte wild auf. aber den zum Schlage erhobenen Arm ließ sie sinken. „Ah bah. Du bist es nicht werth, daß ich mich Deinetwegen echauffire, und übrigens. Hunger thut auch weh. Wenn Du also nicht essen willst, so hast Du hier nichts zu thun. Marsch in's Bett! Daß Du es Dir aber nicht einfallen lassest, von den Mädchen oder von Frau Christian! Dir etwas zu essen geben zu lassen — ich werde es ihnen ausdrücklich verbieten." Frieda erhob sich schweigend und verließ das Zimmer, ihre Brüder kicherten schadenfroh hinter ihr her. Im Augenblick empfand sie thatsachlich keinen Hunger, die mannigfachen Aufregungen des Tages hatten ihr alle Eßlust geraubt. Dem Befehle der Mutter entsprechend legte sie sich in's Bett und sehr bald umfing sie ein ruhiger, traumloscr Schlummer und stärkte sie -wenigstens in etwas zu alle dem Schweren, das die nächsten Tage ihr bringen sollten. (Fortsetzung folgt.) Kifd/mcu>. (Bon einem Christen.) Ist das die Liebe, ihr christlichen Seelen, Die euch euer Herr und Meister befahl? Zitternde Greise und Weiber zu quälen. Ist das des Christenthums Moral? Seid ibr noch Menschen, ihr Menschenschinder. Die ihr die Menschlichkeit grausig verletzt? Mitleidslos angstvoll wimmernde Kinder Grimmigen Tigern gleich zerfetzt? Wabrlich. wenn jetzt die Kirche wird schlafen. Nicht sich erhebt der Menschheit Verein. Euch, ihr Mörder, furchtbar zu strafen. Schäm' ich mich. Christ und Mensch zu sein! Wochen-Ralenüer. Freitag, 19. Februar. 3. Mer. Sabbat-Anfang in Mainz u. Frankfurt a, M. 5 Uhr 30 Min. Samstag. 20. Februar. 4. Adar. .-oV-n. Sabbat-Ausgang in Mainz u. Frankfnrt a. M. 6 Uhr 40 Min. — Berlin 6 Uhr 09 Min. — München 6 Uhr 23 Min. — Stuttgart 6 Ubr 31 Min. — Straßburg 6 Uhr 40 Min. — Vasen 5 Uhr 57 Min. — Stettin 6 Uhr (K? Min. — Breslau 5 Uhr 54 Min. — Wien 6 Uhr 08 Min. — Paris 6 Uhr 30 Min — Prag 6 Uhr 10 Min.■ Der „Israelit" erscheint wöchentlich xwelma 1, Montag» und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljäbrlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Dev Buchhandel verkehrt durch V. ASlriuacker, Leipzig,Roßplatz jv. — Inserate25Pnnnigdie vlergespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Neclametheil 75 Pfennig— Directe Francozuscndung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen östcrr., für's Ausland 16 Mark, an di» Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3932. Telephon 1015. Stellesuchende und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und streitag erscheinende »Kleine Ausgabe deS JSraelit" vier Wochen lang gratis und franco erhalten. Wünscht man den Empfang der .Kleinen Ausgabe" längere Zeit, so kann man sich für 25 Pfennige das Vierteljahr, indcß ausschließlich bei der Post auf dieselbe unter Nr. 3933 abonniren Auf Wunsch stunde« wir die Zahlung des IusertionSbetragS au außer Stelle Befindliche bis «ach Erlangung einer solchen. «j&nfjdt (Hauptblatt): Ein neues jüdisches Geschichtswerk. — Zeitungsnachrichten und Correwondenzen: Teutschland: Berlin Krotoschin. AuS Frauken. Posen. Stuttgart. Seligenstadt. Ungarn-. Pceßburg. Uim.-Brod. SHumänien: Bukarest. Rußland: Petersburg. Süd- Afrika: JohanneLbura. Palästina: Jerusalem. — Feuilleton: Wahrheit und Dichtung. «Fortsetzung). — Kischinew. Inhalt der ersten Beilage: Die ethischen Strömungen der Gegenwart und das Judenthum «Schluß). — Zeitungsnachrichten und Correspondenzcn: Deutschland: Berlin. Stuttgart. Höchst i. O. SRit&lanb: Minsk. — Mittheilungen ans den jüdischen Acntenvereinen und für dieselben: Mannheim. Burgkundstadt — Vermischte». „ . _ Inhalt der »wellen Beilage: Weltgeschichte im Lichte des JndenthumS (Fortsetzung). — Zeitungsnachrichten und Corresvondenzen: Deutschland: Berlin. Vellage: Eine jüdische Königin auf Bulgarrens Thron. — Der Jude. (Fortsetzung). Verantwortliche Redaction: OS.ear Lehmann ln Mainz. — Ervedttion deS J3«raelit“. Schottstraße^Rr- L Mainz. Druck und Derlag der I ob. Wlcth'schen Sofbuchdruckecei Actien^Sesellschaft ln Mako» Hierzu drei Beilage«.