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Der Israelit · 1904-02-17 · Heft 13-14 (17.2.1904) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 13-14 (17.2.1904)
Date
1904-02-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
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284 männische Forschen der in anderen Traktaten einschlägi igen Stellen, den richtigen Jdeengang der wichtigsten und zahlreichen Codexe und Responfen in möglichster Kürze und-leicht faßbarer Form wiedergegeben, bietet dem ernsten Zuhörer e.inen wahren geistigen- Genuß. Es muß zugegeben werden, daß dieser junge Mann in dcn Fußtapfen seines großen Vaters, dessen Lehrmethode und tiefe Gelehrsamkeit weit und breit berühmt ist — Großartiges leistet. Die Sijumfeier nahm einen sehr würdigen Verlauf. Zur selben fanden sich nebst den Hörern ein zahlreiches Auditorium ein. und war sowohl der Vorstand dieser Schule, als auch eine Vertretung der Talmudisten daselbst anwesend. Nach Beendigung des Talmudvertrages hielt der Vortragende auch eine prächtig gelungene Schlußrede, welche allseitig beifällig ausgenommen wurde, und gaben die Anwesenden ihrem Beifalle auch lebhaften Ausdruck. Dem c\:t?2 7« nesra rs ein herzliches yo "e" zurufend. ist es zu wünschen, daß cs ihm gegönnt sei, noch lange, lange zu wirken, rp.-pn larrn “«3^ Iehudi. Ung.-Brod, 11. Febr. Am vergangenen Samstag feierte der älteste Sohn unseres Herrn Rabbiners Dr. M. Jung sein Barmizwa-Fest. Nachdem der Barmizwa in der Synagoge die Hafthora vorgetragen, versammelte sich die Gesammtgemeinde in den Lokalitäten des Privat-Gymnasiums, das unter der bewährten Leitung des Herrn Rabbiners steht. Dieses Barmizwa-Fest hatte eine besondere Bedeutung. Jeder wollte sich selbst überzeugen von der Lebensfähigkeit der Anstalt, die einzig in ihrer Art. die Vereinigung des jüdischen Wissens mit der humanistischen Bildung anstrebt. Es freut uns, konstatiren zu können, daß die junge Anstalt allen Erwartungen, die man an sie knüpfte, voll und ganz entspricht. Der Barmizwa behandelte zuerst ein schwieriges, halachisches Thema *ir\? rr*" ieM(? gewandt und lichtvoll. Sodann hielt er seine eigentliche Barmizwa-Rede. in welcher er die Grundsätze des Judenthums begeistert darstellte. Er betonte: Tie Nothwendigkeit der religiösen That, die allein für die Wahrheit der religiösen Gesinnung zeugt; die Unerläßlichkeit des Thorageistes, die uns bei der religiösen Tbat beseelen soll. Ohne. That entleiben wir das Judenthum, ohne Geist entseelen wir es. Er sprach vom Prinzipe der Heiligung unseres sinnlichen Lebens, durch die wir jenen hohen Grad von Selbstbeherrschung und Selbstverleugnung erringen, welche die Voraussetzung der liebevollen Hingabe an das Wohl des Nächsten ist. welche Gott von uns im Gebote der Nächstenliebe fordert. Er streifte sodann das jüdische Prinzip der Freude am Leben, die durch den angestrebten Einklang unserer irdischen Genüsse mit dem Willen Gottes der niederen Sphäre des Sinnlichen entrückt, geadelt und geweiht wird. Der Barmizwa. welcher zu den Vorzugsschiilern der Anstalt gehört, hat es bewiesen. daß chei ernstem Wollen, methodischem Unterrichte und liebevoller Pflege des jüdischen mit dem modernen Wissen auf beiden Gebieten schöne Resultate erzielt werden können. Rumänien. Bukarest. (Die Jndustrieenquete.) Dieser Tage wurden die Ergebnisse der Jndustrieenquete veröffentlicht. Die Zahl der Fabriken beträgt im ganzen 625. Das in ihnen investirte Kapital hat bei ihrer Gründung 116,48 Millionen Frs. betragen, beträgt aber heute 247.38 Millionen Frs.. wovon 365.96 Mill. in Gebäuden und Installationen. 81.42 Mill. in Maschinen investirt sind. Die Zahl der Don den Fabriken verwendeten Motore beträgt 961 mit einer Geiammtzahl von 45.23 V U Pferdekräften und die Zahl der verwendeten Kessel 392 mit einer Heizfläche von 46.627 Quadratmeter. Bei ihrer Gründung wurden 403 Fabriken individuell und 192 durch Gesellschaften betrieben. Heute stellen sich diese Zahlen auf 334 bezw. 249. Im Anfang gehörten 30 Fabriken dem Staat oder Behörden, heute sind es 42. Es haben die genannten 625 Fabriken gegründet: individuell 189 Rumänen, 129 Fremde, darunter auch Juden, die Angehörige eines fremden Staates sind, und 85 einheimische Juden; auf gesellschaftlicher Basis: 86 Rumänen. 75 Fremde, darunter auch Juden wie oben und 31 einheimische Juden. Gegenwärtig werden die Fabriken betrieben: individuell von 160 Rumänen. 90 Fremden, darunter auch Juden wie oben, und 84 einheimische Juden; gesellschaftlich: 135 Rumänen. 76 Fremde, darunter auch Juden und 38 einheimische Juden. Die Zahlen sprechen für sich und beweisen, welch' hervorragenden Antheil Fremde und Juden an der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes haben. Der Verbrauch an Brennmaterialien beträgt durchschnittlich im Jahre 9,137,320 Lei. Darunter befinden sich auch 804.974 Meterzentner Petroleum. Rohmaterialien werden im Werthe von 120.927,709 Lei verarbeitet, davon sind einheimische Rohstoffe für 95,921,365 Lei und nur für die restlichen 25 Millionen Lei werden die Rohstoffe aus dem Auslande bezogen. In Bezug auf die Verwendung von Arbeitern und Beamten macht sich die Wirkung der beschränkenden Bestimmungen wegen der Fremden bemerkbar. Nach diesen Beschränkungen wird der Jndustrieschutz nur jenen Fabriken gewährt, die mindestens zu zwei Dritteln rumänische Arbeiter beschäftigen. In Folge dessen stellt sich die Zahl der Arbeiter und Beamten wie folgt: im Ganzen 39,746, davon 30.461 Rumänen, 7071 Fremde und 2214 Juden. Jedoch ist zu bemerken, daß die Zahl der in Fabriken beschäftigten fremden und jüdischen Arbeiter vor Jahren eine größere gewesen sein muß. bis auch die Rvmänen die Arbeit erlernten und die Plätze ihrer Lehrmeister einnahmen. Darin dürfte auch die Erklärung für die Thalsache zu finden sein, daß die

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