Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1904-02-11 · Heft 12 (11.2.1904) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 12 (11.2.1904)
Date
1904-02-11
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2449986-2449999--60068-2520922
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

„Es ist auch viel schrecklicher/ stammelte die Schluchzcnde, „o, viel, viel schrecklicher!" — Die Augen ihrer theilnehmenden kleinen Freundin' füllten sich mit Thränen. „Deinem Papa ist ein Unglück zugestoßen?" Frieda schüttelte heftig den Kopf. „Mir ist ein Unglück zugestoßen!" schluchzte sie. „o, so schrecklich! so schrecklich! — ich wollte, ich wäre früher gestorben!"- „So darf man nicht sprechen, Frieda," mahnte Selma. „Doch, doch," schluchzte Frieda, „ich darf so sprechen: mein Großpapa hat mir's gesagt, das ist weit schrecklicher, als Sterben. Denn wenn man stirbt, dabei ist doch nichts, da stirbt nur der Körper, aber die Seele bleibt am Leben. Aber wenn einem das geschieht, was nlir geschehen ist, dann — dann — dann stirbt auch die Seele," fügte sie händeringend hinzu. , Sprachlos vor Entsetzen starrte Selma bald auf die in ihrer Verzweiflung sich Windende, bald auf die Brüder, die neben ihr standen; wie um Hilfe flehend wandte sie sich an den Aeltesten: „Das ist nicht möglich," stammelte sie, „nicht wahr. Max, das kann nicht sein." „Das kann nicht sein", wiederholte Max entschieden, indem er miileidig auf die Weinende blickte. „Deine Freundin muß ihren Großvater schlecht verstanden haben. Durch das, was andere uns thun, kann unsere Seele nicht sterben, nur wenn wir selbst Böses thun." „Ist das wahr?" flüsterte Frieda, mit Macht ihre Thränen zurückdrängend „ist das wirklich wahr? — stirbt unsere Seele nicht, wenn andere uns das Schrecklichste thun?" Max schüttelte den Kopf. „Der Tod der Seele ist doch die schrecklichste Strafe. Wie können, wie dürfen! wir ""s strafen würde, für das Böse, das nicht wir gethan haben?" „23?u~ M doch recht," rief Selma, „das Muß doch jeder einsehen. uno es ist ein Unrecht, Frida, wenn Du das noch glauben wirst. Nicht wtchr Max?" „Dergleichen kann man wohl im ersten Schrecken glauben, aber bei ruhiger Ueberlegung ist das doch nicht denkbar." (Fortsetzung folgt.) Ueber den Lternen Ueber den Sternen Ein Vaterauge wacht. Schauet hernieder Auf uns, o Brüder. Bei Tag und Nacht. Ueber den Sternen Thronet in lichter Höh*, Der'Tröster sanft und mild. Der allen Jammer stillt Und alles Weh. Ueber den Sternen Winket Dir sel'ge Ruh', Wenn nach des Lebens Leid, Nach heißem Kampf und Streit Ausgelitten einst Du. Ueber den Sternen , Kennet man Thränen nicht. In einer bessern Welt Schwindet, was Dich gequält Im Himmelslicht!! Rosa Ludwig, Frankfurt » M. Der „Israelit" erscheint wüctsentläcli awelmal, Elontaga und ©onnerstac**« iedcSmal in mindestens zwei Bosten Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt panzjähilich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Dev Tuchhandel verkehr! durch Ö. 3?. 0! einatftcp, Leipzig, Nossplah ZS. — Inserate25 Pstnnigdie viergespaltcne NonparcilleMc oder deren Raum. Preis der Zelle im Neclamcthell 7o Pfennig. — Tlrccte Francozusendung unter Streift and pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für'S Ausland 16 Mark, an dir Expedition franco einsenden. Post,eitungsliste 3932. Telephon 1015. Stellcsuckiendc und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende »kNelue Aufgabe de0 FöraelLt" vier Wochen lang gratis und franco erhalten. Wünscht man den Empfang der »Kleinen Ausgabe" längere Zeit. |o kann man sich kür 25 Pfennige das Vierteljahr indeß ausschließlich bei der Post auf dieselbe unter Nr. 8O33 abonniren Aus L2unsch stunden wir dte Zahlung deck FnserttouSbelragS an ausser Stelle Befindliche -iS nach Erlangung einer solche«. a. Dt. Hamburg. VreLlau. Köln. Hrilbronn. Weltzenfels. Ungarn: Raab. England: London. Rußland: Petersburg. — Letzte Nachrichten: Frankfurt a. M. — Vermischtes. v Ä ,. _ , . ' frr.!:.-'» vrr t^tlün cjüöc«: Was sind Juden? (Schluß.) — ZcitlmgSnachrichten und Correspondcnzen: Deutschland: CA». Au» Hessen. railkrcich: Paris. Cluilcnb: Petersburg. — Jüd. Allerlei. LeUa^r Methodische Strcifzüge. Verantwortliche Redaktion: O2ear Lehmann in Mainz. — ELveLltlon de3 »JsraelitE. SHsttürage^Nr- L Mainz. Dn»<? und Verlag der I oh. Wtrthschen HosbuchdruLeret Aetien-Oesellschaft in Maiyz. drei SsKsLS».

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.