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Der Israelit · 1904-02-08 · Heft 11 (8.2.1904) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 11 (8.2.1904)
Date
1904-02-08
Page
– (sequence 11)
Language
German
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239 weise enthalten, in Folge hiervon und in Anbetracht dessen, daß das Gesetz als allgemeine Regel den ausländischen Juden verbietet, in die russische Unterthanenschast zu treten, ist somit dahin zu erkennen, daß auch die Kinder der vorerwähnten Ehe nicht die Berechtigung zum Eintritt in die russische Unterthanenschast besitzen. Palästina. Jerusalem. (Kischinewer Flüchtlinge in Jerusalem.) Dem „Habazeletb" zufolge kommen noch immer ganze jüdische Familien aus Kischinew nach Jerusalem, um sich daselbst niederzulassen. Die meisten von ihnen sind geübte Handwerker, langen aber aller Mittel entblößt im heiligen Lande an, wo sie dann, da sie keine Arbeit finden, auf die öffentliche Wohlthätigkeit angewiesen sind. Unter den jüngsten Ankömmlingen befindet sich auch eine Familie, welche noch im Vorjahre eine große Wäscherei und Färberei in Kischinew besaß und zwanzig Personen beschäftigte. Das Oberhaupt dieser Familie, das noch vor dem Massakre zu den wohlhabenden Juden Kischinews zählte, irrt um Arbeit — oder Hilfe suchend in den Straßen Jerusalems herum, ohne auch nur die geringste Aussicht für die Zukunft seiner Familie zu besitzen. In dieselbe Kategorie gehören auch die Uebrigen, die aus Kischinew nach Jerusalem kamen. Es sind lauter tüchtige, anständige Handwerker, deren Lage aber dadaurch erschwert ist, daß sie in der ihnen frenlden Stadt, ohne Kenntniß der Landessprache, ihren Unterhalt zu decken nicht vermögen. Sprechsaal. Soborten, 4. Februar. Es dürfte mir gestattet sein, in den „Sprechsaal" des „Israelit" einzutreten, um in dem weiten Kreis Ihrer geschätzten Leser diesmal eine Frage zu besprechen, die mich seit Jahren beschäftigt und deren richtige Beantwortung mir von höchster Bedeutung scheint. Es ist die Stelle in der Gemarah Erubin 13, vor der man sonst achtlos vorübergeht und sie als selbstverständlich hinnimmt, welche aber in Wirklichkeit ganz verblüffend auf den denkenden „Lerner" wirkt. Die Stelle lautet: ona:x ton ,Yai V’z -pbm rxnw du» 2 ax rssir, *.3M w rrwrn: K*n; xbv a-rx!, •b r.u o** psrr» 1VVV2 2wrrw' k*u:p rtpam xia:tM5 xnw Man bedenke die Worte nas uw. Die oberste Religionsbehörde, die höchste religiöse Instanz, das Forum, gegen dessen Beschlüsse es keine Apellation gibt. Hot den Grundsatz zum Beschluß erhoben nas Uöj ,,Es wäre besser gewesen, wenn der Mensch nicht erschaffen worden wäre!" Also, die berufensten Vertreter der Religion erheben feierlichen Protest gegen den Weltenschöpfer, üben Kritik und tadeln den Vater der Menschheit, weil er den Menschen erschaffen! Und diese Kritik und dieser Tadel wird von der höchsten religiösen Autorität zum Beschluß erhoben res uo* der unumstößlich feststeht! Wir fragen: Ist ein solcher Beschluß von solch' autoritativer Stelle nicht leicht geeignet, ein relig. gläubiges Gemüth wankend zu machen, oder zu beunruhigen? Und nun wage man noch zu behaupten, die jüdische Weltanschauung sei eine optimistische! Die bekannte Erklärung des x'B-ina zu dieser Stelle ist wohl geistreich, aber wenig beruhigend. Ich habe so manchen Perusch hierzu gelesen, mit so manchem msn fa darüber gesprochen, aber keine Deutung war einfach und einleuchtend genug, um ganz zu befriedigen. Zwar habe ich mir die Sache so zu erklären versucht: Des Menschen Aufgabe hienieden ist der Kampf. Nicht nur Kampf im materiellen Sinne, um die Existenz, gegen das Geschick u. s. w., sondern Kampf im ethischen Sinne, gegen Triebe. Leidenschaften, Begierden u. s. w. Sich selbst zu beherrschen, seine Selbstsucht zu bekämpfen ist die Bestimmung des Menschen. Dieser Kampf ist für den Menschen nicht wünschenswerth, aber indem er ihn bekämpft, erreicht er den eigentlichen Zweck seines Daseins, das ist die Selb st Veredelung und Vervollkommnung. Das sagt die Gemarah. »033 vbv a'v xnajpa für den Mens ch e n wäre wünschenswerther gewesen, nicht erschaffen zu werden, weil ihm dadurch jeder Kampf um seine sittliche Veredelung erspart geblieben wäre, wwoa PBirß»' x'ßjp rrosn. Jedoch da Gott nun den Menschen erschaffen hat, soll er kämpfen gegen die rohen Naturtriebe, um sich sittlich zu vervoll- kommnen. Ob diese Erklärung einfach genug ist, um zu befriedigen. überlasse ich dem maßgeblichen Urtheil des geschätzten Lesers. Jedenfalls wäre ich sehr dankbar, wenn mir aus dem weiten Leserkreise dieses Blattes eine der Wahrheit näher kommende Lösung der zitirten Talmudstelle zu Theil würde. Rabbiner H. Galandauer. Literarisches. Buch Esther. Uebersetzt und mit einer Einleitung versehen von Prof. Dr. A. S u l z - b a ch. Mit Illustrationen und dem Abendgebete am Purimfeste. 68 S., Pr. 40 Pfg. Rödelheim, M. Lehreberger & Co. 1904. ' „Eine Sache, die zur rechten Zeit kommt^ wie gut ist sie," sagen unsere Weisen. Das obige Büchlein kommt gerade zur rechten Zeit, um unserer lieben Schuljugend eine große Freude zu bereiten. Der auf dem Gebiete der jüdisch-ästhetischen Litteratur längst

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