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Der Israelit · 1904-02-08 · Heft 11 (8.2.1904) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 11 (8.2.1904)
Date
1904-02-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
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231 lung zu überschauen, kaum im Stande, alle Beweggründe, die diese Handlung hervorgerufeu haben, zu überblicken, und wir sollten über die Folgen und die Beweggründe aller Handlungen aller Menschen jetzt und in Ewigkeit zu urteilen die Vermessenheit haben? Es ist doch möglich, daß etwas, was unrund unserem durch'die Natur begrenzten Blicke als schlecht erscheint, in Anbetracht des uns unbekannten Welt- und MenschenZweckes gut ist, es ist doch nicht ausgeschlossen, daß dasjenige, was uns als Uebel, als Hinderniß erscheint, den großen Weltzweck fordert. Ein Kaiser, so wird uns erzählt, äußerte einmal den Wunsch, daß er Gott sehen möchte. Da sagte ihm einer der Weisen, daß er doch in die Sonne, die nur ein Diener Gottes ist, blicken möge, und wenn dies ihm schon unmöglich ist. wie kann er den Wunsch hegen, Gott zu sehen. Wenn es den Menschen unmöglich ist, selbst nur über eine Naturerscheinung oder über einen Himmelskörper vollen und klaren Aufschluß zu ertheilen, wie soll es ihm da möglich sein, über alle Pläne und Wege Gottes sich Klarheit zu verschaffen. Wenn das Auge zu schwach ist, auch nur Dasjenige zu erforschen, was es fühlt und sieht, wie sollte es nun dasjenige erforschen, was es unmöglich sehen kann. Wenn dies Alles wahr ist, und es ist wahr, so müssen wir doch einsehen, daß es unmöglich ist, dem Menschen Normen und Gebote zu dekretiren, ohne daß man den befragte, der den Menschen erschaffen, der ihn für bestimmte Zwecke erschaffen, die er nur in seiner Lehre offenbart. Alles Andere ist Menschenwerk und ist mit Jrrthümern und Fehlern behaftet, und alle ihre Bestrebungen führen entweder zu einem rücksichtslosen Individualismus oder zu einem verzweifelten Pessimismus. Will man sich von der Scylla des einen retten, ohne in die Charybdis des anderen zu gerathen, so muß man zur Lehre zurückgehen, von der man nie hätte abweichen dürfen. Hätte das Judenthum seine Mission bereits gelöst, und unsere Feinde behaupten ja. daß es das bereits gethan hat, es stünde besser um die Welt, in der heute über Alles Unklarheit und Begriffsverwirrung herrscht. Die Menschen haben so viel philosophirt, daß sie das Körnchen Verstand, das sie als Wiegengeschenk bekommen haben, sich glücklich wegphilosophirt haben. Vielleicht ist aber ihr Ohr dadurch geneigter worden, dem Unsinn zu lauschen, den ihnen die modernen Propheten auftischen. Wir dürfen uns aber nicht cntmuthigen lassen, es muß doch ein Erwachen geben... .. . (Schluß folgt.) *7 t ZeUrmgArrachrichLen rmÄ Eorresysyderrzerr. Deutschlaad. Posen, 4. Febr. Am 27. Januar d.J.heging'd^r Stadtverordnete und Vorsitzende des Vorstände^ her hiesigen Svnagogen-Gemeinde, Herr Sam^ S y e n - laut seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlaß wurden dem Jubilar durch oen Stadtverordnten-Borsteher Herrn Justizrath S a k - im Namen des Magistrates und der Stadtverordneten- Lersammlung, welcher letzteren Körperschaft/ Herr Schoenlank seit dem Jahre 1887 angehört, herzliche Glückwünsche, begleitet von einem kunst- und geschmackvollen Blumenarrangement, dargebracht.'..." Seitens der Synagogen-Gemeinde wurde. hem Jubilar eine reich ansgestattete. Adresse gewibmet.in welcher seiner großen Verdienste um die Synagögen- Gemeinde gedacht und unter herzlichen Glückwünschen dem Danke für die in Folge seiner mehr als Zwanzigjährigen Amtsthätigkeit bewirkte Förderüyg der.'Gemeinde-Institutionen Ausdruck gegeben wixd^/Die Mitglieder des Vorstandes und der Reprätzntanten- Versammlung überreichten dem Jubilar als Andenken eine mit entsprechender Widmungs-Inschrift versehene, durch Kostbarkeit und künstlerischen Figurenschmuck sich . auszeichnende, mit schönem Blumenarrangement versehene Jardiniere in Silber. In der Behausung des Jubilars fanden sich die Vertreter der städtischen Behörden sowie die Mitglieder des Vorstandes und der Repräsentanten-Versammlung und das Rghbjnat der Synagogen-Gemeinde ein und hier hielten der'stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes, Herr Justizrath Salz, sowie der Vorsitzende der Repräsentanten-Versammlung, Herr Geh. Kommerzienrath und Stadtrath Herz und Herr Gemeinde-Rabbiner Dr. W. Feilch e n f e l d an den Jubilar inhaltreiche und warm empfundene Ansprachen, in welchen der Dank, für sein Wirken für die Stadt und für die Synagogen-Gemeinde in meisterhafter Weise zum Ausdruck gebracht wurde. .-V»-;,; /,£.>* Herr Bankier Ignatz Golds ch.m i d t Namens der Jüdischen Alterversorgungs-Anstaft zuBojano.wo und Namens des Verbandes der Synagogen-Gemeinden des Regierungs-Bezirks Posen, sowie die Vertreter hiesiger Wohlthätigkeitsvereine hielten gleichfalls:-beglückwünschende Ansprachen an den Jubisax,. .welcher auch die Freude hatte, die Glückwünsche hes He.yrn Bürgermeister KL uz er und des.-Herp; Hgbhiner Dr. B lo ch entgegenzunehmen.) - -* vv.. j . Auch die Bureaubeamten-. der.?iSyng.gogyr-Kemeinde, sowie zahlreiche Verehrer. undFreünde des Herrn Schoenlank fanden sich ein, um ihreGsückwüysche 1 darzubringen. v*r h.Mj

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