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Der Israelit · 1904-02-04 · Heft 10 (4.2.1904) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 10 (4.2.1904)
Date
1904-02-04
Page
– (sequence 10)
Language
German
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malern erhellt zur Genüge, daß die 25. Dynastie den Traditionen der vorangegangenen treu geblieben war und auch bei ihr die Menschverthierung und Thiervergötterung in üppigster Bluthe stand. Und wieder rang sich Aegypten empor und nochmals' sehen wir die Nachkommen jenes von den Aethiopiern geschlagenen Pharaonen zur Herrschaft gelangen. P s a m m t i ch kehrte von Syrien nach dem Sturz der 'äthiopischen Fremdherrschaft zurück. Er öffnete aber die Häfen seines Gebietes den Phönikern und begünstigte den Handel derselben?) Hierdurch, durch die Zulassung der Fremden, entstand der erste Bürgerkrieg in Aegypten. Bürgerkrieg ist jedem Lande verderblich, in Aegypten aber, welches nur durch die «einheitliche Ordnung" bestand, war Bürgerkrieg der Gipfel alles Verderbens. Auf diesen Bürgerkrieg sich beziehend, sprach njns" seine Prophezeiung: (Kap. ts*’ s) «Aegypter wappnet sich gegen Aegypter. und einer kämpft gegen seinen Freund, und der andere gegen seinen Bruder, Stadt kämpft gegen Stadt und Königreich gegen Königreich..... Der Rath der weisen Räthe ist dümmer geworden, und vergebens fragt das Volk nach den Götzen, nach den Zauberern und nach den klugen Männern.... Und die Frohnarbeiter von den Reichen werden aufhören zu arbeiten."*) Doch war dieses noch nicht die schlimmste Folge des Fremdenzuzuges. Psammtich überwand schließlich seine- Gegner, und er und hauptsächlich sein Sohn Necho strebten die Restauration Aegyptens eben dadurch an. daß sie Fremde und hauptsächlich Phöniker in ihr Land zuließen. Und hier war das Ende der ägyptischen Macht. Schlag auf Schlag erlitten sie eben durch die Hinzuziehung der Fremden, und vor allem der Phöniker. So glauben wir in unserm Psalm: trenn rmx ispr onp nve verstehen zu dürfen. .Hirsch s. A. weist schon in seinem Kommentar darauf hin, daß uns kein Ereigniß aus der jüdischen Geschichte bekannt ist, auf welches die hier gegebene Schilderung sich beziehen könnte?) Es scheint daher, nachdem, wie wir in unserer vorigen Ausführung dargelegt, der Psalm die Mängel der chamitischrn Staa- . tenfamilie gezeigt, nun auch der Untergang des eigentlichsten Vertreters derselben — Aegypten — angedeutet zu sein. Mit den von Necho und H o p h o n gemiethcten phönizischen Schiffen ging auch das Glück Aegyptens unter. In der entscheidenden Schlacht bei Karchmir waren es phönizische Seefahrer, die im ägyptischen Dienste fielen. Phonizien wurde von Nebuchadnezar belagert, statt seiner aber wurde Aegyp- 4) ® i o b o r I. 66. Vergl. mlch^LepnuS.^-.Driese E. 236 f. f. V . 6). SKalbim j. ©t. m€6etonbcc53|u B.D3. der ganz unsere Auiiassun^ theilt. und die Stelle nicht auf die Anarchie bezieht. -welche (nach Diodor l- 66.) der Bertreidung der Aethiopen folgt. 6) D. 10 Wir folgen in der Ncbersetzung der Erkl. Raschis. 7) Auf Karthagos Zerstörung dürfte es schwerlich anzuwenden sein, da ja e» zu Lande und nicht zu Wasser — rin« — besiegt wurde. ten geschlagen, wie dieses so deutlich in 'r^iwIKap. 29 ausgesprochen ist: «Menschensohn Nebuchadnezar, König von Babel, hat sein Heer eine gewaltige Arbeit um Zor (Tyrus, eine phönizische Kolonie) verrichten lassen, jegliches Haupt ist enthaart und jegliche Schulter wund, Lohn ist ihm jedoch und seinem Herrn durch Zor nicht geworden für die Arbeit, die er davor gethan. Deßhalb hat Gott mein Herr also gesprochen: Siehe ich gebe Nebuchadnezar. dem.König von Babel, das Land Mizrajim und er trägt seine Gütermenge fori und erbeutet dessen Beute und raubt dessen Raub, und das sei Lohn für sein Heer. Als seinen erarbeiteten Lohn, um den er gedient hat, habe ich ihm das Land Mizrajim gegeben, da sie für mich gearbeitet haben, ist der Spruch Gottes meines Herrn." Wir glauben hier die Vollendeste Bestätigung unserer Auffassung zu erblicken. Unsere Betrachtung über Aegypten wüßten wir nicht besser als mit den Worten Herders zu schließen: «Armes Ägypten, wie bist du jetzo verändert! Durch eine jahrtausendlange Verzweiflung elend und träge geworden, war es einst arbeitssam und duldend fleißig. Auf den Wink seiner Pharaonen spann es und webte, trug Steine und grub in den Bergen, trieb Künste und baute das Land. Geduldig ließ es sich einschließen und zur Arbeit ver(ur!)theilen, war fruchtbar und erzog seine Kinder kärglich, scheute die Fremden und genoß seines eingeschloffenen Landes. Seitdem es dieses Land aufschloß, wurde es Jahrtausende hin. Völkern nach Völkern, zur Beute.") Perser und Griechen. Römer. Byzantiner. Araber. Fatimiten, Kurden. Mamelucken und Türken plagten dasselbe nach einander, und noch jetzt ist's ein trauriger Tummelplatz arabischer Streifereien und türkischer Grausamkeiten in seiner schönen Weltgegend." Bedarf es nach dem Gesagten noch des Hinweises * auf die äußere Aehnlichkeit unseres eigenen, jüdischen Völkerlooses mit dem ägyptischen. Auch von Mizrajim sagt der Prophet sron« crrrm vi» mxo TOffifl «und ich zersprenge Mizrajim unter die Völker, und ich schleudere sie hinaus über die Länder." Und dennoch welch' himmelweiter Unterschied zwischen beiden. Die Klarlegung dieses Unterschiedes ist der Inhalt der Schlußverse unseres Psalms, u*m fp upew "irto nba d^p ry ruw *x -Hx tos nuax *n toi Wohl haben wir dasselbe, was wir von Aegypten gehört, auch bei uns in der Gottesstadt gesehen. Und doch die Gottesstadt ist, wenn auch das Gottesvolk in die Welt zerstreut ist. für ewig gegründet.") sips *pnn *x von .■ps* nxte pix px by yfaw p *x -pcra 8) In Bezug darauf mürbten wir. als Hypothese in dem unseren heutigen Ausführungen vorangestellten Crtat des res cy — von pss verborgen — mit «fremden Voll" übersetzen. 9) *"» U“3 'Hpm\ 10} S. zu diesem Vers Mas. Erubln. Fol. 54K

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