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Der Israelit · 1904-02-04 · Heft 10 (4.2.1904) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 10 (4.2.1904)
Date
1904-02-04
Page
– (sequence 11)
Language
German
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AI Wir glaubten zwar anfangs inmitten Deines HeiligthumZ — in Zion — weilen zu sollen. Aber unser Exil in die Völkerwüste hat den hohen Zweck, unsere Brüder an füllen Enden der Erde" den rechten Gottesbegriff zu lehren. Wie wir schon oben ausfiihrten. hatten ja alle Völler das dunkle Bewußtsein von einem Gott. Sie verehrten wohl Gott, aber in falscher Weise. Sie gleichen — wie dieses so sinnig im ausgeführt ist — Leuten, die sich auf dem Weg zu einem Schloß befinden, aber vom Hauptwege abgelommen, sich auf Jrrpfaden vergeblich zur Erlangung des Ziels abmühen. Unsere Aufgabe ist es nun, sie auf den richtigen Weg zu bringen, daß Gott nicht nur »gelobt" wird, sondern, daß das Lob auch dem alleinigen Gott gezollt wird, daß irbnn p x *]cst*3 Und weil das unser Ziel, so ist auch die strafende Gottes-Rechte (vergl. 2 B. M. 15, 6) nichts weiter als pro. •jieero pob mro» jp» rubin jwt *n man Wenn dereinst dieses Ziel erreicht, wird sich nicht nur der »Berg Zion" freuen, sondern alle Völker, die sich dann dankbar als „Töchter Judas" fühlen werden,' stimmen mit in den Jubel ein. dessen indirekte Ursache Gottes Rechtswaltung an uns, unsere Zerstreuung, ist. Unbedingte Voraussetzung zur Erreichung dieses Zieles aber ist — und hier diene uns der Aegypter warnendes Beispiel — daß wir treu zur eigenen Sache halten, daß wir nicht durch fremde Einflüsse uns beeinflussen lassen, und es als Goluß-Lehre beherzigen, vor jeder Bresche und jedem Angriff unsere Thora zu wahren. “) „Schaaret Euch um Zion und schließt Euch ihm enge an, zählt seine Thürme. Richtet Eueren Sinn auf die Ringmauern, erhöhet seine Bauten, damit Ihr es dem spätesten Geschlechte kund thuet, daß der (einzige) Gott nur unser Gott ist, und'das führt uns in ewiger Jugendfrische." —o— (Fortsetzung folgi.) ZetiungSnachrlchierr und Eorrespoudenzen. Deutfchland.^^^ Berlin, 2. Febr. Der engerk^usschuß für die Eesammtorganisation der Israeliten Deutschlands übersendet uns das Protokoll seiner letzten Sitzung, sowie den Statuten-Entwurf seines Vereins. Für Sonntag, den 29. April, , ist eine konstituirende Delegirten-Versammlung berufen, wozu er uns ebenfalls einladcn wird. Die ersten beiden Paragraphen lauten wie folgt: § 1. Der Verband bezweckt die Vertretung 11) w vio bis zum Schluffe des Kapitell aller den Juden Deutschlands gemeinsamen Interessen^ § 2 lautet: Die Erörterung von Fragen, der Religion und des Kultus, sowie der inneren Verwaltung der Gemeinden ist nur insoweit statthaft, als es sich um die Abwehr von Angriffen handelt. . Der zweite Paragraph erscheint uns, wenn wir die Unterzeichner dieses engeren Ausschusses naher betrachten, die ausschließlich aus freisinnigen Glaubensgenossen bestehen, schon bedenklich. Noch bedenklicher erscheint uns die wiederholte Betonung der Redner der jüngsten Versammlung, daß sie 1) jede Erörterung der zionistischen Frage ausschließen wollen, daß sie 2) kein jüdisches Zentrum bilden wollen, und daß 3) alles, was an einen „Judentag" erinnert, vermieden werde. „Wer sich entschuldigt, klagt sich an." Auch der isr. Gemeindebund betonte von jeher, sich nicht in religiöse Fragen mengen zu wollen, und doch kann er dies niemals unterlassen; das hat erst jüngst seine Rundfrage in Bezug auf die Feuerbestattung gezeigt. Immerhin, warten wir ab, was da noch kommen wird. Berlin, 1. Febr. In der Beilage zum „Berl. Tagbl.", der „Zeitgeist", veröffentlicht heute Prof. Dr. Friedr. Delitzsch einen „Rückblick und Ausblick" auf sein „Bibel und Babel". Neues weiß der „gute Professor" nicht zu sagen. Die alten Ausfälle gegen jüdische und christli^ Rechtgläubigkeit wiederholen sich in womöglich noch schärferer Weise, und er muß es „leider begreiflich finden, daß die. jüdische Theologie, die an dem göttlichen und darum unanfechtbaren Charakter der Thora um jeden Preis sesthält, alle seine Bemerkungen ignorirt." Thorn. Das energische und zugleich würdevolle Auftreten der Conservativen hat bewirkt, daß auS unserer Synagoge das Harmonium entfernt mid der gemischte Chor aufgelöst wurde. I t a l r e n.? Mailand, 1, Febr. Der Führer der Zionisten, Herr Dr. H e r z l, ist kürzlich vom Papst empfangen worden. Die Audienz dauerte eine halbe Stunde. Der vatikanische Korrespodent des „Corriere della Sera" erfährt, daß Dr. Herz! an den Papst die Frage richtete, ob der Vatikan gegen die Besiedlung Palästinas mit Juden Einwendungen zu erheben hätte, der Papst konnte aber nur in sehr allgemeinen Ausdrücken antworten. Der genannte Korrespondent fügt noch hinzu, daß auch ein anderes Mitglied des. zionistischen Komitees von Pius X. empfangen wurde und daß Leo XIII. sicher niemals einen Zionisten zur Audienz zugelaffen hätte, wie er überhaupt Juden Nur ungern empfangen habe. Bekannt ist dagegen, daß PiuS X. mit der jüdischen Familie Romapin-Jacour, die er seit langen Jahren kennt, bis zu feiner Wahl zum Papst freundschaftliche Beziehungen unterhielt.. -

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