Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 9 (1.2.1904)
- Date
- 1904-02-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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186 dischen Kinder aus den rumänischen Schulen auszustoßen. Die jüdischen Kinder mußten erzogen und ausgebildet werden genau wie die rumänischen, um sie zu guten Bürgern zu machen. Die heutige Behandlung der Juden in Rumänien muß vollständig geändert werden. Die Rumänen müssen bestrebt-sein, alle Juden, welche sich mit aufrichtigem Herzen anschließen wollen, an sich heranzuziehen." Es ist nur Schade, daß bei den rumänischen Staatsmännern sich Theorie und Praxis nicht decken. Auch Vasile Lascar hat, als er nicht Minister war, judenfreundlich gesprochen; jetzt aber hat er als Minister des Innern ein Landgemeindegesetz vorgelegt, das scharfe Bestimmungen gegen die „Fremden" enthält. Rußland. Petersburg, 27. Jan. Die deutsche „Petersb. Z." schreibt: „Den Werth der antisemitischen Zeitung „Snamja" des vielgenannten Herrn P. A. Kruschewan kann man aus einem Inserat des Gerichtsvollziehers in den „Wed. Grad." ersehen. Die Konzession zur Herausgabe der „Snamja" wird am 10. Januar im Redaktionslokal (Gogelstraße Nr. 12) ausgeboten werden und ist mit — hundert Rubel (Rbl. Silb. 100) abgeschätzt!" Petersburg. 26. Jan. Der Gouverneur von Bessarabien, Fürst S. D. Urussow, ist in Petersburg eingetrosfen, um an den im Ministerium des Innern beginnenden Konferenzen über eine Erweiterung der Wohnrechte der Juden außerhalb des Ansiedelungsrayons und der eventuellen Erweiterung dieses Rayons selbst theilzunehmen. Wie verlautet, vertritt der Gouverneur von Kischinew den Standpunkt, daß der Ansiedelungsrayon der Juden entschieden zu erweitern ist, um die Spannung in den Beziehungen zwischen Christen und Juden zu mildern, weil dieselbe ökonomischen Ursachen entspringt. Die Dichtigkeit der. Bevölkerung spannt den Kampf um's Dasein auf's äußerste an, und es ist daher nichts Sonderbares, daß der Starke in diesem Kampfe um das tägliche Brod den Schwachen 'niederzutreten sucht. Fürst Urussow beabsichtigt, in dieser Hinsicht an die Humanität des Ministers des Innern zu appelliren und darauf zu dringen, daß den Juden ausgedehntere Wohnrechte gewährt werden. AlWlllV« Ms dro jüö. AmeMrelM Md für dieselbe«. (G&rcntUC* jkd. Qanderbettswereine rrrrv Oaflen C find gebeten, rrnS LlUttkerrurrcen über 0^al)?l:rrcerr. die sie arr? dern Oebtete ihrer SujCMiZtU tsaCcst, ittJomnea tu lassen.) Mrth (Bayern), 26. Jan. Die Auszahlungen unseres Vereins finden lediglich im hiesigen israelitischen Hospitale statt und hat der daselbst jeweilig angestellte Krankenwärter insofern dabei behilflich zu sein, als er den Petenten die Thüre öffnet, und in Folge dessen nicht allein im regen Verkehr mit den Betreffenden kommt, sondern auch angenommen werden muß, daß er üble Maniren von ihnen gelernt hat. Der bisherige Krankenwärter daselbst „Adalbert Böhm", 23 Jahre alt, aus Gramat in Ungarn, auch in Wien wohnhaft gewesen (möglich, daß er auch Fürth als Wohnort sich künftig wählt), hat am 24. ds. Mts. Leim. hiesigen Rabbinat seinen Austritt aus dem Judenthume erklärt und wird, wie ich sicher erfahren, sich dem evangelischen Glauben anschließen. Er wird demnächst auf Reisen gehen und seine Kenntnisse vom jüdischen. Kastenwesen dabei, meiner Meinung nach, wahrscheinlich nicht unverwendet lassen. Den verehrlichen Schwestervereinen sei Vorstehendes zur Vormerkung mitgetheilt. Beim hiesigen Hospitale ist er sofort entlassen worden. Jsr. Wander - Unterstützungs - Verein. Der Vorstand: Adolf H e y m a n n. F e u i 1111 o tt. Wahrheit und Dichtung. Von Friedrich Rott. U7 „Mar und Paul sind Deine Brüder?" „Ja, aber sie sind nicht so klein, wie Deine Brüder. Paul ist schon zwölf Jahre alt und Max schon vierzehn, und viele Leute meinen, daß er schon sechzehn Jahre alt wäre, weil er so groß ist und so vernünftig auSsieht." „Das muß angenehm sein, wenn man große Brüder hat, die quälen einem nicht so wie die kleinen." „Nein, die quälen gar nicht, die wollen nur immer gefällig sein." „Das muß schön sein. Aber sind denn Deine Brüder auch hier draußen?" „Gewiß, wo sollen sie denn sein?" „Nun, gehen sie denn nicht in die Schule?" „Gewiß, sie gehen in's Gymnasium. Max ist sogar immer der Erste in seiner Klaffe und Paul lernt auch gut. Schon vor halb acht Uhr gehen sie fort und nehmen sich Butterbrod oder sonst etwas mit, denn Mittags bleiben sie in der Schule und machen dort gleich ihre Aufgaben, und wenn sie dann um fünf Uhr nach Hause kommen, dann haben «sie nicht gar so viel mehr zu arbeiten, dann gibt mir Jeder eine Stunde, denn die Eltern wollen nicht gern, daß ich auch immer in die Stadt gehe, ich th'äie es ganz gern." „Alle Tage in die Schule gehen? Nun ja, manch-