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Der Israelit · 1904-01-28 · Heft 8 (28.1.1904) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 8 (28.1.1904)
Date
1904-01-28
Page
– (sequence 11)
Language
German
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169 den Häusern. In denen ihr wohnet, und ich werde das Blut sehen und werde euch überschreiten, und keine Plage wird euch treffen, wenn ich vernichtend über Egypten einherziehe. Und dieser Tag soll euch zum Andenken sein. Und Mosche erwiderte: Herr der Welt! Bedarf es für dich eines Zeichens, kennst du nicht auch so die Häuser, die du überschreiten willst? Und Gott sagte: Es soll nicht für mich, sondern nur für euch ein Zeichen sein, wenn ihr es beobachtet, dann sollt ihr erkennen, daß ich euch nie verlassen werde. — Dieses Zeichen, so fährt Redner fort, besitzt die Kraft, Israel aufrecht zu halten, daß es nicht untergeht, es hat sich an vier Jahrtausende bewährt, und mit ihm trotzt Israel allen Stürmen von außen, allen Prüfungen und Versuchungen, mit der Beobachtung dieses Zeichens kann Israel sorglos der Zukunft entgegensehen, es wird an seine Vergangenheit denken und sich erinnern, daß Gott es niemals verlassen hat. wie er es errettet aus der Hand des nichtigen Pharao, und aus den Sklavenketten befreite, so wird er ihm auch weiter beistehen. Durch dieses Zeichen an den Häusern werden letztere zu geweihten Stätten, zur Stätte der Wahrheit und des Friedens, jeder Fanrilienvater zum. Priester seiner Familie, jede Mutter zur Lehrerin ihrer Kinder. Diese würden in Liebe zu Gott und seiner Religion erzogen, und es würde dadurch das Fundament geschaffen, auf dem unser ganzer Glaube aufgebaut sei. Und es soll sein zum Zeichen an deiner Hand und zur Erinnerung zwischen deinen Augen, damit die Lehre Gottes in deinem Munde sei. Es ist eine betrübende Thatsache. wenn man einen Blick auf die Gegenwart wirft; nicht ohne Rührung und bitteres Weh im Herzen sieht man, wie so viele vom rechten Wege abirren und gekrümmte Pfade wandeln. Sie befolgen jeder das Gesetz, sie kennen das Zeichen, aber nicht den inneren Werth, sie heften Mesusaus und legen Tallis und Tefillin, damit glauben sie ihrer Pflicht genügt zu haben, nun dürfen sie sündigen. Doch nein, durch die Mesuso wird das Haus zu einer heil'gen Stätte, und nichts Unlauteres darf über die Schwelle kommen, wenn du hinausgehest, so blicke auf die Mesuso, der Name des allmächtigen Gottes mahnt dich daran, nichts Böses zu thun, den Versuchungen und Verlockungen, die da draußen deiner warten, zu widerstehen, wenn du in dein Haus gehst, so schaue auf die Mesuso, was du gethan und vollbracht hast, stelle Gott anheim, wenn Schicksalsschläge dich heimsuchen, wenn du verzweifeln willst im schweren Kampf um's Dasein, so blicke auf die Mesuso, dein Gott ist neben dir, Er wird dir helfen, blicke auf das Zeichen deiner Hand, so wirst du erinnert werden, daß dein ganzes Sorgen und Schaffen, daß alles, was deine Hände unternehmen, alles im Namen Gottes geschehen muß. So werden Mesuso und Tefillin zur Waffe, mit der wir uns vertheidigen können gegen alle Anstürmungen, gegen alle Verlockungen und Versuchungen, harumsmd sie auch die ersten Vorschriften gewesen, die Israel exhallen hat, und der Monat wurde zum ersten der Monate des Jahres bestimmt. Und in der That, unser ganzes Leben ist aus Hirsen beiden Vorschriften über Mesuso und Tefillin aufgebaut. Möget ihr euch das zu Herzen nehmen, wie sie Schutz und Harnisch gewesen find gegen alle Femde, so werden sie es weiter bleiben über alle Stürme^ die heranbrausen, über alle Fluthen, die uns umtoben, bleibt ewiglich fortbestehen der reine, wahre Gottesgedanke. . . / ' Amerika. . 0 Rewyork. (Baron de Hirsch Fond.) Der zu Gunsten der jüdischen Immigranten aus Rußland. Rumänien und Galizien vom seligen Baron Hirsch gestiftete Fond von vier Millionen Dollars hat eben seinen Bericht über seine Thätigkeit im üerflössenen Jahre veröffentlicht. Die Arbeiten zur Sprengung des großen Ghetto von Rewyork und zur Zerstreuung der an der Ostseite dieser Riesenstadt ' angesammelten Hunderttausende von östlichen Juden sind in diesem Jahre mit weit größerem Erfolge als bisher betrieben worden. Mit einer Ausgabe von 80,000 Dollar ist es gelungen, 8000 Juden aus Rewyork zu entfernen und in andern Staaten unterzubringen. ' Der Erfolg kam allerdings etwas theuer, aber in einem Jahre 8000 Ghettobewohner über die Vereinigten Staaten zu zerstreuen, ist schon eine Leistung; der Baron Hirsch Fond hat ein Einkommen von 160,000 Dollars. Ferner hat der Fond massenhaft Juden von der Eastside nach dem gesündcrn Hartem in der oberst Stadt übersiedeln helfen. Hartem ist nun ein zweites Ghetto geworden, das bereits weit über 100,000 Juden zählt, aber die Wohnungs- und Gesundheitsverhaltniffe sind da weit günstiger als im Osten Rewyorks. Ein drittes jüdisches Centrum ist endlich mit Hilfe hes Baron Hirsch Fond in Brownsville, einem zum ..Größer» Rewyork" gehörenden Vorort entstanden. Hier wohnen bereits 25,000 Juden in eignen Häuschen oder in Musterhäusern. Die Betheiligung des Fonds bei der Gründung der rein jüdischen Stadt Woydhhre in Rew-Jersey, sowie bei der Etablirung von Hunderten von jüdischen Einzelfarmern im Vereine mit der jüdischen Hilfsgesellschaft für Ackerbau sind aus den Jahresberichten der „I. C. A." zur Genüge bekannt. Tie amerikanischen Juden geben sich große Mühe, die jüdischen Immigranten von Rewyork fernzuhalten, um den amerikanischen Fremdenfeinden jeden. Borland für ihre Agitation zu nehmen. Man hofft äuH<^,i>je neueste Attaque des Senator Lodge, der im.Kongresse eine neue fremdenseindliche Bill eingebracht.hat,, für diesmal noch siegreich abschlagen zu können. Zahlreiche Senatoren haben versprochen, im Congresse gegen daS Lodge'sche Gesetz zu stimmen und dasselbe zu Fall zu

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