Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 8 (28.1.1904)
- Date
- 1904-01-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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158 Referent auch als Hauptforderung zur Defferung des Pentateuch-Unterrichts die Aufstellung eineS Lehrplanes hin, außerdem aber auch Anwendung einer besseren Methode als seither, und die Einräumung mehrerer Unterrichtsstunden, insbesondere in den höheren Schuljahren, für diese wichtigste Disziplin des Religionsunterrichts. Auch in dieser Frage konnte wegen vorgerückter Zeit ein endgültiger Beschluß nicht gefaßt werden. Nachdem sowohl der Vorsitzende, als auch Herr Rabbiner Dr. Marx Herrn Bloch für seine fleißige, hingebende Arbeit innigen Dank ausgesprochen hatte, wurde die Provinzialkonserenz mit dem Wunsche auf frohes Wiedersehen bei der Generalversammlung geschlossen, . H. Kahn. Oesterreich. Wie«. (Schönlatern-Bethaus.) Dieses im Eentrum der Stadt gelegene Bethaus begeht demnächst das Jubiläum seines 50-jährigen Bestandes — dasselbe dürfte somit das älteste Wiener Privatbethaus sein. Bei Begründung hatte der Vorstand mit mannigfaltigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Sowohl Staatsbehörden als auch Eultusvorstand hatten Bedenken gegen die Errichtung dieses Bethaufes. Erst die loyale Erklärung der Gründer, daß es ihnen nur um die Errichtung einrs Gotteshauses nach altem Ritus zu thün sei, sie aber nach wie vor Mitglieder der Gesammtgemeinde bleiben und an diese die Culiüssteuer entrichten wollen, vermochte das Mißtrauen des Cultusvorstandes zu beheben. Dagegen erblickte die Staatspolizei in dem Vorhaben der Gründer eine unstatthafte «Sectirerei" und drohte, «mit geeigneten Zwangsmitteln" die ausgetragene Vereinigung mit den «Polen" zu vollziehen, welche nach Demolirung des Lazzenhofes (in welchem die orthodoxe Schule früher untergebracht war) in die Leovoldstadt, Ankergasse. Lbersiedelt waren. Das Komitee der deutsch-orthodoxen Mitglieder (welche! aus den Gemeinden Böhmens, Mährens und Ungarns | stammten) ließ sich in seinem Vorhaben nicht beirren! und kaufte mit subscribirien Geldern im Dezember 1852 das Haus «Zur schönen Laterne" und ließ das 1. Stockwerk für Bethauszwecke adaptiren. Rach vielfachen Bemühungen gelang es auch, von der Polizeidirektion die «provisorische" Erlaubniß zur Abhaltung der Gebete in dem erkauften Hause zu erwirken. Gegen Ende des Jahres 1863 wurde das Bethaus eingeweiht. - - Die Jubiläumsfeier wird Sonntag den 31. Januar, Nachmittags 4 Uhr, im Vethause. I.. Schönlaierngaffe 6. abgehalten werden. V S p r e ch s a a l. V}\v - Brünn, 22. Januar. Mit Bezug auf die von Herrn Hermann L5winger-Frankfurt a. M.. in Nr. 6 v. 18. Jan. h I., im Sprechsaal Ihrer geschätzten Zeitung ausgestellte Behauptung, daß die Etymologie des Wortes «B'schores" als corrumpirt von ms «abschneiden" entstammt, ist nicht richtig. Vielmehr glaube ich — was auch einleuchtender ist — daß es von uv «erübrigt", corrumpirt «B'schijures", richtig wäre. Heute bedient man sich dieses Ausdruckes «B'schores" allgemein, sowohl in jüdischen als auch nichtjüdischen Kreisen, und wird es nicht nur bei der Schneiderei, sondern verschiedenartig praktisch verwerthet. Oberkantor I. Heller. Soborten, 21. Januar. In Nr. 5 Ihres gesch. Blattes wird versucht, das Wort «B'schores" zu erklären. Es ist doch sonderbar, daß das Einfachste und detzhalb auch Richtigste dabei übersehen wird. Es heißt das nicht «B'schores", sondern P'schores" mit P., von 121 its»B Ausgleich der Sache. Das heißt der Handwerker eignet sich die übrig gebliebenen Stoffreste an. um damit das Minus im Arbeitslöhne auszugleichen. Harry Gal an baue r. Feuilleto«. Wahrheit und Von Friedrich Roll. ung. 116 Erst am folgenden Tage ubergab Frau Müller dem Verwalter die. 100 - Kronennote. «Ich vermuthe, daß sie Ihnen gehört, Herr Werner. Selma hat dieselbe schon vorgestern Abend gefunden, aber durch den gestrigen Besuch des Herrn Krawanni habe ich versäumt, sie Ihnen zu geben." «Dank Ihnen", entgegnete der Verwalter, die Banknote nehmend, indem eine leise Röthe ihm in's Angesicht stieg, «ich habe in der That eine Banknote von diesem Werth vermißt. — Wissen Sie. daß ich ganz überrascht war von dem gestrigen Besuch des Herrn." «Er erzählte mir, er hätte hier, in der Nähe etwas zu thun gehabt, ich glaube, eine Besprechung mit Herrn von Kaimak und Herrn Stroh." . -Ja, ja, ganz richtig, dasselbe hat er mir auch gesagt. Aber daß diese Besprechung gerade am Hochzeitstag seines Neffen sein mußte —." Sie zuckte die Achseln. «Davon hat er mir nichts gesagt." * * Die Zeit verstrich. Die Wirthschafterin hielt scharf Wache und hatte wiederholt Gelegenheit, ihren Brodgeber vor bedeutendem Schaden zu bewahrin. Zn Neujahr hatte er seinem treulosen Verwalter gekündigt,-