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Der Israelit · 1904-01-28 · Heft 8 (28.1.1904) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 8 (28.1.1904)
Date
1904-01-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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157 Mit einem donnernden dreifachen Hoch auf Se. Majestät schloß Redner den formvollendeten Dortrag. Nachdem zum Schluffe noch die Nationalhymne von Zuhörern und Angehörigen der Anstalt stehend gesungen, verließ man mit dem Bewußtsein, einer wohlgelungenen Kaiserfeier, welche als erste Vorfeier in hiesiger Stadt zu bezeichnen ist, mit beigewohnt zu haben, die Raume der gut geleiteten Anstalt. Ein Zuhörer. Samter. Am 7. Januar wurde hier Frau Pauline Lewit, geb. Landeck, die Mutter des Großherz. Landesrabbiners in Birkenfeld, Herrn Dr. Julius Lewit, in dem ehrwürdigen Alter von 78 Jahren zur ewigen Ruhe gebettet. Der Sohn der Verblichenen. Herr Dr. Lewit. gab dem Schmerze um feine Mutter in herzbewegenden Worten bei den Trauerfeierlichkeiten im Haufe und auf dem Friedhofe Ausdruck. Nicht heute zum ersten Male spreche er in andächtiger Versammlung von seiner Mutter, sondern schon sehr oft habe er von der Kanzel herab zu seinen Gemeinden von seiner Mutter gesprochen. So oft er seinen Zuhörern echt israelitisches Gottvertrauen schildern wollte, schildere er nur das innige, unauslöschliche Goitvertrauen seiner Mutter. Der Rabbiner der hiesigen Synagogengemeinde, Herr Dr. Wreschner. sprach den trauernden Kindern in ergreifender Grabrede Trost zu. indem er auf den gottgesegneten Lebensabend hinwies, dessen die Heimgegangene als von Gott gewürdigt war. deren höchstes Streben dahingina. die Kinder und Enkel im Geiste des Judenthums zu erziehen. Im Trauerhause und auf dem Friedhofe sang Herr Kantor Gold die üblichen Trauergebete. Möge das Andenken der frommen Heimgegangenen zum Segen gereichen. n'sxja Karlsruhe, 26. Jan. Der aus 438 Mitgliedern bestehende, hiesige, israelitische Frauenverein, hatte nach dem soeben erschienenen gedruckten Jahresberichte für * das Jahr 1903 eine Gesammteinnahme von 9324.63 Mark, darunter an monatlichen und jährlichen Beitragen 2524.62 Mk. Zinsen aus dem Vereinsvermögen und der Regine Nathan Levi'schen Stiftung 1629.20 Mk.. Geschenke und Legate 1746.50 Mk. Verausgabt wurd-n für Wochengelder an Kranke 607 Mk., Wöchnerinnen 336 Mk.. Rekonvaleszenten 314.12 Mk., für Bäder und Badereisen sBadekuren) 1109.34 Mk., Medikamente 1640.14 Mt., Verpflegungen 55 Mk., Verpflichtungen an Todestagen 131.10 Mark etc. Das Vereinsvermögen besteht in Kapitalien aus 41,385.72 Mk.. ferner aus der Regine'Levi-Stiftung im Betrage von 5142.85 Mk.. Der Vorstand besteht aus den Frauen Berta Gutmann, Jenny Wormser. Therese Ettlinger, Dr. Appel, Justine Levinger, Medizinalrath Seligmann und den Herren Stadtrath Fritz Homburger, Rudolf Hermann und prakt. Arzt Dr. Richard Seeligmann. Der Verein enthält'Mitglieder der isr. Gemeinde und der iSr. Relrglonsgefellfchast. AlSfeld. Am 13. Januar verschied nach schwerem, mit Geduld ertragenen Leiden Herr Isaak Löb Rothschild hier in dem noch besten Mannesatter von 45 Jahren. Der Verblichene erfreute sich wegen seines streng-rechtlichen und offenen Charakters, welchen man allgemein kannte und achtete, in weiten Kreisen großer Beliebtheit und Werthschätzung. Er war einer der Wenigen, welche die Fahne des überlieferten Judenthums mit tiefer Ueberzeugung und edler Begeisterung hoch halten, der die - Opfer, mit welchen die gewissenhafte Ausübung des indischen Gesetzes heute verknüpft ist, mit Freuden auf sich nahm und so als Muster und helles Vorbild für pflichttreue Erfüllung unserer heiligen Tauroh voranleuchtete. Ungeachtet der Bürde seines Geschäftes fand er spät Abends und am Sabbat immer noch Zeit, zu lernen und andere mit Hingebung in unserer heil. Lehre zu unterrichten. Die Familie verliert in ihm einen treuen Gatten und liebenden Vater, die jüdische Gemeinde beklagt den . Verlust eines ihrer pflichteifrigsten und stets hilfsbereitesten Mitglieder. Sein Andenken sei stets in Ehren gehalten. - Höchst i. C. Am 10. Januar d. I. fand in Tarmstadt die diesjährige Provinzialkonferenz .des „Unabhängigen Vereins isr. Lehrer im Grotzherzvg-- Ihum" statt, an welcher sich 27 Lehrer, und als Ehrengast Herr Rabbiner Dr. M a r x -- Darmstadt beiheiligten. Nachdem der Vorsitzende, Herr Dr. Barnaß - Pfungstadt, die Erschienenen begrüßt und der isr. Religionsgesellschaft Darmstadt, die in bereitwilligster Weise dem Verein stets ihre Raume zur Verfügung stellt. Dank ausgesprochen hatte, wies derselbe noch aus die neueren Bestrebungen des LehrerverbandeS bin. die Lehrer zur Bibelkritik zu verleiten, und ermahnte mit eindringlichen Worten zur Besonnenheit, da für die Lehrer ein gründliches und eingehendes Studium des jüdischen Schristthums und der Kommentare. wie der von Nascht. S. R. Hirsch u. A» erforderlich sei und deren ganze Zeit in Anspruch nehme. Die an diese Bemerkung sich anknüpfende Debatte/ an welcher sich auch Herr Dr. Marx betheiligte, wurde durch den Antrag und Beschluß, diese Frage auf die Tagesordnung der nächsten Generalversammlung zu setzen, unterbrochen, und der Vorsitzende ertheilte nun Herrn Bloch- Heppenheim, das Wort zu seinem Referate über „Pentateuch-Unterricht". In eingehender und sachlicher Weise entwickelte Referent ein Bild des heutigen Standes des Pentateuch-Unterrichtes, dem nach allgemeiner Uebereinstimmung viele Fehler! anhaften. Insbesondere empfinden die hessischen Lehrer sehr schwer den Mangel eines einheitlichen Lehrplanes, der allein schon geeignet wäre, manchen Mangeln des Pentateuch-Unterrichts abzuhelfen. Demgemäß stellte

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