Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 8 (28.1.1904)
- Date
- 1904-01-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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154 w tx xtotveio tb iv der zuerst einherbraust, wie mächtiges Siegesjauchzen, sich in jubelnder Begeisterung ergeht ob der Alkgewalt Gottes über der Elemente Kräftetm Reiche der Natur und der Führer Plane im Leben der Völker, bis er ausklingt in den leise erzitternden Sehnsuchkslaut nach der Statte der Ruhe, nach dem Lände der Heimath. ra rrrv ne«v rw: 27p 'o wohl war ihre Stimme lieblich, als ste sangen am Schilfmeer^ - Sollten wir nicht einmal lauschen dieser holden Stimme? ' Ein Theil des täglichen Gebetes freilich ist dieser Gesang, wird er uns darum alltäglich erscheinen? Wenige Worte desselben seien unserer Betrachtung zu Gründe gelegt, so unscheinbar sie klingen, sie werden uns einen Einblick verschaffen in die Eigenart Unseres Glaubens: 'S w rt* man ns meine Macht und mein Sang ist Gott, das ward mir zum Heil. Sie müssen' tief aus dem Geistesleben unseres Volkes geschöpft sein, diese Worte, ein recht kerniger Ausdruck dek Ueberzeugungen sein, von denen unsere Väter durchdrungen waren, denn auch der Psalmist sang sie zu seiner Harfe und Jesaja flocht sie ein in seine herrlichste Schilderung meffianischer Zeit. -Vt / nsl meine Macht ist Gott, das ward mir zum'Heilt -' Man pflegt wohl das Selbstbewußtsein und Selbstgefühl im Menschen eine schöne Gabe zu nennen, wir wollen doch einmal die Kehrseite zeigen. : auf die Gefahren Hinweisen, die diese Eigenschaft, wenn auf die Spitze getrieben, zur Folge hat. Ein Beispiel bietet uns das Ereigniß. das wir kürzlich in der Thora gelesen'. Mosche und Aaron erscheinen vor dem König Aegyptens mit dem Gottesbefehl: der Spruch des Ewigen ergeht an dick, laß frei mein Volk Israel, daß es mir diene in der Wüste. Und Pharao's Antwort? sasa idu D Was ist denn der Ewige, daß ich hören sollte auf Seine Stimme? Hier haben wir das Selbstbewußtsein in seiner schlimmsten Entartung, als maßlosen Stolz, als schrankenlose Ueberhebung. Und was hat diesen Uebermuth in ihm gezeitigt? Es ist der König des mächtigsten Reiches seiner Zeit, der hier svrickt:' Ich bedarf deines Gottes nicht, soll ich an ihn glauben?!'' -'Klingen sie uns so fremd, diese Worte? Haben wir noch nie dergleichen in unserer Zeit vernommen? Seht; gewaltiaer Und mächtiger noch als jener stolze König ist der Mensch der Jetztzeit. Du hast ihn um ein Weniges gestellt unter Gott, mit Pracht und Herrlichkriiahn'umkleidet; lässest ihn herrfcktzn über all deiner Hände Werk,'alles legst du ihm zu Füßen. Diese Worte. Vov Jahrtausenden schon gesprochen, die Gegenwart zeigt W uns in'glänzender Erfüllung. ' Einen unsichtbaren Geist sendet er bis an's Ende det Erde als seinen 7>j , v;.,.. . . .. Boten, ein luftiges Gebilde spannt er als Roß vor seinen Wagen, belebt den Wassertropfen mit Myriaden von Geschöpfen, spaltet den Sonnenstrahl und läßt ihn erzählen von den Elementen, die der Sonnenball birgt. Groß und gewaltig ist der Mensch der Jetztzeit, und er würde erhaben sein, würde diese Größe nicht auch in ihn legen den Keim des Uebermuths, würde nicht immer gefährlicher in ihm aufwuchern der Stolz. Der Hochmuth im Menschen, er ist die Wurzel, wir mÄhten sagen, aller Laster, eine Klippe, an der jede Tugend scheitert, jede Größe zerschellt. Er macht unfähig die Liebe, mischt in den Kelch der Wohlthat den Werinutstropfen, wandelt die Milde in Grausamkeit, verwundet mit einem Blick, tobtet mit einem Lächeln. 2b .12: b2 71 xi2jnn Ist aber auch ein Greuel dem Herrn jeder Hochmuth, verderblicher nichts und unheilvoller als der Stolz des Sterblichen, der vom Staube war und zu Staube wird gegen den Allgewaltigen, den König der Könige, der die Berge entrückt, ste umwendet in Seines Zornes Gluth. verderblicher nichts, als der Uebermuth des Menschen der Jetztzeit, wenn er spricht run S>3 bvä h ubi non wr* weil unsere Hand erhoben, weil unsere Macht so gewaltig, darum hat der Ewige dies nicht gethan. Wir bedürfen des Schöpfers nicht, sollen wir an ihn glauben?! Die Thoren, die über die vermeintliche Kenntniß des Wie zu fragen vergessen nach dem Warum, weil sie dem Meister etwas nachrechnen können, dünken ste sich selbst Künstler zu sein, und so empört sich das Werk gegen den Schöpfer, der Ton gegen seinen Bildner. Lasset uns sprengen die Bande, abstreifen die Fesseln, in die der Ahnen Beschränktheit. der Väter finsterer Sinn uns geschlagen, die an den Willen eines Höheren uns ketten, zu Sklaven eines Gottes uns verdammen!!vb Wb* -1 prv' BW2 2vn Der da in den Himmeln thront, lacht, der Ewige spottet ihrer. Und wir dürfen mit ihm lächeln der Verblendeten, spotten ihres Wahnes, wenn uns das Wort der Schirah nicht ein leerer Schall, wenn es uns Ernst ist, immerdar zu bethätigen 70 np meine Macht ist Gott. Laß Jene nur versunken sein in Selbstanbetung, mederknieen vor dem eigenen Ich, opfern den Götzen ihrer Zeii, wenn nur jeder Pulsschlag deines Herzens, jede Regung deines Innern, jede Empfindung, die in dir wach wird, jeder Gedanke, dev in dir leuchtet, all sein Leben empfängt durch die Worte, np meine Macht ist Gott! - n» rvvn nj> Meine Macht und . mein Sang ist. Gott! Unser ganzes Leben verkünde die Macht Gottes! Nicht in der Stunde,., wenn die Götter dich verlassen, wenn du erbebst unter furchtbaren Schicksalsschlägen/ wenn Gott dir erscheint als der furchtbare, rächende Gott, der Alleszermalmer, nicht in der Stunde, wenn" du nicht mehr weißt, wo aus, wo'ein. die Verzweiflung dich, packt, du ' thranenumflorten Blickes gen Himmeh schaust, händeringend um Erbarmen flehst, nicht in die-"