Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 7 (25.1.1904)
- Date
- 1904-01-25
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2449986-2449994--59947-2520796- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Emden 1× ep/1044505
OCR text
140 Verwalters mit, sowohl ihre gestrige Unterredung mit ihm, als auch das, was sie Tags vorher erfahren hatte. Der Gutsbesitzer nickte wiederholt mit dem Kopfe. „Schön, schön — das haben Sie gut gemacht. Ich habe schon oft zu meiner Frau gesagt, ich habe einen Haupttreffer gemacht, als ich die Frau Müller engagirt habe. Der Hallunke soll's merken, dem müssen wir doch baldigst sein Handwerk definitiv legen." Der treulose Verwalter war nahezu starr vor Schrecken, als der Gutsbesitzer so unerwartet zu ihm trat. Er hatte die Lieferung gerade auf den heutigen Tag bestimmt, an dem die Vermählung eines Neffen seines Herrn stattfand, denn er hatte es für undenkbar gehalten, daß. Herr Krawanni sich an derselben nicht betheiligen werde. Er hoffte sogar noch, daß derselbe im Lause des Vormittags sich entfernen werde, doch vergebens, der Gutsbesitzer wich während des ganzen Tages nickt von seiner Seite und machte während desselben auch den kleinsten Unterschleif unmöglich. Bevor er Abends abreiste, klopfte er an die Thür des Familienzimmers seiner Wirthschafterin. und auf das einladende „Herein" ihres Gatten trat er ein. „Ah, Herr Müller!" rief er überrascht, als er diesen zum ersten Mal mitten im Zimmer stehend fand, „meine herzlichste Gratulation zu Ihrer Genesung, denn jetzt sind Sie doch vollkommen genesen, so habe ich Sie noch nie gesehen." Müller dankte für den freundlichen Glückwunsch und fügte hinzu, daß er sich jetzt allerdings vollkommen wohl fühle, nur mit dem Gehen müsse es noch etwas besser werden. „Wird auch schon kommen." tröstete der Gutsbesitzer. „Schade, daß Sie nicht weiter können." „O. ich kann reiten," versetzte Müller, „ich habe! doch als junger Mann drei Jahre in dem Hof gearberj tet, den mein Onkel gepachtet hatte —" „Wirklich? Also verstehen Sie auch etwas von! Landwirthschaft?" „Ich-glaube wohl." - „Das freut mich, freut mich aufrichtig, nicht nur um Ihretwillen, sondern auch um meinetwillen. Sie sind ja ein ganz stattlicher Mann," fugte er. ihn vom Kopf bis zu den Füßen betrachtend, hinzu. „Das hat man. so lange Sie immer im Sessel gelegen sind, gar nicht bemerken können. — Aber wo ist denn Ihre Frau? — die hat mir heute einen Dienst erwiesen, für den ich ihr großen Dank schulde. Darum freut es mich doppelt, datz ich Sie auf dem besten Wege zu vollständiger Genesung treffe und daß auch Sie mit der Landwirthfchaft vertraut sind. — Ah, Frau Müller!" wandte er sich an die in's Zimmer Tretende „ich kann doch nicht abreisen, ohne Ihnen nochmals meinen wärmsten Dank auszusprechen und seien Sie versichert, ich werde nicht nur mit Worten dankbar sein. Sie wissen doch, was ich beabsichtige, ich habe bereits in der Stadt mit Ihnen davon gesprochen Augenblicklich ist es zwar noch nicht ausführbar, aber ich hofft mit Bestimmtheit, es wird gar nicht lange mehr dauern.. Bis dahin muß ich Sie bitten, die Augen offen zu behalten, wie bisher, auf den Schurken drüben ein scharfes Auge zu haben und mich vorkommenden Falles rechtzeitig zu benachrichtigen, wie gestern." (Fortsetzung folgt.) | Wochen-Kalenürr.! Freitag, 29. Januar. 12. Schebat. Sabbat-Anfang in Mainz u. Frankfurt a. M. 4 Uhr 45 Mn. Samstag, 30. Januar, 13. Schebat. rnra. Sabbat-Ausgang in Mainz u. Frankfurt a. M. Q Uhr 05 Min. — Berlin 5 116t 32 Min. — München 5 Uhr 52 Min. — Stuttgart 5 Ubr 58 Min. — Strahburg 0 Uhr 05 Min. — Posen 5 Uhr 20 Min. — Stettin 5 Nhr 20 Min. — BreSla« S Uhr 19 Min. — Wien 5 Uhr 37 Min. — Paris 5 Uhr 55 Mn. — Prag 5 Nhr 40 Min. Montag. 1. Februar. 15. Schebat. Tty? rcpcn. Der „Israelit" erscheint wiirhf'otlfcli zweimal, Btontags» und Donnerstag«, jedesmal in mindestens jwei Bogen Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Mau abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungei» ao. — Der Buchhandel v erb ehr! durch V. Z? Sl einackrrr, Leipzig, Botzplatz Jß. — Inserate 25 Pstnnig die viergcfpatteue Nonparcillezeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Neclamcthcil 75 Psennig— Tirccte Francozusendung unter Slreiftaud pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für's Ausland 16 Mmk, an dir Expedition franco einfendcn. Postzeitungsliste 3932. Telephon 1915. Stellesuchendc und sonstige Interessenten können aus Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende „Kleine Au-gabe deck Zöraelit" vier Wochen lang gratis und franco erhallen. Wünscht man den Empfang der „Kleinen Ausgabe" längere Zeit, so kann man sich für 25 Pfennige das Vierteljahr, indeß ausschließlich bei der Post auf dieselbe unter Nr. 3933 adonvireu Auf Wunsch stunden wir die Zahlung deS JnserttonSbetragS au außer Stelle Befindliche bis «ach Erlangung einer solche«. Zuhalt (Hauptblatt): Weltgeschichte nn Lichte deS JudentlunnS (Fortsetzung). — Zeitungsnachrichten und Correpmüenzen. Deutschland: Berlin. Hannover. Nürnberg. Emden. Strahburg. Frankreich: Paris. Holland: Amsterdam. — Feuilleton: Wahrheit und Dichtung (Fortsetzung). Anhalt der Sclfagc: Perlen aus- Bibel und Talmud. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Ariedrichl'tadt. Finden. Nunuiulen: Bukarest. Ejnelrt(HT<2* Settag«: Der Jude (Fortsetzung). — Neues Leben. vrtra-OeUagtr SpeudcnverZelchnisse. Verantwortliche Redaction: OS.car Lehmann in Mainz. — Expedition de» „JSraelit". Schottstrahe Rr- 2. Main». Druck und Verlag der I oh. Wirth'sLen vosbuchdruckerei Actien-Sesellschaft in Mai«. Hierzu drei Beilage».