Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 7 (25.1.1904)
- Date
- 1904-01-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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135 sammengesturzt alle Bauten der Gewalt und der Befitz und Genuß berechnender Klugheit; und nur das für die Ewigkeit gegründet war, was, wo immer nur, Menschen in Gott verehrendem Gerechtigkeits- und Liebes-Streben gebaut — wenn dann über den Trümmern menschlicher Gewalt und menschlichen Wahn das spätere Geschlecht, — nachdem alle Geschöpfe und zuletzt sich selbst der Mensch auf den Menschenleben begründenden Thron vergötternd gesetzt — die Nichtigkeit all dieser Götterwesen schauernd erlernt, und frei wird das Auge zum Hinaufblick zum Alleinen — und wieder das Gefühl erwacht für wahre Menschengröße, die selbst Besitz und Genuß nur als Mittel begreift; — und das zerstreute Menschengeschlecht wieder künstlich vereint, diese Erfahrung, dieses Gefühl alle Erkennenden durchdringt — und über den Trümmem der Vergangenheit das Menschengeschlecht reif wird für die Frage, nicht, was haben wir zu thun, damit wir glücklich und selig werden, sondern wenn wir glücklich und selig sind, wenn wir die Fülle des Segens in Händen tragen, was haben wir dann zu thun m i t diesem Segen?...* Dann wird jene zweite Menschengruppe, die Gott zur Weltenerziehung bestimmt hat, antworten. Sie hat im Laufe der Zeiten immer das Paladium der Gottesherrschast auf Erden hochgetragen. Sie hat immer allen Segen auf Erden als Gottes-Segen betrachtet und nicht die Staaisraison, sondern der Gotteswille lehrte sie Gerechtigkeit: 'i jixo ro*c rre"„ "UBfV'KD apTan Doch dos ist nur ein relativ kleiner Menschenkreis, die „das Geschlecht derer, die ihn suchen und die Deine Richtung wollen/ bilden, es ist nur .Jak oft"/) Es sind also die beiden Erziehungswege der Menschheit folgende: Erstens der indirekte, die Erkenntniß. daß alle anderen Potenzen Gott gegenüber verschwinden und ihre Nichtigkeit auf Ihn, als den allein in der Flucht der Zeiten Feststehenden. Hinweisen. Der andere direkte Weg ist die GotteSoffenbarung und das Gottesbewutztsein im Jakobs-Volt. Nach der ebenso schonen, wie wahren Uebersetzung von Hirsch s. A. durften nun in drastischer Weise diese beiden Wege in unserem Psalm ausgefuhrt sein?) „Hebet Thore Euere Häupter, werdet gehoben zu Pforten der Zukunft, daß einziehe der König der Ehre/ Alle Vergangenheit und Gegenwart dient als Pforte der Zukunft, unbewußt und unfreiwillig ist doch alles, was auf Erden geschieht, der Weg zur Anerkennung dafür, daß Gott allein die Ehre und die Macht ist.. Iw dem Krieg, in dem Hader, in der Zwietracht, in all dem. UHgötftichey, .was.-sichauf.Erden breit macht, zeigt sich doch — eben wenn das -Bewußtsein Eintritt — daß Gott der „König der Ehre* ist. (V. 8.) 4) .-fco 3pr rnn *tpi nt 5) 03*rm zrtysr Kl zum Schluß bei Stopftet*. Der andere Weg aber ist nicht erst ein indirekter, erzwungener, „die Pforten der Zukunft werden nicht gehoben/ sondern „sie heben* — uttr— sich von selbst. In Jakobs-Kreise ist Gott seit Angebinn seiner Mission als „König der Ehre* anerkannt, und nicht wie oben, als rorbc n: muß Gott hier seine Anerkennung sich erzwingen, hier ist er der wr»» n der Herr, dessen Heerschaaren zu sein das Endziel der Menschheitsentwicklung ist. / ' —?— (Fortsetzung folgt.); / : ZeUrmgSrrachrrchten und Eorrefpoudenzen. i Deutschland.. Berlin, 20. Jan. „Und wenn Beth Zion heute reich in Ehren, Als stolzer Bau nun ragt gen Himmel j an.* So heißt es in dem, dem Verein „Beth Zion* zu! seinem 24jährigen Stiftungsfeste gewidmeten Tafelliede. Und wahrlich! Aus dem schwachen Reise, das vor nunmehr 24 Jahren mit aller Sorgfalt gepflanzt wurde, hat sich im Laufe der Zeiten ein starker, mächtiger Baum entwickelt, der heute jedem Sturme Trotz bieten und bis in ferne Zeiten beredtes Zeugniß dafür oblegen wird, was Glaubenstreue, vereint mit einem ausgeprägten Zielbewußtsein, zu zeugen vermögen. Ein herrliches Fest war es, das am 17. dss. Mts. eine ungeheure Schaar von Mitgliedern und Gönnern des Vereins in dem großen Festsaale der „Berliner Musiker" zusammenführte, und wenn auch diese große Zahl von Theilnehmern aus alter Erfahrung nicht überraschen konnte, so zeigte dies doch sehr deutlich, welcher Anerkennung sich der Verein Beth Zion erfreut und welche Verständnißinnigkeit den Bestrebungen desselben entgegengebracht wird. Ein harmonisches Ganze bildete das zu dem Feste aufgestellte Programm, welches ungetheilte und vollste Würdigung unter allen Theilnehmern fand. Einige herrliche Musikpiücen leiteten das Fest ein. denen sonstige Vergnügungen folgten, die gegen 11V-. Uhr ihren vorläufigen Abschluß mit. der Kaffeetafel fanden, auf welche sich die Glanzpunkte der Abends vereinigten. Als Erster nahm hierbei der Vorsitzende, Herr Heymannsohn, das Wort, um in einfacher, doch aber umso verständlicherer Weise die Grundungs- und Entwicklungsgeschichte des - Vereins darzulegen. Wenn ein Uneingeweihter diesem Berichte zugehdrt hätte, er hätte sich des Eindrucks nichts zu rvwehren vermocht;. :daß auf: dem so' ausgezeichnet ^gediehenen Werke der sichtbare Segen Gottes ruhe. - Denn vor kaum zehn Jahren war der Verein von noch so geringer Bedeutung, daß sein Fortbestehen fast in Zweifel zu ziehen war. Als jedoch Herr Rabbiner