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Der Israelit · 1904-01-25 · Heft 7 (25.1.1904) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 7 (25.1.1904)
Date
1904-01-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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134 — nrax — besteht aber die unendliche Vielheit des Geschaffenen na 'asnn nxbo, die in ihrer Mannigfaltigkeit und Verschiedenheit gar oft in solcher Trennung geschieden ist, daß nur mit Mühe der Gedanke an die gemeinsame Schöpfung und Leitung aller festgehalten werden kann. Daß aber bei all dieser Verschiedenheit, Einheit bei aller Mannigfaltigkeit, Gleichheit vorhanden, dürfte sich an keinem Bilde treffender zeigen, wie an dem Verhältniß der Ströme zum Meer. Der kleinste Dorfbach,, so unscheinbar und winzig er auch dahinfließt, die Ströme, die kreuz und quer gesondert voneinander nach allen Weltrichtungen ihren Lauf nehmen, zuletzt werden sie alle doch im Meer vereinigt, und bilden in ihrer Gesammtheit den Ozean. Also auch alles Menschenwirken, alles Menschenthun, so verschieden es auch an und für sich sein mag, es gehört mit zu Gottes großem Welterziehungsplane: d. h. rWM* rra bw mo» vir' by xn '3 denn Er hat am Meere sie gegründet, Er leitet sie aber gleich Strömen; nämlich die na 'aen ban. Noch aber ist nicht ausgesprochen n ns nby u, was Gottes Wille ist, wer derjenige ist, der also handelt, wie Gott es will, und somit die Bergesspitze erreicht, deren Unterlage und Stützpunkt alles andere ist. Was will Gott von Seiner ^an? nsi v'va >pa no’icb yatw xdiwv: vrvb rw>xd ■us'X aa*> Das und nur das allein ist der Endzweck aller Geschichte. „Reinheit der Hände und Lauterkeit des Herzens; der nicht dem Vergänglichen zu seine Seele trägt, und nicht dem Truge geschworen hat." Das von Gott Gewollte ist die That, und die Gesinnung Hand und Herz. Es schließt diese Zusammenstellung vor allem den verderblichen Irrwahn aus, als ob das Mittel den Zweck heilige, und bei Herzens lauterkeit die Reinheit der Hände der Handelnden, Ausführenden nicht immer von nöthen. Es wird umgekehrt diese an die Spitze gestellt, und vor allem verlangt, jedes Unrecht, das sich in der That äußert, zu meiden, und wäre dieses Meiden auch nicht immer eine Folge des aad "»a es würde doch xasb xa xwb vkv -pro „.... die Gottheit legte es in die Natur des menschlichen Fehlers, daß er früher oder später sich als solchen zeigen und'dem rechnenden Geschöpf offenbar werden mußte. Kein kluger Regent Europas verwaltet seine Provinzen mehr wie der Perser König, ja, wie selbst die Römer solche verwalteten, wenn nicht aus Menschenliebe, so aus besserer Einsicht der Sache, da mit den Jahrhunderten sich der politische Kalkül gewisser, leichter, klarer gemacht,*) das ist das v'va ’p: ohne aa^ na. - •. Daß aber, auch das vollendete Gute, die Anerkennung Gottes und seines Willens das unbedingt nothwendige.Fundaments aller geschichtlichen Entwicklung ist, ergibt, sich aus? folgender Betrachtung. Die Grunde 2) Herder. - ' '' : » läge alles menschlichen Zusammenseins und Zusammenwirkens ist die Unverbrüchlichkeit und Heiligkeit des gesprochenen Wortes. Wo das Wort mH heilig, da wankt der Boden des ganzen Staatenlebens. denn der Entschluß zur Lüge wird fast jedem Verbrechen voran- und zur Seite gehen. Es ist aber die Heiligkeit des Wortes eine bloße Phrase, wenn man sich nicht Gott als den Hüter und Vertreter der Wahrheit denkt. Und dem Atheisten ist auch Heuchelei keine Sünde. Wo aber irgendwo als Höchstes nicht der Gotteswille, sondern Geld, Macht. Ruhm oder irgend ein anderes Hochziel menschlichen Strebens angesehen wird, da muß das Wort sich in den Dienst dieser Bestrebungen stellen, und wird je nach ihrem Bedarf umgeändert und gefälschtwerden. Nur derjenige, spricht daher das Psalmwort. gehört zu den an1? m vwa „welcher nichts Eitlem seine Seele zuträgt und (folglich) nicht dem Truge geschworen." Es enthalten die nun folgenden sechs Verse dieses Kapitels einen Gedanken, der den ganzen weiteren Verlauf der Menschenqeschichte in ihrer Stellung zu dem ihr von Gott gesetzten Ziele in deutlichster Weise ausspricht. Es hätte ursprünglich daS Paradies der Wohnsitz der Menschen werden können, Tod und Müh-! sal ewig fremd der Erde bleiben, aber nur zu bald verlor der in's Eden gesetzte Mensch die „Reinheit der Hände" und „die Lauterkeit des Herzens": Und nicht Reinheitserlanqung war der jungen Menschheit Ziel, sondern Genusses- (nsnn und Gewalt- <ra) Streben. Es begann jetzt eine doppelte Erziehunasbahn der Menschheit: die eine, wie sie unser großer Meister Samson Ravbael Hirsch s. A. so treffend darstellt*) .Es tritt Volk nach Volk ein in die Reihen der Geschichte, jedes bringt neue Kraft und neue Seiten des Menfchenaeistes mit. und ervrobt beide zur Erringung von Besitz und Genuß, im Kampfe mit der Natur — und mit einander und will das Errungene sich vereinigen —. Aber eine höhere Hand, die ja die Bedingungen alles ihres Wirkens leitet, stürzt, was sie für die Ewigkeit zu bauen vermeinten, durch leisen Hauch zusammen, und entwickelt gerade aus dem unbeachteten Kleinen vor den Augen staunender Menschheit das Größte. — Und wenn eines dann den Gipfel der Besitzes- und Gennsses-Größe erstiegen, gehet es in dieser Größe und durch diese Größe selber ru Grunde, und räumt neuem Geschlechts zu neuem gleichen Versuche die Bahn. Von Gott geleitet werden die Ergebnisse aller dieser Versuche dem späteren Geschleckte allseitig zum Bewußtsein gebracht: — und wenn sie nun durchgemacht, diese Versuche, „nd jedes Volk durch sein Steinen und ballen ^an.. Nichtigkeit über alle menschliche Grobe eingeschrieben in's Buck der Geschickte. — und gescheitert sind alle Versuche, sich dauernd Glückdurch Vesitz und Große zu sichern; , und zu- ' 3) Neunzehn Bxkeke. ‘ij! Ärtef. ./.-*1* ' . , V r'ii

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