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Der Israelit · 1904-01-21 · Heft 6 (21.1.1904) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 6 (21.1.1904)
Date
1904-01-21
Page
– (sequence 6)
Language
German
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genstunde in anrmirtester Stimmung, wie sie nach dem , Urtheile aller bei keiner früheren Festlichkeit übertrofftn worden ist. Mochte unsere Chebrah auch fernerhin unter Gottes Schutz segensreich wirken und bestehen, rm'v t : ' .M!ndo frrrr IZN'VV Allcnstein, 19. Jan. Im „Verein für jüdische Geschichte und Litteratur" hielt dieser Tage vor vollbesetztem Saale, im Deutschen Hause, Herr Kreis- Rabbiner Dr. Beermann -Insterburg einen hochinteressanten Vortrag über „Tolstoi, als Essäer"; wiederum eine rednerische Glanzleistung, wie sein vorjähriger. gediegener Vortrag über „Bibel und Babel." Der Beifall, der bis zur letzten Minute gespannt lauschenden Zuhörer war außerordentlich reich und wurde allgemein das frühe Ende der fornlvollendeten und - geistvollen Ausführungen des Herrn Dr. Beermann bedauert. Solch einem sprachgewaltigen Redner lauscht man mit Vergnügen viele Stunden. Bad Homburg. Am 17. Januar feierte Herr Jakob Wiesentha! sein 25jähriges Jubiläum als Vorsteher des hiesigen Talmud - Thora - Verein und wurde in der alljährlich am Ereb Rosch Chodesch Cchebäth stattfindenden Generalversammlung durch Ansprachen geehrt. Unter seiner Leitung hat der Verein in den letzten 25 Jahren seinen Wirkungskreis bedeutend erweitert. Es werden, wie von Alters her, so auch jetzt, wöchentlich 2—3 Mal Lehrvorträge gehalten, welche stets gut besucht sind. Die Gemeindebibliothek i wird regelmäßig durch Zuwendungen unterstützt und befähigten Schülern der hiesigen Gemeinde Stipendien gewährt. Der Verein zählt gegenwärtig 40 Mitglieder. .. Aus Hesse«. Die sonst sehr judenfreundliche „Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung" (Leipzig) schreibt in ihrer Nr. 1 „Aus Posen" das Folgende: „Der hiesiege Bürgerschullehrer Seinrau wurde von jüdischer Seite aus bei seiner Behörde denunzirt, weil er im Geschichtsunterrichte von den Phöniziern als einem historischen Handelsvolle semitischen Siammes gesprochen haben sollte. Man forderte die sofortige Amtsenthebung des Kollegen. Die Untersuchung ergab, daß eine Aeußerung ganz harmloser Natur gefallen war. und die Schulbehörde lehnte deßhalb eine Verfolgung der Angelegenheit ab. Wenn den Lehrern auch noch von dieser Seite Gefahr droht,, da wäre es wirklich besser, wenn sich die Juden einigten und wieder nach Palästinä zögen, woher sie gekommen." — So Mett die „Lehrerzeitung". Es wäre doch von Interesse,erfahren. ob sich die Sache wirklich so verhielt, was "fast unglaublich erscheint, und dann sollten die betheMglen Kreise in Posen doch, eine Erklärung iu der '/„Lehrerzeitung" erlassen. _ / Wisselsheim a. M., 19. Jan. Von der Cichorien- Fabrik Fr. Engelhardt erhalten wir folgende Zuschrist: Ihre Antwort, die Sie Herrn L. in Frankfurt gaben, ist bereits sachgemäß in Nr. 94 Ihres Blattes von Herrn Leo Adler (Schomer) über den rituellen Theil der Fabrikation von Koscher-Cichorien widerlegt worden, aber Sie stellen Behauptungen über Verwendung von Oelen auf, für die Ihnen das fachmännische Berständniß fehlt. Da Ihre Mittheilungen geeignet sein können. Zweifel in die Güte, nicht allein in die der christlichen, sondern auch der jüdischen Cichorien zu setzen, so gestatte ich mir die Bemerkung, daß ich zur Fabrikation meiner christlichen Cichorien ebenso gute Oele nehme, wie zu dem Koscher-Cichorien, und daß ich meine Koscher-Oele nur von anerkannt ganz streng-jüdischen Geschäftshäusern beziehe. Die jüdischen Cichorien-Fabrikanten. die ja auch nur ausnahmsweise für Juden fabriziren, werden jedenfalls nicht anders verfahren, denn warum sollten sie allein gerade für die Christen bessere Oele nehmen,' wie die christlichen Fabrikanten? Jedenfalls sind die Juden' beim Einkauf meiner Koscher- und Pesach- Cichorien mindestens ebenso sicher, eine reine Waare zu bekommen, wie die von jüdischen Fabrikanten hergestellten Cichorien, die häufig nicht einmal den Namen eines beaufsichtigenden Schomers tragen. Oesterreich. Wien. (Rücktritt des Präsidenten der Wiener Kultnsgemeinde.) Wie wir erfahren, hat kaiserlicher Rath Heinrich Klinger. welcher durch eine längere Reihe von Jahren das Amt des Präsidenten der Wiener israelitischen Kultusgemeinde bekleidete, nunmehr aus Gesundheitsrücksichten sich veranlaßt gesehen, das Mandat als Mitglied des Vorstandes niederzulegen. Dprechsaal. Frankfurt a. M.. 18. Januar. Zur Erklärung über das Wort B'schores dürfte vielleicht Folgendes dienen: B'schores soll jedenfalls P'schores heißen und von rrtre Vergleich Herkommen. Es dürften damit Abmachungen bezeichnet sein, die scheinbar fachlich und ausgleichend, als „Vergleich" gelten sollen und darum auch nicht immer die gewünschte Anerkennung finden. S. F r i e d m a n n. vermischtes. Ahlem» bei Hannover 13. Jan. Am 1. Januar .d. I. wurde Herr Georg Feige» Lehrer an der Israelitischen Erziehungsanstalt zu Ahlem» als Jnsvcctor des Jüdischen Lehrlingsheimes nach Cöln berufen. Blankenburg a. H. Uns.-r ehemaliger Stadtrach Herr Glaser' ist trotz starker antisemitischer Gegenagitation mit großer Majorität zum Abgeordnete« des Braunschweigerischen Landtages gewählt worden. Herr Glaser ist der erste Mische Abgeordnete des Großherzogthums.

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