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Der Israelit · 1904-01-18 · Heft 5 (18.1.1904) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 5 (18.1.1904)
Date
1904-01-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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größten Bestimmtheit festgestellt worden. Es ist aber weiter erwiesen, daß Polizisten zum einfachen Voll vor Ostern gesagt haben, es sei ein Utas des Zaren angelangt, hie Juden. drei Tage lang zu schlagen. Vor allem jedoch.ist das geheimnisvolle Treiben des Baron v. Lövendal, des Vorstehers der Geheimpolizei, vor den Kischinewer Mord- und Raubthaten mit unheimlichem Lichte beleuchtet worden. Der Mann, der, aus Petersburg angelangt, einige Monate vor den Krawallen in Kischinew aufgetaucht war und bald nach dem Exceß verschwunden ist, hatte in der unglücklichen Stadt viel zu thün. Von Zeugen, und Anwälten wurde in fast unverhüllter . Form gegen ihn die Beschuldigung erhoben, daß er der eigentliche Organisator der Schreckenstage gewesen sei. Agenten dieses Lövendal waren-in der Menge und hetzten sie mit den Worten: „Schlaget die Juden!"' Von ihm hing es ab. wann die Excefseein Ende nehmen sollten. Als der Gouverneur auf die' Bitten der Juden hin endlich am zweiten Schreckenstage sich anschickte, eine Rundfahrt durch die Stadt zu machen, um mittels strenger Maßnahmen die Krawalle zu unterdrücken, da war es wiederum Baron' Lövendal, der durch eine kurze Unterredung den Äouverneur umstimmte, und das Gemetzel dauerte fort/ Geradezu kläglich ist die Aussage des ehemaligen Vizegouverneurs Ustrugow während der Voruntersuchung. Am ersten Tage habe er gegen halb elf Uhr Abends vom Wächter des Gouvernementsverwaltungsgebäudes. erfahren, daß in einigen Häusern Fenster eingeschlagen worden wären. Am zweiten Tage habe er gleichfalls nur zufällig von der Erneuerung der Ausschreitungen gehört, und um fünf Uhr Abends sei er zum Gouverneur gerufen worden, um eine Rundfahrt zu machen und die Plünderer zur Vernunft zu bringen. So oft er jedoch sich einem Orte der Krawalle genähert habe, seien die Excedenten fortgelaufen, sodaß er nur mit klagenden Juden habe spreche» können. Und doch-hätten .sicherlich Militär die Exceffe sofort hindern können. Dieses zeigt sich schon darin, daß während der - Mob zwei Tage lang plünderte und mordete, ohne daß es. wie es schien, in Kischinew möglich war. diesen „Ausbruch der Volksleidcnschaft" einzudämmen/. es/ plötzlich still, wurde, ganz still, schon allein, durch, die Nachricht, daß das Militär zu Gunsten der Juden eingreifen wurde. aal. /’ Fran k'furt a. M., im Januar. | nr- >•*- ' - Jn ^r 101'des >Jsraelit'' h. I. wird in,der. litte-, rarischeü - Beilage'von einem Herrn I. L. in dessen Recension über „Dr. Jöh. Christ.^Aüg? Heyses allgemeines, verdeutschendes, erklärendes Fremdwörterbuch* die Frage gestellt, ob nicht einer Ihrer Leser in der Lage wäre, etwas über das Wort „B'schores*zusagen, welches in oben benanntem Buche »it „jüdisch arglistiger Gewinn* übersetzt wird. Es freut mich nun, Herrn I. L. über den Sinn dieses Wortes Aufschluß geben zu können. Wer in allen jüdischen Gemeinden, wie Schreiber Dieses, seine Jugend verllbt hat, dem wird die Bedeutung dieses Wortes nicht unbekannt sein. Unter B'schores wird der Mißbrauch der Herren- und Damenschneider verstanden, die die Stoffreste, die ihnen beim Anfertigen der Kleider übrig geblieben, für sich behalten. Doch wird dieser Mißbrauch nicht nur von jüdischen, sondern auch von vielen : christlichen Schneidern und 'Schneiderinnen getrieben. Es kann daher von einem exclusiv arglistigen jüdische» Gewinn nicht die Rede sein. ' — - Was nun den Ursprung des Wortes B'schores be- - trifft, so glauben wir, daß dieses von dem hebräischen Worte An? „abschneiden* entstammt und mit dem Worte gesagt sein will: Er hat abgeschnllten. Im Laufe der Zeiten ist wahrscheinllch aus dem 5l"Odas corrumpirte Wort „B'schores" entstanden. Dieses ist meine unmaßgebliche Meinung. Mit vorzüglicher Hochachtung Hermann Lowinger. Feuilleton. Wahrheit und Dichtung Bo» Friedrich Kott. „113 „Freut mich, daß die Kleinigkeiten, die mir gerade : eingefallen sind. Ihnen zu gefallen scheinen. Dank sind Sie mir jedoch keinesfalls schuldig. Sie werden doch dafür arbeiten.*:; „Ich werde mein Möglichstes ihun, Ihren. Erwartungen zu entsprechen.* . ..,.. „Davon bin ich überzeugt. Dach nun, wenn'» gefällig ist, machen wir uns auf den Weg, denn ich mutz um zwei Uhr an der Bahnstation sein.* Sie durchschritten das ziemllch weitläufig^ Anwesen, der neue Gutsbesitzer machte seine neue Wirthschafteriu auf alle Einzelheiten aufmerksam^ selbst auf .solche, die nicht zum Haushalt gehörten Und war hoch», erfreut, aus ihren verschiedenartigen. Fragen', zühr? sehen, daß ihre landwirthschastliched KennLnfsfo sn . Wirklichkeit, nicht unbedeutend waren. Er rieb, sich ver^ gnügtdie'HLnde. ' ' ' ' /

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