Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 3 (11.1.1904)
- Date
- 1904-01-11
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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48 „Denke Dir nur, Obst und Milch werden wir haben, so viel wir wollen, und alle Tage Butter auf dem Brod und am Sabbat noch Honig dazu, das wird beinahe so sein, als ob wir im gelobten Land wären, wo Milch und Honig fließt.* Jetzt kam auch Selma und berichtete, Herr Schwarz habe gesagt, daß Herr Krawanni auch einen wunderschönen, weich gepolsterten Wagen habe, und da er einen großen Leiterwagen für die Möbel schicken wolle, so würde er höchst wahrscheinlich seinen schönen Wagen für den Vater herschicken, weil der Vater doch nicht gehen könne, und dann konnte die ganze Familie in dem schönen Wagen hinausfahren. Paul und Selma sprangen und tanzten vor Freude, Max freute sich nicht weniger, aber er überlegte schon, wie er der Mutter bei den Vorbereitungen zum Umzug werde behilflich sein können. Nicht ohne Anstrengung, aber doch zur festgesetzten Zeit, vollendete Frau Müller ihre Näharbeit; in den Vormittagsstunden des folgenden Tages übergab sie Schwarz und Wolf ihr ganzes Waarenlager, und dann begann sie sofort mit den Vorbereitungen zu der Uebersiedelung. Ihr blieb dazu wenig Zeit, und der Donnerstag Nachmittag und der Sonntag, dann der Freitag verging mit den Vorbereitungen zum Sabbat. Die ganze Gemeinde nahm lebhaften Antheil an der glücklichen Wendung, die das Geschick der Familie Müller genommen, am Sabbat ward ihre Wohnung nicht leer von Besuchern, von Freunden und Bekannten, die ihnen die aufrichtigste Theilnahme aussprachen. Jeder sprach es aus, daß man da klar und deutlich die Gotteshand erkenne, die die Pflichttreue der muthigen, Gott vertrauenden Frau belohnt, doch keinem von allen, die den Sabbat durch geschäftliche Thätigkeit entweihten, kam es in den Sinn, sich ein Beispiel daran zu nehmen. Nur die Wenigen, die noch sesthielten an der Gotteslehre, kühlten sich in ihrem Gottvertrauen wunderbar gefestigt. Auch der Gutsbesitzer Krawanni hatte am Samstag seine künftige Wirthschafterin ausgesucht, um ihr mitzutheilen, daß er seinen Leiterwagen zum Transport der Effekten schon um sieben Uhr Montag Mor- 'gen schicken werde, um acht Uhr jedoch die Equipage, in der die Familie hinausfahren könne. Zur bestimmten Zeit hielt der Wagen vor dem Hause, mehrere Freunde der Familie hatten es übernommen. die Möbel etc. hinunter zu tragen und aufzuladen, während Frau Müller um den leidenden Gatten bemüht war, denl die Trennung von den Räumen. die schon seine Eltern bewohnt hatten,-in denen er das Licht der Welt erblickt und sein ganzes Leben verbracht hatte, über alle Maßen aufregte. Laut schluchzend barg er das Antlitz in den Händen, als er ein Stück nach dem andern hinaustragen sah. (Fortsetzung folgt.) Wochen-Kalender. Mittwoch, 13. Januar. 25. Thebet. o“7ss 'njn. Freitag, 15. Januar. 27. Thebet, Sabbat-Anfang in Mainz u. Frankfurt a. M. 4 Uhr 25 Min. Samstag, 16. Januar. 28. Thebet. n"nia .in*«. Zabbat-AuSgang in Mainz u. Frankfurt a. R. 5 Uhr 40 Min. — Berlin 5 Uhr 09 Min. — München 5 Uhr 32 Min. — Stuttgart 5 Uhr 38 Mi». — Straßburg 5 Uhr 45 Min. — Bofen 4 Uhr 57 Min. - Stettin 5 Uhr 06 Min. - Breslau 4 Uhr 58 Min. — Wien 5 Uhr 17 Min. — Paris 5 Uhr 30 Min. — Prag 5 Uhr 20 Min. Sonntag. 17. Januar. 29. Thebet. zvp 2". Montag. 18. Januar. 1. Schebat. erm vtrt. Der Israelit" erfd)eint wöchentlich zwei ma I, Montag« und Donnerstag«, jedesmal ln mindestens zwei Bogen Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld- Ausland entsprechend höher. Man abonnirt aanzjährlich. halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Vnchhandel verkehr! durch V. Z7. Sl einacker, Veiprig, Rotzplatz J6. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Neclamctheil 75 Pfennig. — Directe Franeozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark ober-16 Kronen ofterr., für's Ausland 16 Mark, an die Expedition franco einsenden. Post<eitungsli?r 3932. Telephon 1015. Stellesuchende und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende »Kleine Ausgabe deS JSraelit" vier Wochen lang gratis und franco erhalten. Wünscht man den Empfang der »Kleinen Ausgabe" längere Zeit, so kann man sich für 25 Pfennige das Vierteljahr, indcß ausschließlich bei der Post aus dieselbe unter Nr. 3933 abonniren Auf Wunsch stunde« wir die Zahlung deS JnferttonSbetragS a» außer Stelle Befindliche bis «ach Erlangung einer solche». Inhalt (Hauptblattt: Warum muhte auf L'^2 rwrr noch «,10 vfolgen? — Zeitungsnachrichten und Eorrefpondemen. Deutschland- Berlin Frankfurt a. M. Ovveln. Mülhausen. Xanten. £<itcrmd>: SStetu Rumänien: Bukarest. Amerika: New-Iork Palästina-. Jerusalem. - Feuilleton: Wahrheit und Dichttmg (Fortsetzung». m Inhalt v«r Beilage. Was ist Tknerquälercr. — Zeitungsnachrichten »mb Correwoudcnzen: Deutschland: Berlin. Frankfurt a. M. Breslau. Charlattenburg. München. Oesterreich: Prag. England: London. Rußland: Kischinew. Orlra-Bettag«: Svenden-Berzeichnille. Verantwortliche Redaction: OS.car Lebmann in Mainz. — Expedition de» ^JSraelit". Schottstraße Rr 2. Mainz. Druck und Verlag der Jod. Wtrtb'lLen vofduLdruckerei Aetieu-Defellfchaft in Main». Hierzu drei BeUage».