Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 3 (11.1.1904)
- Date
- 1904-01-11
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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44 seiner Brust und ließ beim Auszuge aus Aegyvten nicht den.«npn nn aufkommen, der vorhanden sein mufc, um rrrcp anstimmen zu können. Dieser nn aber wurde bei Mosche einerseits durch die beispiellose Hilfe Gottes, andererseits aber durch Jsrael's Er- und Bckenninitz am Meere hervorgerusrn; und der Midrasch läßt den Gottesmann vor Anstimmung der mv in die Worte ausbrechen: rrscnr naa C’a^y.” pa*; 7ß^pa :rr 12 7:2*7. „Herr der Welt, mit dem Worte, mit dem ich begonnen habe — « — vor Dir zu sündigen. mit demselben Worte 7« will ich nunmehr anheben. Dich zu loben!" Das Gefühl, daß er entsiindigt sei. und das Verdienst, welches sein Volk durch naan durch den Glauben an den Gott der Väter — das einzige Ziel — sich erworben, veranlagten ihn, bei 72 cr.N—p nachzuholen. was bei nrw verabsäumt worden war. LettungsnachrichLen und Correfponde^zen. Deutschland. Berlin, 3. Jan. Während in antisemitenreinen Ländern Christen gern jüdische Vornamen wählen — man denke an Abraham Lincoln, Isaak Newton, David Hume und tausend Andere mehr — ist es in Ländern. die vom Antisemitismus stark durchseucht sind, gelungen, den Juden selbst ihre durch die mehrtausendjährige Tradition geheiligtesten Vornamen so zu verleiden, daß diese nur noch in seltenen Fällen gewählt, und wenn sie doch gewählt sind, abgeändert oder gar ganz abgelegt werden. Wenn ein Jude in Deutschland sobald er besonders genial ist und die Umstände es so mit sich bringen, vielleicht auch einmal Minister werden kann, wie Disraeli, den Vornamen Benjamin führt, wie jener, würde er ihn ganz gewiß nicht so lange führen. „Dieses Abstülpeu der spezifisch-jüdischen Namen und die Uebung, sich durch die Beilegung fremder, arischer Namen unkenntlich zu machen." bezeichnet ein rumänisches Blatt zur großen Genugthuung der „Staatsbürger-Ztg." als eine überaus lehrreiche, völkerpsychologische Erscheinung, die auf den Charakter und die Tendenz der jüdischen Raffe ein scharfes 'Schlaglicht wirst. Ist es nicht mel mehr bezeichnend für den Charakter und die Tendenz der antisemitischen Presse, daß sie die Consequenzen dessen, was sie selbst verschuldet, den Opfern ihr« Gehässigkeit zur Last legt? Die Juden bandeln doch, nur nach dem Naturgesetz des Mimiery, wenn sie das, was sie ihren Feinden zu verrathen geeignet ist. abstreifen und sie der Umgebung mehr anpaßt. Sonst macht man den Juden zum Vorwurf, daß sie sich absondern; nehmen s« aber die landesüblichen Namen an, dann ist es wieder nicht recht. Auch das Trachten der Juden, ihre jüdischen Stammnamen zu ändern, ist nicht nur auf die antisemitische Dolksvergiftung, sondern auch aus anderen Praktischen Gründen zu verstehen. Als den Juden plötzlich anbefohlen wurde, sich Namen beizulegen, fanden sie nicht so schnell einen ihnen zusagenden. Man frage nur die dramatischen und Romanschriftsteller, und man wird erfahren, wie schwer es ihnen oft. ja meist fällt, einen passenden Namert für die Kinder ihrer Phantasie zu finden. Und nun sollten mit einem Male ganz ungebildete, meist kleine und damals in anderen Jdeenkreisen lebende Leute sich einen Namen beilegen! Die Meisten halfen sich, indem sie den nach altem Gebrauch von ihnen persönlich geführten Namen beibehielten, ohne viel daran zu denken, daß dieser Namen noch von Ur-Ur-Enkeln geführt werden sollte. Der Sahn des Abraham nannte sich also Abrahamsohn, der Sohn des Jsaac Jsaacsohn, des Jacob Jacobsohn und so fort, Davidsohn. Aronsohn. Lewisohn, Jtzigsohn u. s. w. Natürlich gab es dann sehr viele gleichlautende Namen, was. wie leicht begreiflich, zumal im Geschäftsleben sehr störend und lebst schädlich sein kann. Die dänische Regierung hat vor Kurzem, wie man weiß. um mit den vielen Hansen. Andersen etc. aufzuräumen, direkt zur Namensänderung aufgefordert. Nun kommt bei den Juden noch hinzu, daß bei der allgemeinen Namengebung arischer Witz oder Uebermuth den jüdischen Namenskandidaten mitunter recht häßliche Namen aufgezwungen hat. 'welche die Nachkommen aus ästhetischen Gründen nicht - weiter führen möchten. Namen sind doch nicht so Schall und Rauch, wie Altmeister Goethe sich träumen ließ: man denke nur. wie Professor Kußmaul eine Zeit lang unglücklich über seinen Namen war. Berlin, 6. Jan. Aus Petersburg wird gemeldet, daß gelegentlich eines litterarischen Festessens am letzten Samstag, an dem die angesehensten Persönlichkeiten tbeilnahmen. der Kischinewer Vertreter Pereversew eine Ansprache hiel». nach der die Anwesenden einstimmig einen Protest gegen die Rechtssprüche und Ungesetzlichkeiten im Kischinewer Prozeß kundgaben. Frankfurt a. M., 6. Jan. Die Generalversammlung der Israelitischen Religionsgesellschaft gab ihre Zustimmung zum Bau der neuen Synagoge Friedberger Anlage 5 und 6. Der Bau soll 1000 Platze fiir Männer und 6 bis 800 für Frauen enthalten. Trotz eines Defizits bei der Realschule schließt der Etat sehr günstig ab. Oppeln. Einen sehr verständigen und nachahmenswerthen Beschluß hat der Kattowitzer „Verein selbstständig« Kaufleute" gefaßt. Ern hat einstimmig