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Der Israelit · 1904-01-11 · Heft 3 (11.1.1904) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 3 (11.1.1904)
Date
1904-01-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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43 sondern nach Mosche's eigenem Ermessen erfolgt sei. cnxoo Turamb rms ma rz .Was hast bu uns da gethan," so hören wir sie ausrufen, „uns aus Aegypten zu führend Die eigenmächtige Handlungsweise Mosche's, das meinen die Muthlosen, müsse nunmehr den unausbleiblichen Untergang des ganzen Volkes zur Folge haben. Was hätte bei dieser Meinung ein Hinweis auf die zehn Plagen an der Anschauungsweise des Volles ändern können, zumal dieses selbst Zeuge von den Wunderdingen war, die Aegyptens Zauberer zu leisten im Stande waren? Für den großen Haufen stand es unumstößlich fest, daß die Zeit der Erlösung nach den Angaben und Umständen, die Gott dem Abraham verkündet hatte, gegenwärtig noch nicht erschienen sei: und selbst die vollendete Thatsache des Auszuges ließ man nicht als Beweis für den Willen und das eigenste Werk Gottes gelten. Darum sagt Mosche in seiner Erwiderung zu den Murrenden: cm uzb twt n iw ra um arm mim bx pemnn cnxi csb vrf* -t. . . „Fürchtet mich nicht, stellt euch ruhig hin, und sehet die H i l f e Gottes, die er euch heute erweisen wird.... Wenn heute nun Gott für euch streitet, dann werdet ihr doch schweigen!" Damit wollte Mosche sagen: „Heute muß es offenbar werden, dass ein Gott in Israel ist. und daß ich auf Sein Geheiß und nicht auf eigenen Antrieb gehandelt habe. Habe ich alle diese Dinge aus meinem Herzen gethan, nun, so werden wir alle heute unterliegen und 'zu Grunde gehen, ist aber die Erlösung nach dem Willen Gottes vor sich gegangen, dann werdet ihr auch aus dieser Noth als Ueberwindcr hervorgehen und cingestehen müssen, daß eure Vorwürfe unberechtigt, und ihr selbst von einem Jrrthum befangen gewesen seid." lind siche da. die Wasser des Schilfmeeres theilten sich. „So half Gott an jenem Tage," und die Folge war: "inj ntrcr ,mtz daß sie von nun an an Gott und seinen Diener Mosche glaubten. Die Spaltung des Meeres hat bewirkt, was der Auszug aus Aegypten allein nicht bewerkstelligen konnte. IV. Der vierte Grund für r?« v' war erb mern onscc dir Bestrafung der Aegypter. Diese hatten die Israeliten nickt bloß durch ein Uebermaß an Frohndienst gedrückt und gequält, nein, sie hatten es sich noch zur besonderen Aufgabe gemacht, deren eheliches Leben zu stören und das Familienglück zu vernichten. Es war ihnen auch bei ihren hohe» Ansprüchen an die Leistungen ihrer Sklaven in erster Linie nicht darum zu thun. sich Vermögensvortheil zu verschaffen, sondern es kam ihnen nur daraus an. das Volk Israel in seinen Menschenansprüchen zu tränken und zu verletzen: denn es heißt <Nech. 9) orrby rroi rs nerv »3 „Du wußtest, daß sie im Uebermuth mit ihnen verfuhren." Mit welcher Seelenruhe erließ der König nicht das Gesetz über die Tödtung der neugeborenen Knaben, und wie viel Jaminer mag durch die Ausführung desselben in die betroffenen Familien getragen worden sein! Der Targum weiß auch von einer Hinschlachtung israelitischer Kinder zu berichten, damit, das Blut derselben als Heilmittel für den mit Aussatz behafteten König Pharao dienen sollte. Die Strafen, die Gott durch die zehn Plagen über Land und Volk geschickt hatte, galten nur solange als solche, wie sie andauerten; waren sie vorüber, so waren sie vergessen, und selbst der angerichtete Landschaden war bald im Hinblicke aus die Fruchtbarkeit Aegyptens verschmerzt: der alte Uebermuth kehrte gleich nach dem Auszuge wieder zurück. So hatten denn alle bisherigen Strafen keine tiefergehen- I den Wunden binterlassen und waren auch nickt an- , nähernd ein Aequivalent für die Bosheiten, die sie an Israel verübt hatten. Am Meere niußte darum eine einigermaßen entsprechende Strafe nachgeholt werden. Es war die Strafe des Ertrinkens als Lohn dafür, daß man Israels Söhne kaltblütig dem Wasserlode überliefert hatte. „Mit der Sache, mit der sie gefrevelt hatten, kam Gott über sie." (2. B. M., 11, 18). rno .*ro "133= Maß gegen Maß, wie sie es verdient hatten. V..' Der fünfte Grund für p,id v' nyip war *cib n-'S das Anstimmen des Meeresliedes. Schon ganz äußerlich betrachtet, macht die Form der Erzählung vom Auszug keinen so heiteren, erhebenden Eindruck, wie die poesievoll gehaltene Schilderung vom Durchzug durch's Schilfmeer. Noch heute schlägt ja jedes jüdische Herz bei der Verlesung der betreffenden Stellen am m*p rer höher, als am vorhergehenden Sabbat beim Anhören des Auszugsberichtes. Beim Auszuge aus Aegypten fehlte sowohl beim Volke, wie auch bei Mosche, die Freude, die zur Begeisterung allein hätte entfachen können. Bei Israel fehlte der Glaube, sie vermeinten, wie wir im Theil lll. gezeigt haben, der Auszug sei eben nur das Wert Mosche's, und wohl gar nicht mit dem Willen Gottes erfolgt. Als sie aber am Meere die nbnjn t erkannten, da Hollen sie nach, was bisher versäumt worden war: inbrm m Auf Mosche indeß lastete beim Auszug ein Druck von Schuldbewußtsein. Als nämlich dieser Sendbote Gottes vor Pharao zum ersten Male erschien und dieses Erscheinen nicht nur keinen Erfolg hatte, sondern in's gerade Gegentheil verschlug, da ließ sich der göttliche Führer in einer schwachen Stunde Hinreißen, dem all--, weisen, allgütigen Vater Vorwürfe zu machen ixm 'ruc. „Seitdem ich gekommen bin zu Pharao, um in Deinem Namen zu reden, verfährt er nur noch übler mit diesem Volke, aber gerettet hast Du Deine Nation i nicht!" Dieses tadelnde Wort, in einem unüberlegt : ten Augenblicke gesprochen, lastete wie ein Alp auf

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