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Der Israelit · 1904-01-07 · Heft 2 (7.1.1904) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 2 (7.1.1904)
Date
1904-01-07
Page
– (sequence 19)
Language
German
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3j die wirksamste Förderung seitens der jüdischen Presse und der jüdischen Intelligenz, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern in allen größeren Zentren jüdischen Lebens erfahren. Besonders rühmenswerth ist es, daß zum ersten Male fast alle großen offiziellen jüdischen Verbindungen ein gemeinnütziges Werk auch gemeinsam unterstützt haben. So haben die „Jewish Colonization Association", die „Alliance Jsraelite Univers.", die „Israelitische Allianz" zu Wien, die Großloge des U. O. Bnei Brith in Deutschland, zahlreiche deutsche und österreichische Einzellogen, ferner der Deutsch- Isr. Gemeindebund, sowie die israelitischen Kultusgemeinden zu Berlin, Wien. Warschau, Prag, Posen, Lemberg, Königsberg. Breslau eine größere Anzahl von Exemplaren der „jüdischen Statistik" angetauft und zur Deckung der sehr erheblichen Kosten der Publikation beigetragen. Auch seitens des Hrlfsvereins deutscher Juden dürfte eine Betheiligung erfolgen. Ferner hat der Verein Dank seiner Publikation zahlreiche neue Freunde und Mitarbeiter gewonnen und die Ueberzeugung von der Nothwendigkeit jüdisch-statistischer Arbeit in verschiedenen Ländern geweckt. So sind zunächst in Deutschland zwei neue Sektionen entstanden. In Breslau haben sich arbeitsfreudige Elemente der jüdischen Bürgerschaft und die Vertreter der jüdisch-akademischen Vereine unter dem Vorsitze von Professor Dr. Braun (Wallstraße 11») zu einer Arbeitsgruppe zusammengethan. welche unter wohlwollender Förderung seitens des Herrn Rabbiners Dr. Gutmann neben den allgemeinen Aufgaben der jüdischen Statistik speziell die Statistik der Judenschaft Schlesiens in's Auge gefaßt hat. Deßgleichen wurde in München eine Sektion für jüdische Slatistik unter dem Vorsitze von Dr. Georg Holpern (Adalbertstraße 31 :i) gebildet. Eine sehr erfreuliche Erscheinung ist in Oesterreich zu verzeichnen. Hier hatder Verband der zionistisch-akademischen Vereine sich bereit erklärt, an den jüdisch-statistischen Arbeiten theilzunehmen. Der Verband steht unter der Leitung des Vereins „Bar Kochba" in Prag, dem die Vertheilung der Arbeiten obliegt. Er umfaßt 19 Studentenkorporationen, deren Wohnsitze sich in Wien. Krakau, Lemberg, Stanislau, Stryi. Tarnopol, Tarnow, Ezernowitz, Suczawa, Bielitz. Olmütz und Prag befinden. Die jüdisch-statistischen Arbeiten in Ungarn hat eine Gruppe übernommen, welche aus dem Verein ungarisch-jüdischer Hochschüler zu Budapest unter dem Vorsitze von Rabbiner Dr. Max Weiß hervorgegangen ist. — Ein selbstständiger Verein für jüdische Statistik wurde eben in London begründet. Die Initiative hierzu hatte ein Komitee ergriffen, welches unter dem Vorsitze von Mr. A. E. F r a n k l i n folgende Herren umfaßt: I. Abrahams. E. Eichholz, S. Gelberg, H. H. Gordon, B. Jacobs, H. S. Lewis. S. Rosenbaum, A. Weiner. Als Ehrensekretär funktionirt Mr. S. Rosenbaum (London W. 166a, Southfield Road, Bedfork Park). Das genannte Komitee berief Ende November ei» Meeting, welches unter Betheiligung hervorragender jüdischer Gelehrter Englands im „Jewis' College" stattfand und die ernste Inangriffnahme jüdischstatistischer Arbeiten in England beschloß. Der neue Verein sieht sich einer besonders schweren Aufgabe gegenüber, da in England die offizielle Statistik den konfessionellen Gesichtspunkt nicht berücksichtigt und der Verein daher die Verhältnisse der jüdischen Bevölkerung durchaus auf Grund selbstständiger Erhebungen feststellen muß. Das von dem provisorischen Komitee entworfene Arbeitsprogramm umfaßt neunzehn Gesichtspunkte, welche alle Seiten des Lebens der jüdischen Bevölkerung erschöpfen. Auch in Nordamerika ist ein Verein für jüdische Statistik im Entstehen begriffen, dessen Initiator der Herausgeber der Jewish Encyclopedia, Dr. Isidor Singer, ist. Die von ihm im Newyorker Tageblatt „The Sun" gegebene, bemerkenswerthe Anregung hat in der ganzen amerikanischen Presse versiändnißvolle Forderung gefunden. Man darf hoffen, daß der nordamerikanische Verein, dem die Beihilfe der zwei ausgezeichneten jüdischen Statistiker Josef Jacobs und Dr. Cyrus Adler gesichert ist. eine erfreuliche Entwicklung erfahren wird. Nach dem im Jewish Chronicle (Nr. 6) näher entwickelten Plane des Initiators soll die American Jewish Statistical Society neben einem Centralbureau in Newyork Sektionen in Boston, Philadelphia, Baltimore. New-Orleans, Cincinati, St. Louis, Chicago, San Francisco und Montreal eröffnen. Auch in Nordamerika wird die jüdische Statistik selbstständige Erhebungen vornehmen müssen, da der Staat bei seine» Aufnahmen den konfessionellen Gesichtspunkt nicht ins Auge faßt. Um diese große Erschwerung, mit-der die jüdische Statistik auch in anderen Ländern, wie Frankreich und Italien zu kämpfen hat, in Zukunft zu beheben, regte der Vorsitzende des Vereins f. jüd. Statistik, Dr. Alfred Noffig. auf dem im September d. I. zu Berlin abgehaltenen Internationalen Statistischen Kongreß die Idee an, daß das Internationale Statistische Institut die Regierungen der betreffenden Länder be«nflussen möge, bei den nächsten Zählungen die Frage nach der Konfession zu stellen. Die in Deutschland und Oesterreich gemachten Erfahrungen beweisen es, daß das Publikum die diesbezügliche Frage keineswegs als Belästigung empfindet und in immer zahlreichere» Fällen beantwortet. Auf Antrag des Vereins für jüd. Statistik wird diese auch vom allgemein Wissenschaft«

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