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Der Israelit · 1904-01-07 · Heft 2 (7.1.1904) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 2 (7.1.1904)
Date
1904-01-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
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2i gewinnbringender Weise beschäftigt werden. Die ' hohen Staatsbehörden haben, in Anerkennung der s großen, sozialen Verdienste der Anstalt, ihr die Rechte j einer milden Stiftung und damit die Befreiung von! Stempel- und Gerichtskosten gewährt. Auf Anregung des Fürstlich Pleß'schen Archivars j Tr. Zivier und der Großloge des „U O. B. B." für Deutschland hat der Ausschuß die Begründung eines allgemeinen Archivs der deutschen Juden in Aussicht genommen. Ein erfreuliches Zeichen des Vertrauens, das der Bund in den urtheilsfähigsten Kreisen genießt, ist die Thatsache. daß Herr Stadt- und Bezirksrabbiner Dr. Michael Silberstein in Wiesbaden und seine Frau Genrahlin ihm ein Kapital von 30,000 Mk. für eine milde j Stiftung zu Gebote gestellt haben, die in ihrem Haupt-! bestandtheil als Stipendienfonds für Studirende bestimmt Ist, während mit dem Rest allgemeine wisseni schaftliche und kulturelle Zwecke gefördert werden sollen. Um Jrrthümer zu vermeiden, müssen wir nachdrücklich hervorheben, daß die Stiftung erst nach dem Ableben des verehrten Donatorenpaares in Kraft treten wird. Hamburg. Auf Einladung des Lokalkomitee Hamburg der Jüdisch-Litterarischen Gesellschaft hielt am 1. Januar hier Herr Rabbiner Dr. Kot 1 eck aus Hamburg einen Vortrag über die vier Gefangenen aus Bari. Mit dem größten Interesse folgte das zahlreich versammelte Publikum, das durchweg den gebildeten Ständen angehörte, den klaren, stilvollen Ausführungen des. Vortragenden, der sein Thema auf Grund der Forschungen, die in Halevv's Dorothoroschonim niedergelegt sind, entwickelte. Vor unseren Augen breitete sich die gesegnete Ebene Mesopotamiens aus, in der das jüdische Volk nach der Zerstörung des ersten Tempels für sich und seine Thora eine neue Heimath gefunden, die selbst während der Periode des zweiten Tempels ihre Bedeutung nicht verlor und nach der Zerstörung des letzteren und der Niederwerfung Vethars wiederum das bedeutsamste Zentrum der jüdischen Wissenschaft wurde. Dort fand der Abschluß und die Niederschrift des Talmuds statt, entnahmen die Saboräer den Diskussionen des Talmuds die bündige Halacha, dort leiteten die Geonim die altberühmte Hochschule von Sura und Pumbadita und sandten nach nahen wie den fernsten Ländern die Antworten auf die aus den verschiedensten Theilen der Diaspora an sie gerichteten Anfragen. So standen Egypten, Kairovan. Marokko, Spanien in innigster Beziehung zu den Schulen der Geonim. bis diese um die Mitte des zehnten Jahrhunderts durch die Ungunst der Zeiten eingingen. Ehe aber in Babylonien unabwendbar die Sonne der Thorakenntniß untergmg, hatte die Vorsehung in den Ländern des Westens, die bis dahin ihre geistige Nahrung aus den Schulen Babels empfangen hatten, neue glanzende Sonnen aüfgehen lassen. , * .. - - Italien ' war von je eine eifrige Pflegfiarie des Talmudstudiums gewesen, ein Anniger, geistiger Verkehr hatte seit Jahrunderten zwischen Italien und Palästina bestanden, und so nahm Italien im Gegensatz zu den anderen Landern des Occidents eine mehr selbstständige Stellung gegenüber den Schulen Babef's ein. Berühmt und anerkannt waren die Lehrstätten Bari's und Qtranso's, und die erstere sollte berufen sein, die versiegende Quelle Babel's zu ersetzen. Vier Männer aus Bari. R. Schemarja, R. Cbuschiel, R. Mosche mit seinem Sohne R. Chanoch, wurden, auf einer Seereise begriffen, von einem feindlichen Admiral zu Gefangenen gemacht und in verschiedenen Ländern von jüdischen Gemeinden, zu deren heiligsten Pflichten die Auslösung jüdischer Gefangenen gehörte, losgekauft. R. Schemaja kam nach Alexandrien, R. Ehuschiel nach Kairovan, R. Mosche mit seinem Sohne R. Chanoch kam nach Kordova. Wo sie hinkamen, be> deutete ihre Ankunft ein Ereigniß von den segensreichsten Folgen, und so wurde auch Spanien durch die Thorakenntniß, die R. Mosche und sein Sohn R. Chanoch verbreiteten, auf viele Jahrhunderte in der Pflege der Thorawissenschaft eine der fruchtbarsten Stätten des ganzen Erdenrunds, und die großen jüdischen Werke, die dort entstanden, sind unvergängliche Denkmäler des jüdischen Geistes und dienen noch den spätesten Geschlechtern zu Wegweisern auf dem weiten Gebiete des Talmudstudiums. Eines der vielen Beispiele in der jüdischen Geschichte. die uns das Walten der Vorsehung so deutlich erkennen lassen, daß der Allmächtige über Seinem Volke wacht und der Thora, die Er uns gegeben, ist die Gefangennahme der vier Gelehrten aus Bari, und Herr Dr. Kotteck hat es verständen, zu zeigen, wie. die Pflege unparteiischer, von Tendenzen : unbeeinflußte Geschichtsforschung, die den Zweck der Jüdisch-Litterifchen Gesellschaft bildet, auch das Gemüth nicht leer ousgehen läßt und für alle Gebiete jüdischen Lebens in gleicher Weise s egen sreich wirkt: : •''' - -!; , Charlottenburg, 4. Dez^ Ein Komitee, bestehend aus den Herren: Hermann Robinson.'Ingenieur. Michael Kahenstein, Bankier, Willy Steinberg. Fondsmakler, Karl Eget, S. Hirschberg. Gustav Hoch' Adolf Jakobus und Ph. Presch, versendet nachstehendes Circular:."'" ' ' ' Die ergebenst Unterzeichneten beehren jich. Sie ' von der jetzt erfolgten Begründung des Vereins „Machsike Thora." „Verein zur Erhaltung der Thora/ in Kenntniß zu sehen und Sie''zu.bitten,''' Ähre Aufmerksamkeit demselben geneigtest zutvenden/zu wollen? Der Verein/ bezweckt die heilige Gesttzeslehre,unter denin CharköttenbürA^lpöbnenMJuden'/zu verbreitert uüd hält regelmäßige Chklen ab? in' denen ijerdorragtnde

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