Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 2 (7.1.1904)
- Date
- 1904-01-07
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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segneten, thatenreichen Leben dieses großen Mannes! - vworwr die Uebung, die Vollbringung des Rechtes, und zwar, wie hier gemeint ist. des Rechtes anderer, war ja seine berufliche Wirksamkeit in seiner Eigenschaft als Rechtsanwalt. Zunächst war es allerdings die Anwaltschaft des bürgerlichen Rechts. . Doch bei aller strengen Handhabung dieses Rechtes stand ihm in erster Linie obenan das Recht aller Rechte, das göttliche Recht, das in der Thora verbriefte Gottesrecht, das ihn begeisterte, beseelte und eben darum das bürgerliche Recht mit der ihm eigenen. beij))iellosen, peinlichen Gewissenhaftigkeit pflegen und vertreten ließ. Er war ein Anwalt des Rechts, aber auch nur des Rechts! Jedes Unrecht, jede Krumme, ja auch nur den leisesten Schein eines Unrechts, einer Krümme, wies er weit von sich. Ach, welch' unermeßliche Schätze hätte er sich erwerben können, wenn er nur um Haaresbreite von dem strengen Recht, von dem heiligen Gottesrecht, gewichen wäre. Doch nein, dafür hatte er kein Verständnis;. keinen Sinn, vvvv rws war ihm oberstes, heiligstes Prinzip. Für den blässesten Schein eines Unrechts tauchte er seine goldene Feder nickt ein. & nbiy wura K2K3. Für den blässesten Schein einer Krümme öffnete er nicht seinen beredten Mund, pian -.im '121 "bn — Seine Gefühle, seine Gedanken, seine Worte wurzelten zu tief in der Thora Grund, als daß er sich von ihr auch nur einen Augenblick hätte losmachen können, und das ist's, was ihm die Hochachtung und Verehrung der richterlichen Behörden und seiner Kollegen eintrug, und das seine Wirksamkeit zu einem wahren Kiddusch Haschem gestaltete. pnHy pro» p-no pv k-cpq mn rvrornsr/ Die Fruchte, die auf dem Felde seiner Wirksamkeit gereift sind, haben zur lautesten Gottesverherrlichung, zur höchsten Gotteshuldigung beigetragen! nnbe» Ttarbroa! Als einst, so berichten unsere Weisen im Traktat Sota 13 a, ein Rechtsstreit zwischen den Söhnen JakobS und Elan um den Besitz der Grabesstätte Meorath Hamachpelah entstand, da eilte Naphtali mit der Schnelligkeit eines Nebes nach Mizraim, um die Verkaufsurlunde herbeizuholen und den Söhnen Jakobs zu ihrem Rechte zu verhelfen. Auch unser theurer Verblichene hat sich als ein solcher rehgleicher Bote zum Wohle unserer Gemeinde bewährt. Daß es unserer Genfeinde nach langen, mühseligen Kämpfen gelungen ist. die Rechte einer Svnagogengemeindc zu erlangen, ist in erster Linie sein Verdienst. Mit welchem Aufwand von Fleiß und unermüdlicher Thätigkeit, mit welcher rwn nwso er sich dieser heiligen Sache geweiht, entzieht sich jeder Beschreibung. Und als ihm mit der göttlichen Hilfe dieses große Werk gelungen, da hatte er die freudige Genugthuung, von den höchsten Kreisen des Richtersiandes in Zuschriften wahrhast erhebende Beweise glanzender Anerkennung zu empfangen. Von diesen Zuschriften hat wohl sonst Niemand etwas erfahren — mir hat er sie in einer vertraulichen Stunde gezeigt. Durch diesen seinen großartigen Erfolg hat er sich ei» unvergängliches Denkmal errichtet, und jedes treue Mitglied unserer Gemeinde ist ihm dafür zu ewigem Danke verpflichtet. innnan»!böponw. Wie verstand er mit der Pflege des Rechts die Liebe zur Liebesthätigkeit zu verbinden. Wer riefe sie herbei, all die Zeugeu seine» Wandels und Wirkens, daß sie Zeugniß ablegten, wie dieser Mann, dessen Herz in Milde und Liebe aufging. rar» geübt. Zahllos sind die Wittwen und Waisen. die Armen und Dürftigen ohne Unterschied des B^enntnisses, zahllos die armen Thoragelehrien, die er reichlich, weit, weit über seine Vermögensverhältniffe hinaus, unterstützte; zahllos die Fremden, die Ausländer. denen er Rechtsbeistand gewährte und ein väterlicher Berather in der Roth war. Jeder Wohlthätigkeitsverein fand in ihm den bewährten, wohlwollende» Anwalt. Insbesondere war die städtische Armenpflege seine Lieblingsbeschäftigung. Und da können, dürfen wir nicht die unvergänglich hohen Verdienste unerwähnt lassen, die er um die „Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judenthums' sich erworben. Im wahren Sinne des Wortes war er die Seele dieser Vereinigung vom Tage ihrer Griindung. Sie bildete den Gegenstand seiner weitgehendsten. zärtlichen Fürsorge, ihr weihte er seine beste Kraft und den größten Theil seiner freien Zeit. Dafür wird ihm sein großer Vater s. A., der Begründer dieser für das orthodoxe Judenthum so hoch wichtigen Institution, vielen Dank wissen, b nvrr! Und endlich cy raS yaw sein stillverborgener Wandrl mit seinem Gotte! Meine trauernden Brüder! Die was w unseres theueren Verblichenen ist wohlbekannt, bekannt über das Weichbild unserer Stadt hinaus, bekannt in den entlegensten Theilen der jüdischen Diaspora, wohin sein klangvoller Name drang. Und doch bat man keine Ahnung von der wirklichen, erhabenen Gottesfurcht, die diesen Mann bis in die letzten Fasern seines Wesen beseelte, keine Ahnung von der Art seiner rosa 'pnpn. seiner mme und seiner rrrre, keine Ahnung von der Art der n rrray. die er in heiliger Begeisterung verrichtete, keine Ahnung von de« vielen o'jwyn, die er sich in freiwilliger, strenger Enthaltsamkeit auferlegte, keine Ahnung von der grenzenlosen Liebe zum Thora-Lernen, zur Thora-Forschung, keine Ahnung von dem reichen Thorawissen, das er sich aneignete, keine Ahnung, wie er in höchstem Glücke schwelgte, wenn täglich die Stunden herannahten, in denen er seinen Seforim-Schrank öffnen und dem Thora-Studium sich hingeben konnte, wenn der Sabbat herannahte und er in y^n, vv» ja m mn» nnc mit denen er vertraut war, sich vertiefte. Von all dem hatte man keine Ahnung. Er verstand es eben vxn yibn ey reh in still verborgenem Wandel