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Der Israelit · 1904-01-04 · Heft 1 (4.1.1904) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 1 (4.1.1904)
Date
1904-01-04
Page
– (sequence 11)
Language
German
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11 Winnen, daß die Grundsätze dieser Gemeinde die einzig wahren und richtigen, in desto hellerem Glanze wird unter allen, die sich um die Konsolidirung dieses bedeutenden Gemeinwesens verdient gemacht haben, der Name Naphtali Hirsch sür ewige Zeiten hervorstrahlen. Dankbar wird die jüdische Nachwelt seiner in Liebe und Verehrung stets gedenken. Die Trauerfeierlichkeiten gestalteten sich zu einer imposanten Kundgebung der innigen Wehmuth, die unsere Gemeinde bei seinem Heimgange erfüllte. Kopf an Kopf gedrängt umstanden fie alle die Bahre, die da gekommen waren, um Naphtali Hirsch das letzte Geleit zu geben. In leuchtenden Zügen entwarf Herr Rabb. Dr. Breuer, ein Schwager des Verblichenen, das Charakterbild des theuren Mannes, dem er zum Schluß als Zeichen seiner Verehrung den Morenu-Titel verlieh. Wir gedenken diese ergreifende Rede, die stellenweise von lautem Schluchzen der Umstehenden unterbrochen wurde, in der nächsten Nummer nach stenographischer Aufzeichnung wiederzugeben. Herr Julius Hirsch rief dem entschlafenen Bruder ein ihränenreiches zbwz. zu, Herr Stadtrath Dr. F l e s ch dankte dem Verstorbenen für die großen Verdienste, die er sich als langjähriger Armenvorsteher um die Armenpflege der Stadt Frankfurt' a. M. erworben. Er rühmte seinen weiten klaren Blick, seine echte Humanität, seine bewunderungswürdige Fähigkeit, sich in die Individualität eines Jeden, weß Standes oder Konfession er auch war, hineinzuversetzen. Herr Wilhelm Hackenbroch dankte im Namen des Vorstandes unserer Synagogengemeinde für die Verdienste, die sich der »Benjamin" unter den Söhnen Rabbiner Samson Raphael Hirsch's um die Gemeinde erworben. So ist er denn heimgegangen, der große, edle Mann. Er ist hin mit seinem reichen, weltumspannend weiten Herzen, hin mit seinem reichen Geiste, seinem sonnigen Gemüthe, seiner unvergleichlichen Gottesfurcht, seinem geraden, lauteren, goldreinen Charakter. Es ist uns, als hätten wir unseren großen Rabbiner s. A. zum zweiten Male begraben. kVi pstn bv bzrt rnanro! Gott hat ihn uns gegeben, Gott hat ihn uns genommen, der Name Gottes sei gepriesen! DaS ist der einzige Trost, der seine ihm ebenbürtige Gattin, sowie . ihm ebenbürtigen Kinder, seine ganze Familie in ihrem unnennbaren Schmerze aufrichten wird. Das Andenken dieses wahrhaft Gerechten wird ein gesegnetes bleiben. Mr werden seinesgleichen sobald nicht wieder finden, rwA jmt *o». R. ZettrmgSrrachrrHten und Correspondenze«. Deutschland. Berlin. Der Talmud-Verein veranstaltet auch in diesem Winter einen Cyclus populärer Vortrage über jüdische Geschichte und Litteratur. Der Vor- . tragende, Dr. I. Bleichrode, wird als Fortsetzung seiner früheren Vorlesungen in diesem Semester die talmudische Epoche behandeln. Die Vorträge finden allwöchentlich jeden Dienstag Abend 8y2 Uhr in der Aula des Sophiengymnasium, Weinmeisterstr. 15, statt. Der Eintritt ist frei.. Hamburg. Herr Julius Lewisohn von hier verstarb Plötzlich, ohne voraufgegangene Krankheit, auf einer Erholungsreise nach Cairo, die er mit seinem Sohne unternommen. Der Verstorbene stand im 62. Lebensjahre; er wohnte seit längerer Zeit in London. _ Lewisohn war der älteste jener drei Bruder, die durch hochherzige Entschließung dem hiesigen jüdischen Krankenhause zum Andenken an ihre verstorbenen Eltern zwei Pavillons im ungefähren Werthe von 150,000 Mk. widmeten. Auch war der Verblichene einige Jahre Vorstandsmitglied des Synagogenverbandes, sowie Interessent der vereinigten Alten und Neuen Klaus, der er eine Anzahl werthvoller SosriS verehrte. Seine Leiche wird dem Vernehmen nach hierhergebracht werden, um auf dem Ottensener nrnpn wa ihre letzte Ruhe zu finden, rroftfl H. D. Breslau. In einem oberschlesischen Orte sollte ein jüdischer Hausvater in den Schulvorstand gewählt werden. Man stand jedoch von der Wahl ab, weil angenommen wurde, daß diese keine Bestätigung finden würde. Diese Annahme ist eine irrige und das Verhalten der betreffenden Schulgemeinde entspricht nicht den Wünschen der Schulaufsichtsbehörde. — Ein jüdischer Gutsbesitzer, der mehrere Jahre dem Schulvorstandeseines Ortes angehörte, wurde wegen seines Glaubensbekenntnisses aus dem Schulvorstande entfernt. Auf seine an die Schulaufsichtsbehörde gerichtete Beschwerde entschied der Unterrichtsminister: »Es könne nicht für gerechtfertigt erachtet werden, den Beschwerdeführer, der bereits längere Zeit als Schulvorstandsmitglied funktionirte und sich nach den Anerkenntnissen deS Lokalschulinspektors im Interesse der Schule stets eifrig gezeigt habe, seines jüdischen Glaubens wegen aus dem Schulvorstande zu entfernen. Ob der Erlaß vom 21. November 1871, welcher den Grundsatz ausspricht, daß ein Jude zwar Mitglied' der städtischen - Schuldeputation, nicht aber Mitglied des Vorstandes einer christlichen Schule sein könne, nach Lage , der damaligen Gesetzgebung ausreichend begründet ist, , mag.dahin gestellt bleiben. Aus den Bestimmungen des Gesetzes über die Schulaufsicht vom 11." März 1872 folgt, daß

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