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Der Israelit · 1904-01-04 · Heft 1 (4.1.1904) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 1 (4.1.1904)
Date
1904-01-04
Page
– (sequence 12)
Language
German
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die jüdischen Mitglieder der Schulgemeinde allein ihres . Glaubensbekenntnisses wegen von der Mitgliedschaft im Schulvorstande nicht mehr ausgeschlossen werden können. . Oesterreich. Wien. Der. „Deutsch. Jsr. Zeitung" wird geschrieben: Wahrend uns Juden systematisch die Karriere des Berufssoldaten verschlossen. wird, müssen viele tausende jüdische Jünglinge drei Jahre unter den Fahnen dienen. Wie sieht es mit ihnen aus? Ich will nicht die verschiedenen Mißhandlungen, die an jüdischen . Soldaten, und speziell in einem galizischen Korps, verübt werden, und auch im österreichischen Reichsrathe Gegenstand von Debatten ware-r, erwähnen, da ich von der Sache nichts aus eigener Anschauung weiß und absolut nicht beschuldigen will, ohne bestimmten Grund hierfür zu haben. Daß im Offizierskorps vielfach eine antisemitische Gesinnung herrscht, beweisen Hunderte vorkommende Zwischenfälle, von denen ich nur auf den bekannten Fall Aufrecht in Teschen Hinweise. Doch muß hier wahrheitsgemäß erwähnt werden, daß mindestens die Hälfte der Offiziere auch den Juden gegenüber voller Gerechtigkeit und Biederkeit ist und sich bei vielen ein Verständniß für jüdische Dinge und Bestrevungen findet, wie es oft der Fall ist. Solche Vorgesetzte sorgen auch für ihre jüdischen Untergebenen väterlich, doch leider hindert auch ihr guter Wille nicht das gesetzwidrige Vorgehen der Lbertoiegend judenfeindlichen Unteroffiziere. Am ärgsten steht es «it dem religiösen Leben der jüdischen Soldaten. Das Reglement spricht viele schöne und innige Worte von Gottesfurcht und Aus- Üben der religiösen Pflichten — den Juden gegenüber bleibt alles bloß Theorie. Am besten bemerken wir das uns Judenzugefügte Unrecht, wenn wir das Verhalten der Kriegsverwaltung den mohamedanischen Soldaten gegenüber betrachten. Die Mohamedaner besitzen bei jeder Abtheilung eine eigene Küche, in der die Speisen nach ihren religiösen Vorschriften bereitet werden. Bei den galizisch-bukowinaer und nordungarischen Regimentern dient eine große Anzahl religiöser Juden und .doch ist es der Heeresverwaltung nie eingefallen, im Geiste des Reglements durch eine eigene Küche diesen Soldaten die Befolgung der religiösen Vorschriften zu . ermöglichen. Ja selbst die ausdrückliche Bestimmung des DienstreglementS. daß andersgläubigen Soldaten das Kostgeld auszubezahlen ist. wird nicht eingehalten. . . und. so muß der jüdische Soldat, wenn er nicht etwa .? auf das Essen , ganz verzichtet.. die ihm nicht erlaubte . . Kost genießen.. Mit Rücksicht auf ihre nationale Sitte tragen die moha'medanischeü Offiziere und- Soldaten ■ - sämmtlicher. Truppengattungen^einen Fez-und auch für > Ausübung der religiösen Waschungen etr. ist Vorsorge . getroffen, wie.auch für feierliche Legrhuug der Freitage und anderer religiöser Feiertage. - Jüdischen Soldaten ist der Gebrauch von Gebetriemen und Schaufaden untersagt und daß auf den Sabbat bei Dienst- und Wachebestimmung jüdischer Soldaten Rücksicht genommen wird, ist natürlich ausgeschlossen. Das Reglement bestimmt, daß den andersgläubigen Soldaten Gelegenheit zur Teilnahme am Gottesdienste gewahrt wird: den Mohamedanern wird dies auch pünktlich gestattet. den Juden natürlich nicht. Die Mohamedaner besitzen zwei Militar-Jmane mit dem Sitze in Sarajevo und Wien, die jüdische Militärfürsorge im Frieden ist den jüdischen Ortsgeistlichen überlassen und sieht leider sehr traurig aus. Ein Hauptfaktor in unserer jüdischen Soldatenmisere sind eben unsere jüdischen Kultusvorstände und Rabbiner selbst. Zu den hohen Feiertagen wird alljährlich eine Zirkularverordnung erlassen, daß die jüdischen Soldaten nach Thunlichkeit vom Dienste befreit werden. Wie strikte dies gehalten wird, ist daraus ersichtlich, daß die Reserveoffiziersprüfungen zumeist am Neujahrs- und Versöhnungstage abgehalten werden. Es ist eben niemand da, der sich darum kümmert, ob den jüdischen Soldaten Gelegenheit zur Ausübung der religiösen Pflichten geboten wird. Es ist nothwendig, daß sich die Rabbiner darum kümmern und daß ein Militär-Koscherkostverein gegründet wird. Am ärgsten steht es mit den jüdischen Soldaten im Okkupationsgebiete und in Dalmatien, und hier bedarf es dringend einer Abhilfe! Viele Hunderte jüdischer Kinder aus jüdisch-religiösen Häusern fmd durch drei Jahre ganz von ihrem Glauben losgelöst In Trebinje, Rogatica, Bilek Cattaro, Castelnuovo und all diesen zahlreichen Orten und Forts gehen unsere Feste und Feiertage spurlos vorüber und keine Unterbrechung im schweren Wachdienst dem jüdischen Soldaten, daß seine Brüder in der ganzen Welt das Versöhnungsfest feiern! vermischtes. Danzig. Durch den Ausfall der Wahl in Danzkq hat die Zahl der jüdischen Abgeordneten sich noch n« einen, nämlich um den Kommerz'enroth Münsterberg-Danzig, vermehrt, so daß im Ganzen 7 jüdische Abgeordnete gewählt find. Wien, 22. De,. Seine Majestät der Kaiser hat dem Mimsterialrath im Handels-Ministerium. Consul Kr eranda, den Leopoldsordcn verliehen. Sriefrasten der NedaMo«.; A. K.: 1 Diese Sorte Hühner wird in vielen Gegenden, gegessen; in manchen allerdings nicht. Die Verschiedenheit des -£UD kommt daher, daß MX dvru UV 2. Bei allen Tbieren entschieden verboten.- . - , Q.. I. O. in Luxemburg: Es ist nichts dagegen emzmoenden. G. in St.: Ihre Anfrage wtd brieflich beantwortet.

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