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Der Israelit · 1903-03-16 · Heft 21 (16.3.1903) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 21 (16.3.1903)
Date
1903-03-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
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451 Mitgliedschaft nicht die Zugehörigkeit zum Judenthum voraus. Aber wir haben uns die Sache doch so zu denken, daß die neuen Herren des Landes fast-ausschließlich Juden sind. Nun ist wohl anzunehmen, daß die überwiegende Mehrzahl aus den Ländern kommt, wo die heftigste Bedrückung der jüdischen Bevölkerung dieser das Dasein erschwert, und jedes Heimathsgefühl erstickt hat, also zunächst aus Rußland und Rumänien. Die Einwanderer aus Deutschland, Oesterreich, Frankreich und England kommen erst nach Altneuland, sobald sie einmal wahrgenommen haben, wie gut es dort sein ist Wenn aber neben einer kleinen Anzahl hochsinniger und warmherziger Führer die Menge aus Bevolkerungsschichten sehr niedriger Kultur und völliger Verschiedenheit der Sprache besteht, wie soll diese sich zu einer einheitlichen Nation zusammenfugen? Länder ohne einheitliche Sprache können ja ein Ganzes bilden, .wenn auch, wie das Beispiel Oesterreichs zeigt, die Verschiedenheit der Sprache zu manchen schweren Kämpfen führt. Aber was Verhältnissen möglich erscheint, die sich historisch und organisch entwickelt haben, das läßt sich auf eine versuchte künstlich^ Staatenbildung nicht übertragen. Auch besteht beispielsweise zwischen der Schweiz und Altneuland der wesentliche Unterschied, daß hier ein Sprachengewirr auf demselben Fleck herrschen mutz, während dort die einzelnen Idiome räumlich von einander getrennt sind. Das Band der Religion nun vereinigt von den Juden doch nur die Gläubigen, und wie viele Nuancen gibt es schon unter diesen, während eine größere Vedschiedenartigkeit als zwischen dem modernen Kulturmenschen jüdischen Stammes und dem strenggläubigen, galizischen Juden kaum zu denken ist. Soll aber die neue Bevölkerung Palästinas etwa die hebräische Sprache zur . National- und Umgangssprache erklären oder, sichimjene Der-?: zerrung der deutschen hineinleben, die die jüdische VeivölkeruNg des Orients versteht? Ein anders Bedenken sei hier nur gestreift. Wird ein Land mit so glücklichen Lebensbedingungen, wie „Altneuland", nicht die Eifersüchtelei und Begehrlichkeit der großen und mächtigen Nachbarn Hervorrufen, und welcher Schutz besteht' gegen diese? Es liegt uns fern, dem sittlichen Ernst der Führer des Zionismus und seiner begeisterten Anhänger, ihre schöne und. eifrige Hingabe an eine Idee in': Frage' stellen zu . wollen, „das. Moralische versteht sich. yon: selbst."' Aber der Weg, den die' Zionisten gehen, ist nicht, der richtige. Wenn es wahr wäre, daß: es sich ihnen nur darum handelte, den geknechteten . Und im Elend lebenden Juden von.Rußland, . Rumänien und, einzelnesilösterreichischen Landestheiley, 'die Möglichkeit. eineß,imeNschenwürdigey,.Dasüns czw bieten, so wäre das ün Destreben, dör-nügemiinen Förderung.undtöte'; sAnhäNtze^MMvn^-KÄktwklänvern, und'M-müssendn--" durch die Meinung hervorbringen,' der Jude betrachte/ sich nicht vor allem als ein Theil des Voltes?dessen'' Sprache er spricht, des Landes, wo seine Wiege stand, wo seine Jugend wurzelt, er stelle vielmehr seine Zngehörigkeit zu einer über,die ganze Erde verstreuten Religionsgemeinschaftobenan. Damit aber unterstützt . der Zionismus unbewußt und ohne eszu.Mllen^den Antisemitismus. Die Klagen, die Herzt über'die viel-a fachen Verfolgungen der Juden - an "der Schwelle'! des'' 20. Jahrhunderts äußert, sind ja keider'nüt '"zu ' sehr^ berechtigt. -rr; „Dir Verfolgungen' waren*). söziater^p'M okyn/A..' Wischer Art.! Boykott .-iw Geschaststebey,^MEnge?.^ rung der Arbeiter,; Aechtung in den freien Bernsen/ vowi den feineren moralischen Leiden gar nicht/zN sprechen;-> die ein hoher, organisirter Jude um.die JaArhllnderMwende zu erdulden hatte. Die. Judenfeiyvschafb-Mr^ mit den neuesten, wie mit den ältesten Mitteln, thatig^' Das Blutmärchen würde aufgefrischt, abet-gleichz'eitig. hieß es auch, daß die Judey *bic .PresEe/^.w^'rky.st'Mj Mittelalter die Brünnen, ' -vergifteten/ .wurden von den Arbeitern gehaßt/ als Löhnverderber/; wenn sie ihre Genössen waren, als Ausbeuters wenw sie'- die Unternehmer waren. Sie wurden gehaßt,^ ob H arm oder reich oder mittelständig waren^ M.än.nÄM^ ihnen das Erwerben, aber auch das Geldausgeben übel. Sie sollten weder produz'iren, noch konsumiren. Bon den Staatsmännern wurden sie zurückgestoßen, vor. den Gerichten hatten;sie das Vorurtheil gegeN sich/ mberall im bürgerlichen Lebenfanden .sie : Kränkungen»"» , ’ '. „Gewiß ist die Unbill schwpr? die der.fern osgMi-..' :.sirte Jude in einer Zeit, dürchzumachen..haß' dse,-- dä§^ Ideal von der „Gleichheit aÄes dessen, was'Menschengesicht: trägt",: picht, ipejt recht zu werthenHeiß.^, äüch sonstist "ja nicht alles vollkommen auf Keser^!. Welt. Und wenn uns das Vaterland nicht.üllesTgibt, was wir von ihm fordern können, werden,. Nß.datum den heirnathüchen Boden weniger lieb haben, ..werden./ wir auf alles, was uns mit ihm verbindet,, verzichten^' auf unsere Tradition,, auf unsere.. Kultur, . unsere Sprache? ' Rein, durch diese köstliche- Hahe.sind, die deutschen Juden ihrer, vollen Zugehörigkeit zum? slben-Volke bewußt. Sie und müllen in-der schen -Volke bewußt. ''Gie werden und-müssen in Kr/ Heimath weiter;.kämpfen..-.Wenn'esnbex.HWa^ÄAK.1 , Heft so guZsieht. Kß. .ein:„Aftneulqnd" . mögliche ist-- ''! dänrr h4-. '.wird! ÄlÄrsttänK'. nichtmehr, nothrg. färLL...... ' I Tr .'.Sigmund Schutt,., Fraytsprf ß. E , r ppi kl iUjL^kJ. . *) Es ist vpnl Ä'ohee 'lE:dle.Rede.,. ... «? tAnS der ..Münchener Ällgcur. Zi-Üui-.a*; init'freuiiUlLe^l Erlaubnis der Mednrtiön/ kowje-deS HerrnJ-Jjj?**01'* E.^.7r-7--r-Ey i {*uä| 'Ürri-'.äGm.-if J, .tOihi i: ,r t.’JoSl* if'ji'u'jilid Tjü 6:tu “rrrrrr UlllUTKl üiihhli) .bftom 'jid timnr lvAm-i'J TTTTTT Uhul iJUf .]o::iai ,ti ‘jiiiilvj »friivr »uit >ürr» “ .5' r»nr»y<slL .'tz 2t

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