Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 20 (12.3.1903)
- Date
- 1903-03-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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430 Armee-Kommando in unserem Kriege gegen Mexiko hatte. Auch unsere Kriegsmarine hat verdienstvolle Juden aufzuweisen, darunter vornehmlich den Flag-Offizier (Admiral) Ulrich Phillips Levy. Ungefähr 8000 Juden dienten als Freiwillige in unserem Bürgerkriege (1861—65), und mehr als 4900 unserer Freiwilligen- Armee im letzten Kriege gegen Spanien waren mosaischer Religion." Obwohl verhältnißmäßig in geringer Zahl, so sind die Juden in den Vereinigten Staaten doch sehr hervorragend und einflußreich im Geschäftsleben, in Kunst und Wissenschaft, und in Werken der allgemeinen Wohlthätigkeit. Ein geborener Frankfurter, Herr Jakob H. Schiff in Newyork, steht im höchsten Ansehen nicht nur als Finanzier, sondern auch als Philantrop. Vergleicht man den jetzigen Stand Spaniens (einst die größte Weltmacht), das seine Juden verbrannte oder verbannte, mit der jüngsten Weltmacht — der Union — welche die Juden gastlich aufnimmt und ihnen alle Rechte gewährt, so kommt der orakelhafte Spruch zur Geltung: Das Land, das den Juden schlagt — gedeiht nicht. - 1 --- » - MlhellLM» aus öen M. AiNeunerelnen eil filr dieselben. (SLmmMche jüd. Wanderbettelvereine rrrrv Kassen für Durchreisende sind gebeten, uns Dritthettungen über Erfahrungen, die sie auf dem Gebiete ihrer THStigkeit machen, zukommen zu lassen.) Fürth, 6. März. Vom „Bayrischen Centralverein zur Unterstützung durchreisender Israeliten" erhalten wir folgende Mittheilung: Selig Schönfeld aus Lemberg (Galizien), 38 Jahre alt und Salie Meier aus Walako b. Lemberg (Galizien), 27 Jahre alt, logirten hier in einem Gasthause in einem Zimmer als Vater und Tochter. Da dieselben wegen des gleichen Delikts in Bayern schon vorbestraft sind, und Schönfeld deßhalb reichsverwiesen war, so erhielt er 14 Tage und die Meier 5 Tage Haft. (Letzterer war am 26. Juni 1902 an der Mainzer Kasse, kam von Mannheim und ging nach Lemberg, bekam eine Fahrkarte - Anweisung nach Frankfurt am- Main, sowie 2 Ml. Red. d. „Jsr.") Kersonalien. Zeitlofs, 6. Adar. Vergangenen Sonntag, den . 9. Adar, feierten hier in körperlicher und geistiger Frische Herr Max Reich und seine Frau im Kreise ihrer.Familie das Fest der Silberhochzeit. Herr Reich, ' immer einex von den ersten Zehn im Minjan, ist schon " lange JahrerwL. und seine geschmeidige. wohltönende Stimme erfreut Jung und Alt. Die herzlichsten Glückwünsche senden auch wir. Znin, 9. März. Am 28. Februar feierte Herr Tobias H a a s e seinen 70jährigen Geburtstag. Derselbe ist einer der ältesten Repräsentanten unserer Gemeinde. An diesem Tage versammelten sich die Gemeindemitglieder, um ihm ihre Glückwünsche darzubringen. Aus Rah und Fern liefen viele Depeschen ein. Der Jubilar ist ein streng-gläubiger Jude; er versäumt nie, an jedem Tage, Früh und Abends, in der Synagoge zu erscheinen und 112x2 nd'vri zu beten. So wünschen auch wir ihm. mit den Worten des Propheten pLrri 2in. Möge er noch viele Jahre in seiner zahlreichen Familie walten. M. Jaffe. Feuilleton. Von Wobeict Keinkein. m XVII. Zehn Jahre waren seit dieser Unterredung verstrichen. Kurze Zeit nach derselben hatte Baron von Korff seinen Adoptivsohn nach St. Petersburg gebracht, wo ein Bruder des Barons im höheren Staatsdienst stand. Dort besuchte er das Gymnasium sechs Jahre lang und kam alljährlich während der Ferien für einige Wochen zum Besuche seiner Pflegeeltern. Diese waren glücklich mit dem Besitz ihres zum herrlichen Jüngling herangereisten Pflegesohnes. Das Leben in der Residenz und der Verkehr mit anderen Jünglingen hatte die früheren Jugendeindrücke von Abrahams jüdischer Erziehung immer mehr zurückgedrängt und sie immer mehr verblassen lassen. Der Bruder des Herrn Baron von Korff hatte eine einzige Tochter, mit welcher Abraham heranwuchs. Die Frau Baronin von Korff war, als Abraham eben das Gymnasium absolvirt hatte und die Universität besuchen sollte, ihrer schleichenden Krankheit erlegen. Wenige Wochen vor ihrem Tode hatte sie in Gemeinschaft mit ihrem Manne den Gedanken einer Verheirathung Abrahams mit ihrer Nichte in St. Petersburg angeregt, der die volle beiderseitige Zustimmung fand. Die jungen Leute wurdey im Hinblick auf ihre große Jugend noch nicht von dem Plane unterrichtet. Mer die unverkennbar gegenseitige Zuneigung derselben ließ keinerlei Bedenken von dieser Seite auskommen. Diese Zuneigung trat besonders lebhaft zu Tage, als Abraham sich nach Abschluß seiner Gymnasialstudien Won dem. Hausewes