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Der Israelit · 1903-03-12 · Heft 20 (12.3.1903) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 20 (12.3.1903)
Date
1903-03-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1 429 densbestrcbungen sind," seine Meinung dahin äußern wird, daß unsere gegenwärtigen Verhältnisse einer solchen einschneidenden Aenderung, wie Dr. Lewy sie wünscht, nicht bedürfen. Welchen Standpunkt aber der Landesausschuß dieser wichtigen Frage gegenüber einnehmen wird, ob er sagen wird: ßeneficia n»»n obtriiiidnntiis oder, ob er über den Parteien stehend, das thun wird, was er selbst als im Interesse des isr. Kultus liegend ansieht, darüber, hoffe ich, s. G. will, recht bald den Lesern Ihres gesch. Blattes berichten zu können. Immerhin dürfen wir n‘,x im Elsaß- Lothringen uns glücklich schätzen, in einem schönen, freien Ländchen, in welchem der Unterschied der Religion keine Scheidewand weder im Herzen der Regierung, noch im Herzen des Volkes bildet, unserer Bürgerrechte als Jehudim ungestört uns erfreuen zu dürfen, wofür das Programm einer vor einigen Tagen in's Leben gerufenen „Elsaß-Lothringen'schen Landespartei" den schönsten Beweis liefert. In der letzten Sitzung dieser neugegründeten Landespartei, an welcher sämmtliche katholische Reichstagsabgeordneten Theil nahmen, welche sich in Elsaß-Lothringen wieder um ein Mandat bewerben, wurde u. a. beschlossen: „das moralische und materielle Wohl aller Volksklassen nach Kräften zu fördern: für die bürgerliche und religiöse Freiheit aller Angehörigen des Reiches die verfassungsmäßige Feststellung von Garantien zu erstreben, und insbesondere das Recht der Religionsgesellschaften gegen Eingriffe der Gesetzgebung zu schützen. Ferner Aufhebung aller Ausnahmegesetze gegenüber den religiösen Genossenschaften und Konfessionaliiät der Schule. Ungarn. Neutra. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf uns am Ercw Rosch-Chodesch Adar die Nachricht, daß Herr M a x Cohn von einem plötzlichen Unwohlsein betroffen würde und kurz darauf seine reine Seele aushauchte. Ter Tahingeschiedene, der kaum das 45. Lebensjahr erreicht, erfreute sich sowohl als c*es* rrvi rrrn iz wie auch als streng-reeller Kaufmann — er war Holzhändlcr — großer Beliebtheit, wovon auch die überaus große Betheiligung von Rah und Fern an dem am darauffolgenden Tage stattgefundenen Leichenbegängnisse beredtes Zeugnis; ablegte. Er übte viele Wohlthaten im Stillen und liebte es nicht, daß davon geredet wurde. Er war der Stolz seiner Familie u. unserer nun tiefbetrübten Gemeinde. Im Sinne der halachischen Vorschrift wurden lvcgen des Roschchodeschtages keine Hespedim gehalten. Möge der Allmächtige seinen alten, gebeugten Eltern, seiner jungen Wittwe und zwei unmündigen Kindern Trost spenden. rrzz:~. Schwei z. Basel, 9. März. Im Alter von nahezu 87 Jahren starb dahier Frau Elise H a l f f, betrauert Von ihrer zahlreichen Familie und von allen, die sie kannten. Sie war ausgezeichnet durch Frömmigkeit und Wohlihätigkeit. M.it großer Gewissenhaftigkeit übte sie die Pflichten des jüdischen Religionsgesetzes, und erzog ihre Kinder in der Liebe zu Gott und in der Ehrfurcht vor unserer heiligen Thora. Mit bewundernswerther Gottergebenheit trug sie die schweren Schickungen, die ihr das Leben brachte, insbesondere den Tod dreier Kinder, die ihr in der Blüthe der Jahre entrissen würden. An jedem Fasttage fastete sie, bis vor wenigen Jahren stand stc am Jom.Kippur den ganzen Tag in der Synagoge, Unermüdlich war sie im Wohlthun. Bei jeder Sammlung betheiligte sie sich mit großer, oft mit der größten Summe. An ihrer Beerdigung nahm fast die ganze Gemeinde und viele Freunde von Nah und Fern Theil. Nachdem die Leiche aus dem Hause entfernt war, entrollte Herr Rabbiner Dr. Cohn, selbst tief bewegt, das Lebensbild der Entschlafenen. Hierauf bewegte sich der schier endlose Leichenzug zum Bahnhof, von wo, dem letzten Willen der Entschlafenen entsprechend, ihre irdischen Reste nach Weißenburg i. E., ihrer früheren Heimath, überführt wurden. Amerika. Rewnork. (Die Juden in den Vereinigten Staat e n.) Hierüber schreibt Herr Simon W. Hanauer Folgendes: „Was der Jude für die Welt geihan hat, bildete das Sujet einer Vorlesung, welche in einer der aristokratischsten protestantischen Kirchen in Philadelphia kürzlich stattfand. Der Vorleser war Dr. Madison C. Peters, ein distinguirter Prediger der Christenheit in der Union. Ein Theil seines Vortrages erstreckte sich auf die Thätigkeit der Juden inl öffentlichen Leben der Vereinigten Staaten, wobei er u. A. sagte: „Zur Zeit unseres Befreiungskrieges (1776—83) gegen England waren nur wenige Juden in den dreizehn Kolonien, doch sie nahmen innigen Aniheil an dem großen Kampfe, der zur Gründung der großen Republik führte. Unter den amerikanischen Juden, die sich damals unter den Patrioten auszeichneten, war Chaim Salomon in Philadelphia, der den rcvoltirenden Kolonien nahezu 600.000 Dollars für Bertheidigungszwecke vorschoß, ohne Aussicht auf Rückerstattung. Salomon war ein intimer Freund der polnischen Generäle Pulaski und Kosziusko, die für unsere Borfahren fochten. Unser Washington, der Oberbefehlshaber im Revolutionskriege, hatte zwei Juden in seinem Stab: den Major Mordecai Noah und Oberst Jsaac Franks. Im zweiten Kriege gegen England (1812—14) zeichnete sich ein Jude — der General Joseph Bloomfield aus. Zur aleichen Konfession gehörte der tüchtige.General David de Leon, welcher ein

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