Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 19 (9.3.1903)
- Date
- 1903-03-09
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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409 raelitische Elementarschulen zu finden, wie überhaupt in manchen Kreisen eine unberechtigte Scheu vor solchen Neugrundungen anzutreffen ist. Bei den anderen Konfessionen ist in dieser Hinsicht regerer Eifer zu konstatiren. Den jüdischen Lehrern wäre aber diese Chance wohl zu wünschen und zu gönnen, und die Gemeinden würden gewiß nicht schlecht dabei fahren. —A.— Nördlingen (Bayern). Durch den Heimgang eines frommen Mannes ist in unserer Gemeinde eine empfindliche Lücke entstanden. Am 1. Februar d. I. verschied nach mehrwöchentlichem Krantenlager Herr E. E l d o d in seinem 76. Lebensjahre. Wir haben in ihm einen Mann verloren, der die herrlichsten Eigenschaften eines wahren Jehudi in sich vereinigte; denn felsenfeste Gottesfurcht und die peinlichste Gewissenhaftigkeit in der Ausübung unserer Gesehesvorschrifien bildeten den Kern und das Ziel seiner irdischen Thätigkeit. Nachdem er in seinen Jünglingsjahren bei den Rabbinen E. Ottensooßer s. A. in Höchberg und S. B. Bamberger s. A. in Würzburg sein Thorawissen begründet hatte, widmete er sich dem Lehrberufe, dem er mit seltener Hingabe und mit bewundernswerthem Eifer oblag. In Kleinerdlingen waltete er dieses Berufes nahezu 40 Jahre. Erst in den letzten Jahren, nachdem diese Gemeinde sich aufgelöst hatte, entschloß er sich, hier seinen Wohnsitz aufzuschlagen. Die Erzieher seiner Kindheit, die Lehrer seiner Jugend, die Familien der Gemeinden, in denen er gewirkt. die Freunde seiner Jugend und die Genossen seines Alters, alle stimmten und stimmen darin überein, daß sein ganzes Wollen und Hcndeln bis zu seinem letzten Athemzuge ein ununterbrochener Gottesdienst war. Mit welchem Eifer und mit welcher Gewissenhaftigkeit er stets gelernt und gelehrt hat, darüber dürfte unter Allen, die issn gekannt haben, nur eine Meinung herrschen. Das außerordentliche Vertrauen, das ihm von den verschiedensten Familien u. Vereinen entgegengebracht wurde, legt beredtes Zeugniß ab. welche Würdigung sein rechtlicher, biederer Charakter bei seinen Mitmenschen erfahren hat. Zur Beerdigung, am darauffolgenden Dienstag, hatten sich viele Bekannte und Freunde aus der Nähe und Ferne eingefunden. Trotz der ungünstigen Witterung erstreckte sich das Geleite der Mehrzahl bis zu dem ein halbe Stunde entfernten Friedhof zu Wallerstein. Bevor sich die in Bewegung setzte, entrollte Herr Lehrer Weiler- Nördlingen in der Leichenhalle des Nördlingcr Friedhofes in ausführlicher Rede ein getreues Bild von dem frommen Lebenswandel und dem segensreichen Wirken des Dahingeschiedencn. Vor dem Gngange d-s Friedhofes zu Wallerstein dankte Herr Rabbiner Dr. K o h n - Ansbach mit tiefbewegten Worten seinem ehemaligen Lehrer. Er führte aus, daß das Leben dieses Frommen eine fortlaufende Kette von Freuden, von n'so be» nncr, gewesen sei. In Uebereinstimmung mit seinem Freunde und Kollegen, Herrn Rabbiner Dr. Cohn-Jchenhausen — der durch Unwohlsein am Erscheinen verhindert war — legte er seinem verewigten Lehrer, der in seiner Bescheidenheit niemals während seines Lebens nach Rang und Titel gestrebt hat, noch an dieser Stätte den Titel 21 wmo bei. Am Grabe gedachte Herr Rabb. Ansbacher - Nürnberg mit warmen Worten seines Heimgegangene» treuen Freundes und Jugendgenossen. Schmerzerfüllt richtete dann, Namens der Familie, der Schwiegersohn des Dahingeschiedenen, Herr Rektor Falk- Frankfurt a. M., einige Abschiedsworte an den theuren Todten. Das Andenken dieses frommen Mannes wird bei allen, die ihn gekannt haben, in ehrender Erinnerung fortleben. Möge der Allgütige der Gattin und den Kindern Trost spenden. n-SJjv Mcmmcleidorf. Die Notiz des Herrn H. B. in Hamburg in Nr. 17 des „Israelit", veranlaßt mich zu einer kurzen Erwiderung. Ich habe in meinem Artikel in Nr. 12 dss. Bl. fn:» n-ns m*:) absolut nicht generalisirt. Herr H. B. hat demnach doch auch durchaus keine Veranlassung, sich für Hamburg betroffen zu fühlen. Ich halte mich weder für berufen, noch für berechtigt, noch für befähigt, die 'in Hamburg gewiß von maßgebender Seite getroffenen Einrichtungen auch nur irgendwie zu kritisiren. Ich habe von „vielen Gemeinden" gesprochen, und in der That gibt es deren, viele, die eben keinen „abgeschlossenen" Synagogenhos haben, oder aber einen solchen, der „hinter" dem Gebäude liegt, so daß man, um dorthin zu gelangen, den Weg durch o'm rven nehmen muß. -- Ich bin prinzipiell für jede Belehrung dankbar, also auch dem Herrn H. B. für die liebenswürdige Aufklärung, daß die beregte Umschließung 'nto rmp heißt, nicht Eruw. Doch kann ich dem Herrn H. V. auf Treue und Glauben versichern, daß ich das auch 'gewußt habe. Ich sprach von „sog. Eruwim". und Eruwim nennt sic eben der Volksmund. Ob nun nicht Herr H. V. durch seine Notiz, die gewiß bester Absicht entsprang, Anlaß zu irrthümlichen Auffassungen und Annahmen gegeben haben könnte? Leopold Anfänger. Ungarn. Bno Ungarn, 27. Febr. Vor Jahresfrist erblickte ein neuer Thillim-Kommentar unter dem Namen .-!2'v und im Anschlüsse an denselben ein zweiter * unter dem Namen '2iv r.tpye das Licht der Oeffentlichkeit. Mit Approbationen hervorragender Autoritäten versehen, wurden dieselben seitens Sr. Ehrw. des Herrn Dr. Ehrmann, Rabbiner in Baden (Sckweiz), in Ihrem gesch. Blatte als ein ungeahnter Geistesschah erkannt und als solcher in freudig enthusiastischer Weise gewürdigt und begrüßt. Jede Zeile — so schrieb der oben